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1,75 Millionen Dollar Schadensersatz

New York: Polizei beschimpfte und verprügelte Schwulen

NYPD-Cops sollen einen schwulen Mann vor drei Jahren offenbar aus Homophobie traktiert haben – ein Gericht sprach dem Opfer nun eine Millionenentschädigung zu.


Louis Falcone (rechts oben kurz nach dem Zwischenfall 2015) kämpft seit Jahren für Schadensersatz

Eine Geschworenenjury in New York City hat dem offen schwulen Louis Falcone 1,75 Millionen Dollar (1,6 Millionen Euro) Schadensersatz zugesprochen, weil er 2015 von Polizisten der New Yorker Polizeibehörde NYPD verprügelt und offenbar als "Faggot" (Schwuchtel) beschimpft worden war. Die Polizei hat bislang noch nicht erklärt, ob sie das Urteil akzeptieren oder Rechtsmittel einlegen wird.

Der Fall ereignete sich im Juni 2015 im Stadtbezirk Staten Island. Falcones Mutter hatte die Polizei alarmiert, weil Falcone mit seinem Bruder einen Streit in seinem Haus gehabt habe. Als die Polizisten ankamen, hätten sie ihm seinen Angaben zufolge zunächst angedroht, seinen Hund zu töten, weil dieser bellte. Danach hätten sie ihn aus seiner Wohnung gezogen, auf ihn eingeschlagen und homophob beschimpft. Ein Nachbar machte von dem Vorfall Filmaufnahmen, die danach veröffentlicht wurden.

Falcone wurde bei dem Vorfall schwer verletzt. Er erlitt unter anderem einen Rückenmarksverletzung. Außerdem brach ihm einer der Polizisten die Nase. Trotz des harten Vorgehens wurde der damals 31-Jährige weder festgenommen, noch wurde er jemals wegen eines Vergehens oder Verbrechens angeklagt.

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NYPD: Falcone hat sich gegen Festnahme gewehrt

Anwälte für das NYPD behaupteten jedoch, dass Falcone Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet und einem Polizisten Blut in den Mund gespuckt habe (er habe zuvor beim Streit mit seinem Bruder eine Verletzung erlitten). Außerdem bezweifelten sie die Schwere der Verletzungen und behaupteten, Falcone habe bereits vor dem Zusammentreffen mit der Polizei Rückenbeschwerden gehabt. Sie wiesen auch zurück, dass die Polizisten aus Hass auf Homosexuelle gehandelt hätten.

"Herr Falcone war sehr glaubwürdig und das Video hat gezeigt, was passiert ist", sagte sein Anwalt Adam Roth. "Ich denke, die Geschichte der Polizisten war nicht glaubwürdig."

Die Polizei hat bislang noch nicht bekanntgegeben, ob gegen die verantwortlichen Polizisten wegen des Vorfalls Disziplinarmaßnahmen durchgeführt wurden. Zwei der Cops sind laut Berichten inzwischen in den Ruhestand gegangen. (dk)



#1 Patrick SAnonym
  • 23.10.2019, 17:26h
  • Das ist ja leider nichts Neues in den USA, wo Polizisten vielerorts Narrenfreiheit haben. Wo es mal nicht die Schwarzen trifft, trifft es dann eben uns.
    Bestes Beispiel: Letzte Woche machte auf Twitter ein Video die Runde, das zeigt, wie mehrere Polizisten eine schwarze Frau wegen Herumlungers verhaften, die wohlgemerkt im Vorgarten ihres eigenes Hauses saß. D.h. polizeiliche Willkür mit Rassenhass (oder Homophobie) als Grundlage. Und das zwei Tage hintereinander.
    Gut, dass dieser Mann sich wenigstens gewehrt hat und konsequent seinen Schadenersatz eingeklagt hat.
    Das können viele US-Amerikaner auch nicht.
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#2 trans naysayerAnonym
#3 TheDadProfil
#4 PetterAnonym
#5 AnonymAnonym
  • 25.10.2019, 03:01h
  • Antwort auf #4 von Petter
  • Ließe sich richten - auch vor dem Hintergrund von nur noch auf dem Papier bzw. rudimentär vorhandenen sozialen Absicherungen.
    Bedenkt man Forderungen gegen Deutschland in Billionenhöhe aus dem Ausland noch aus Weltkriegszeiten und das charakterliche Unvermögens ist einfach zu erklären, warum das in Deutschland nicht möglich ist, selbst wenn die Rechtslage es zuließe.
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