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Ungarn
Budapest: Neonazis verbrennen Regenbogenfahne vor Kulturzentrum
Der Angriff auf das liberale Zentrum, in dem unter anderem der CSD sein Büro hat, ist der zweite binnen weniger Wochen.

Das Aurora im Herbst 2017 (Bild: nb)
- 23. Oktober 2019, 18:16h 3 Min.
Rund 50 Neonazis haben am Mittwoch gegen 14 Uhr ein bekanntes liberales Kulturzentrum in der ungarischen Hauptstadt Budapest angegriffen. Sie rissen die Regenbogenfahne am Eingang herunter, verbrannten sie und schmierten Nazi-Slogans an das Tor und an die Hauswand, wie Adam Schönberger, der Leiter des Kulturzentrums Aurora, auf seiner Facebook-Seite berichtete.
Das Zentrum sei zum Zeitpunkt des Angriffs noch nicht geöffnet gewesen, in den Innenräumen habe sich niemand aufgehalten, fügte Schönberger hinzu. Die Polizei leitete Ermittlungen gegen unbekannt wegen Randalierens ein.

Die mutmaßliche Angreifertruppe. Bild: Andras Piko
Das aus einer jüdischen Jugendgruppe heraus gegründete Aurora besteht seit 2014 und bietet auch kritischen Zivilorganisationen eine Bleibe. Unter anderen haben die Veranstalter des Budapest Pride, Obdachlosen-Aktivisten und das Roma-Pressezentrum dort Büros. Die bis vor kurzem amtierende zuständige Bezirksverwaltung, die von der rechts-nationalen Fidesz-Partei kontrolliert war, hatte mehrfach versucht, den Club zu schließen. Über die Anfeindungen gegen das Zentrum hatte im letzten Jahr gar CNN berichtet.
Doch bei den Kommunalwahlen vor zehn Tagen war die Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orban auch im 8. Budapester Stadtbezirk der Opposition unterlegen. Dort befindet sich das Aurora. Der neue Bezirksbürgermeister Andras Piko begab sich unmittelbar nach dem Angriff der Rechtsextremisten an den Schauplatz. Er erhielt Polizeischutz für das Zentrum, zunächst für 48 Stunden.
Die Angreifer vom Mittwoch hatten zuvor an einer Kundgebung von Gleichgesinnten aus Anlass des ungarischen Nationalfeiertages teilgenommen. Am 23. Oktober 1956 war ein Aufstand gegen die damalige kommunistische Führung des Landes ausgebrochen. Sowjetische Streitkräfte hatten die Rebellion nach knapp zwei Wochen blutig niedergeschlagen.
"Schon wieder fanden von der Regierung unterstützte Faschisten eine konstruktive Aktivität", beklagte der Budapest Pride am Nachmittag ironisch bei Facebook, um dann kämpferisch zu betonten: "Liebe und Akzeptanz werden immer gewinnen! Wir werden nicht aufgeben! Wir hoffen, dass die Täter für das Hassverbrechen bald ins Gefängnis kommen! Wir werden in Kürze eine neue Flagge aufhängen." Am Abend veröffentlichte die Organisation ein Bild mit einer neuen Regenbogenflagge an dem Gebäude.
Queere Filmvorführung gestört
Bereits am 26. September hatten rund zehn Neonazis eine queere Filmvorführung in dem Zentrum gestört: Sie stürmten den Raum mit Plakaten wie "Stoppt LGBT-Propaganda" und "Keine Toleranz" und bedrohten und beleidigten Besucher. Letztlich konnten die Organisatoren die Neonazis in den Hof drängen. Die herbeigeholte Polizei griff laut einem Bericht des Budapest Pride nicht ein und nahm nur zu einer Person die Personalien auf, die einen Jogurt-Becher auf einen Neonazi-Banner entleerte.
Laut dem Bericht hätten die Neonazis bereits im Sommer ganze sieben Veranstaltungen im Rahmen des Pride gestört und Videos davon veröffentlicht. Sie gehören der Gruppe "Mi Hazánk Mozgalom" (Bewegung Unsere Nation) an, die sich als Fidesz-Unterstützer ansieht. (dpa/nb)
















Und so was ist in der EU!
Und die Polizei?
Ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie die "ermittelt".