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Frühstücksfernsehen

Neuseeland: TV-Moderator versehentlich geoutet

In einer Debatte über Sammelleidenschaften meinte ein Kollege scherzhaft zu Ryan Bridge, dass dieser "Ex-Freunde" sammle. Der Moderator nutzte das zu einem Coming-out.


Ryan Bridge berichtete als Korrespondent aus Moskau oder Peking, moderiert derzeit eine Radiosendung und wurde am Donnerstag unfreiwillig selbst zum Thema

  • 24. Oktober 2019, 17:34h 12 2 Min.

Im Frühstücksfernsehen des neuseeländischen TV-Senders Three hat Moderator Mark Richardson versehentlich zum Coming-out seines Kollegens Ryan Bridge geführt. In der Sendung "am" vom Donnerstag ging es um Sammelleidenschaften, und als Bridge, der die Show vertretungsweise leitet, gefragt wurde, was er sammle, antwortete Richardson für ihn scherzhaft und unüberlegt: "Ex-Boyfriends".

Bridge reagierte kurz verlegen, lachte und betonte, keine Sammlung zu haben. Dann meinte er: "Ja, es stimmt. Ich bin schwul. Jetzt ist es raus."

Video | Ausschnitte aus der Sendung
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Später in der Sendung sagte Bridge immer noch recht verlegen, er habe nie versucht, seine Homosexualität zu verstecken. "Der Grund, warum ich beschlossen habe, das nicht mit Ihnen zu Hause, mit den Hörern meiner Radiosendung zu teilen, ist nur, (…) dass es nicht sonderlich interssant ist, oder?" Es sei auch seine private Angelegenheit, aber nun sei es halt geklärt.

In den letzten Minuten seien viele Menschen zu ihm in Kontakt getreten, was "herzerwärmend" gewesen sei, so Bridge weiter. Er verteidigte auch Richardson, der das nicht absichtlich gemeint habe. "Er wollte nicht böse sein oder mich dazu zwingen, etwas zu sagen, was ich nicht wollte. Es war ein simples Versehen."

Richardson selbst entschuldigte sich: "In den drei Jahren, in denen ich diesen Job gemacht habe, habe ich mich noch nie so schlecht gefühlt." Er liebe seinen Kollegen und seine Homosexualität sei für ihn überhaupt kein Thema. "Und weil ich ein Witzbold sein wollte, mich für einen komischen Moment über dich lustig machen wollte, kam es zu dieser Situation. Das tut mir schrecklich leid."

Der inzwischen wieder selbstbewusst und locker wirkende Bridge meinte, es gebe keinen Grund für eine Entschuldigung: "Solche Sachen passieren, das ist Live-Fernsehen." Amanda Gillies betonte zum Abschluss: "Du weißt, wir lieben dich total. Die Art und Weise, wie du das mit enormer Klasse gehandhabt hast – einfach wunderschön – lässt uns dich noch mehr lieben." (nb)

#1 Carsten ACAnonym
  • 24.10.2019, 23:44h
  • Gut, dass der unfreiwillig geoutete so locker reagiert hat.

    Aber sowas kann man komplett vermeiden, wenn man es erst gar nicht zu Missverständnissen kommen lässt und von vornherein keine Geheimnisse hat.
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#2 honigdiebAnonym
  • 25.10.2019, 06:32h
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Sehe ich genauso. Wenn man heutzutage seine Homosexualität verheimlicht, dann finde ich das problematisch. In meinen Augen ist es auch keine Privatsache, wie immer so oft betont wird. Jeder Heterosexuelle bindet mir in kürzester Zeit seine sexuelle Ausrichtung auf die Nase, indem er von seiner Beziehung spricht oder davon, das er Single ist, aber bis vor kurzem liiert war. Nicht offene Homosexuelle umschiffen das Thema und manövrieren sich dadurch selbst in ungünstige Situation.
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#3 GerritAnonym
  • 25.10.2019, 08:24h
  • Antwort auf #2 von honigdieb
  • Ja, ich sehe so oft bei Heteros Fotos der Partnerin auf dem Tisch, im Portemonnaie, etc. Die erzählen von der Frau, von Ex-Freundinnen, etc. Die halten Händchen in der Öffentlichkeit, küssen sich, etc.

    Erst wenn wir auch so selbstverständlich mit unserer Liebe umgehen, können wir erwarten, dass andere auch selbstverständlich damit umgehen.

    Denn wie sollen andere offen darauf reagieren, wenn wir selbst total verklemmt damit umgehen?!
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