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Kommentare zu:
Der zweite Schwule in den Geschichtsbüchern


#1 MatainaAnonym
  • 29.10.2019, 10:07h
  • Wow - das ist ja mal ein anspruchsvoller Artikel im Essay-Format. Davon gerne mehr!
    Für den heutigen Leser, der nach 5 Absätzen schon überfordert ist, mag das anstrengende Kost sein, doch für diejenigen, die etwas tiefer in die Materie eintauchen möchten, ist das guter Lesestoff.
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#2 Ralph
  • 29.10.2019, 10:37h
  • Antwort auf #1 von Mataina
  • Ich frage mich allerdings, weshalb ausgerechnet ein Gewaltverbrechen an einem fünfjährigen Kind zum Aufhänger dient, Einblick in die Homosexuellenfeindlichkeit und -verfolgung der damaligen Zeit zu nehmen. Das ließe sich allenfalls rechtfertigen, wenn der Angeklagte nachweislich unschuldig gewesen und vom Gericht wider besseres Wissen verurteilt worden wäre. Auch der Hinweis, dass die Verurteilung wegen widernatürlicher Unzucht erfolgte, lässt den unschönen Gedanken aufkommen, dass die Tat in einem Rechtssystem ohne Homosexuellenverfolgung gar nicht strafwürdig gewesen wäre, wovon bei derartig brutaler Körperverletzung natürlich keine Rede sein kann.
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#3 marmotamarmotaProfil
  • 30.10.2019, 14:15hKoblenz
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Vermutlich liegt es einfach daran, dass die Überlieferung in diesem Fall gerade wegen der besonderen Grausamkeit besser ist als bei anderen aus dieser Zeit. Eben weil es so schlimme Umstände waren haben die Zeitungen darüber berichtet, und die Zeitungsberichte sind ja die hier herangezogene Quelle. Auch die Gerichtsakte ist vielleicht gerade wegen der Umstände und weil der Fall so ein Aufsehen erzeugt hat, aufbewahrt worden.
    Daher kennt man hier viele Einzelheiten, die bei "normalen" Gerichtsverfahren wegen § 175 in dieser Zeit nicht überliefert sind, vor allem wenn es sich nicht um prominente Personen gehandelt hat. Die Gefahr, dass der Fall missbraucht wird, um eine Nähe zwischen Mord bzw. Missbrauch/Vergewaltigung von Jugendlichen und Homosexualität zu konstruieren ist vielleicht wirklich gegeben, aber man kann ja auch nicht nur noch das erforschen, was in dieser Hinsicht "ungefährlich" ist - das wäre nämlich einmal unwissenschaftlich und zum Zweiten ein Einknicken vor denen, die es missbrauchen könnten.
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#4 VermutungAnonym
  • 30.10.2019, 16:15h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Hängt zum einen wohl damit zusammen, dass in diesen Zeiten die einst mal von den Religioten konstruierte Idee, Homosexualität sei mit Pädophilie gleichzusetzen, zu den meisten "Experten-Sichtweisen" gut dazu passte, und so anhand eines Fallbeispiels mit grausigen Einzelheiten repliziert und erhalten werden konnte. So konnte man Homosexuelle kollektiv zu Monstern machen, neben ihrer damals so etikettierten "Nicht-Natur" noch zusätzlich vor ihnen warnen. Da war Von Zastrow das passende Instrument, sonst wäre das Strafrecht vielleicht viel früher vermildert ausgefallen.
    Der Artikel zeigt auf, wie einfach es sein kann, die Ansichten einer ganzen Gesellschaft zu modellieren, und das nachhaltig. Obwohl es in der Zeit schon recht fortgeschrittene Strömungen gab, die das Schwulsein neu zu konzipieren suchten.
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