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"The Sexist Man Alive"

"Emma" an Kollegah: "Keiner ist so sexistisch, homophob und so antisemitisch wie du"

Der Deutschrapper Kollegah erhält von Alice Schwarzers Magazin den Negativpreis als größter Sexist des Jahres.


Kollegah bei der Vereihung des Webvideopreises 2014 in Düsseldorf (Bild: Webvideopreis Deutschland / flickr)

  • 29. Oktober 2019, 09:42h 8 2 Min.

Die Frauenzeitschrift "Emma" hat den 35-jährigen Gangsta-Rapper Kollegah zum "Sexist Man Alive 2019" ausgerufen. Künftig werde man den "Emma"-Award für den größten Sexisten jedes Jahr verleihen, teilte die von der 76-jährigen Alice Schwarzer geleitete Redaktion am Dienstag in Köln mit. Es sei gar nicht so einfach gewesen, den Würdigsten herauszufinden. "Da drängelten sich die Anwärter. Doch einer ragte klar aus der Menge heraus mit seinem enthemmten Sexismus, Antisemitismus und Islamismus: der Rapper Kollegah." Er habe sich den Negativpreis mehr als verdient. "Wir gratulieren, Kollegah!"

In einem direkt an den Musiker gerichteten Schreiben heißt es: "Keiner ist so sexistisch, homophob und so antisemitisch wie du." Dieser Antisemitismus sei kein Ausrutscher, sondern habe System. Zeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" haben Kollegah massive Antisemitismusvorwürfe eingebracht. Er selbst weist die Beschuldigungen zurück.

Das Wortspiel "Sexist Man Alive" leitet sich vom Titel "Sexiest Man Alive" ab, den das amerikanische Magazin "People" jährlich verleiht. Zuletzt wurde im Jahr 2018 der britische Schauspieler Idris Elba mit dem weltweit für Schlagzeilen sorgenden Preis ausgezeichnet.

Bundesprüfstelle warnt vor Kollegahs Homophobie

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte sich bereits 2014 besorgt über die Homophobie im Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 2" von Kollegah und seinem Rapkollegen Farid Bang geäußert und es auf den Index gestellt. Für die Behörde seien die "die extrem homosexuellenfeindlichen Äußerungen (…) sozialethisch nicht mehr vertretbar". Auf diesem Album rappten die Interpreten unter anderem: "Ich schlag dir deine große Schnauze ein / Ich hab gehört du drehst ein Film – Brokeback Mountain 2" oder attestieren Schwulen: "Ihr seid wie Schotten. Männer, die die Hosen nicht anhaben".

Eine Auszeichnung mit dem Echo für Kollegah und Farid Bang sorgte 2018 wegen deren menschenverachtender Texte für einen Eklat (queer.de berichtete). Als Folge wurde der Musikpreis 26 Jahre nach seiner Gründung abgeschafft (queer.de berichtete). (dpa/dk)

-w-

#1 Carsten ACAnonym
  • 29.10.2019, 18:19h
  • Die Emma und Alice Schwarzer machen das, was eigentlich Aufgabe der Bundesregierung wäre.

    Aber von Union und SPD gibt es zu Hass-Musik nur eines: das Schweigen im Walde.

    Umso wichtiger, dass sich bei so einer Regierung wenigstens kritische Medien, Vereine, Organisationen, Privatpersonen, etc. gegen Hass und Hetze engagieren.
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#2 AltoAnonym
  • 29.10.2019, 20:33h
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Alice Schwarzer, macht ja auch gerne Werbung für die CDU, da passt die gut rein. Die soll mal lieber über ihre Schwarzgeldkonten Klartext reden. Wie sie mit dem Kachelmann umgegangen ist, war schon echt übel
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#3 feli491Anonym
  • 29.10.2019, 21:58h
  • Antwort auf #2 von Alto
  • Transfeindlich ist sie übrigens auch, oder zumindest vollkommen ahnungslos in der Materie.

    Einmal hatte sie einer Erzieherin einen Rat zu einem potentiell transmaskulinen Menschen gegeben:

    "Ich finde das entscheidend: Die Wahl zu haben, dass ich als geborenes Mädchen auch wie ein Junge leben kann und wenn ich das unbedingt will sogar bis hin zur Änderung meines Personenstandes ohne meinen Körper abzulehnen oder gar zu verstümmeln. Es ist ja auch kein körperlicher Konflikt, sondern ein seelischer. Nicht der Körper ist falsch, sondern die Rolle, die bis heute in unserer Gesellschaft Frauen bzw. Männern zugewiesen wird."

    www.emma.de/artikel/ask-alice-was-soll-ich-einem-transsexuel
    len-maedchen-raten-317489


    Absolut keine Ahnung von der Materie, dass trans eben mit der Geschlechterrolle reichlich wenig zu tun hat, eine angleichende Operation ist eine" Verstümmelung", und sie redet ununterbrochen von "das Geschlecht wechseln" - ein trans Mensch "wechselt" das Geschlecht nicht.

    Und das ist die berühmteste Feministin in Deutschland... Oh je... Der würde ich es auch zutrauen, dass sie bei der LGB-ALLIANCE mitmischen würde... Definitiv die Art von Mensch, deren Ansichten sich seit den 70er Jahren und der 2nd Wave of Feminism um kein Jota geändert haben...
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