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"Schwarzer Sheriff"

CSU-Gleichstellungsgegner Hans-Peter Uhl gestorben

In den Neunzigerjahren wollte Hans-Peter Uhl ausländische Partner von deutschen Homosexuellen abschieben. Schwule und Lesben forderte er ferner auf, sich in der Öffentlichkeit zurückzuhalten.


Hans-Peter Uhl war knapp 20 Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl ist tot. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete starb am Sonntag, wie Parteisprecher Simon Rehak am Dienstag in München bestätigte. Der in Tübingen geborene, promovierte Rechtswissenschaftler wurde 75 Jahre alt.

Uhl saß für die Christsozialen von 1998 bis 2017 im Bundestag. Er war unter anderem innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion.

Zuvor war Uhl unter anderem als Kreisverwaltungsreferent in der bayerischen Landeshauptstadt tätig. In dieser Funktion geriet er in den Neunzigerjahren immer wieder medienwirksam mit seinem Dienstvorgesetzten, dem damaligen SPD-Oberbürgermeister Christian Ude, aneinander. Als "schwarzer Sheriff" bezeichnet, wollte Uhl damals nicht nur Obdachlose, Bettler und Drogensüchtige aus dem Stadtbild vertreiben, sondern auch Ausländer aus stabilen homosexuellen Beziehungen abschieben.

Bundesweit bekannt wurde Uhl auch in der Debatte um den Fall des jugendlichen Serienstraftäters "Mehmet". Uhl hatte "Mehmet", wie der Jugendliche aus Datenschutzgründen genannt wurde, zunächst mitsamt seinen Eltern ausweisen wollen. Doch der bayerische Verwaltungsgerichtshof stoppte dieses Vorhaben und machte deutlich, dass eine derartige Sippenhaft nicht zulässig sei. Ende 1998 war "Mehmet" als damals 14-Jähriger von München aus abgeschoben worden. Der Fall hatte international für Aufsehen gesorgt, weil dabei erstmals ein Kind von rechtmäßig in Deutschland lebenden Ausländern allein abgeschoben wurde. "Mehmets" Eltern blieben in München.

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Ablehnung der Gleichbehandlung Homosexueller

Uhl hatte immer wieder gegen die Gleichbehandlung Homosexueller Stimmung gemacht. Homosexuelle forderte er wiederholt auf, in der Öffentlichkeit unsichtbar zu bleiben. 2004 kritisierte er etwa das Coming-out des damaligen FDP-Parteichefs Guido Westerwelle mit den Worten: "Sexuelle Neigungen sind Privatsache und haben auf dem Marktplatz nichts verloren." 2017 sagte er anlässlich der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben: "Und ich finde es nicht gut, wenn man seine sexuelle Neigung auf die Straße trägt. Da bin ich bürgerlich, das muss nicht sein."

Die Ehe für alle bekämpfte er bis zum Schluss. Der "Abendzeitung" sagte er etwa nach der erfolgreichen Bundestagsabstimmung zur Ehe-Öffnung, dass er "keine Sonderrechte für Schwule" unterstützen wolle. Noch nach dem Beschluss bezeichnete er die Gleichbehandlung gebetsmühlenartig als "verfassungswidrig". (dpa/dk)



#1 RespektAnonym
  • 30.10.2019, 14:14h
  • Ich verstehe nicht warum diese Nachrichten immer veröffentlicht werden müssen. Sollen wir uns nun über den Tod von irgendjemandem freuen?
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#2 DamienAnonym
#3 Uwe RAnonym
#4 TrekieAnonym
#5 PetterAnonym
  • 30.10.2019, 16:36h
  • Antwort auf #1 von Respekt
  • Natürlich freut man sich niemals über den Tod eines Menschen. Egal wie sehr man anderer Meinung war.

    Aber er war ja häufig Inhalt von Meldungen hier und er war ja auch sehr umtriebig was LGBTI-Themen betraf. Und wenn er dann stirbt, ist das natürlich eine Meldung wert.

    Das ist kein Grund für Häme oder sonstwas, aber berichten kann, darf und muss man in dem Zusammenhang natürlich dennoch darüber.
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#6 rb-berlinAnonym
  • 30.10.2019, 16:43h
  • Es ist einfach eine Information. Niemand ist verpflichtet, dazu seinen Senf abzugeben. Manchmal hilft es, einfach die Klappe zu halten.
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#7 stephan
  • 30.10.2019, 20:49h
  • Mir bleibt am stärksten in Erinnerung, wie Uhl am Tag der Abstimmung über die 'Ehe für alle' in der Lobby des Bundestages darüber schwadronierte, dass man doch - um die Ehe zu verstehen - einen Blick ins Kirchenrecht werfen solle ... und sonstigen Blödsinn:

    www.youtube.com/watch?v=D58Mm8F8djo

    Nun ja, er wollte gerne gegen das Gesetz klagen, durfte aber nicht!

    Er redete häufig absoluten Unsinn. Im obigen Interview meinte er, man dürfe nicht Ungleiches gleich behandeln und dies sei ein Rechtsgrundsatz. Das ist Schwachsinn pur! Gerade das Grundgesetz sagt ja, dass man aus vielerlei Gründen nicht diskriminieren dar, obwohl Sachverhalte nicht gleich sind. ...

    Durch und durch ein Typ, den ich nur ungern kennengelernt hätte. Es wären binnen Minuten die Fetzen geflogen! ... Vielleicht ist er - dort wo er nun ist - klüger - ich hoffe es!
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#8 lindener1966Profil
#9 lindener1966Profil
#10 janxAnonym
  • 30.10.2019, 22:17h
  • Ich sehe das auch eher als reine Information. Es ist nochmal anlässlich des Todes eine Rückschau auf Personen die bedeutsam für LGBTQ-Themen waren - positiv wie negativ. Ist einfach historisch interessant und ich finde auch schon wichtig sich gelegentlich an sowas zu erinnern. Ich freue mich nicht, bin auch nicht traurig. Neutral.
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