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Späte Einsicht

Island: Bischöfin entschuldigt sich für kirchlichen Kampf gegen Ehe für alle

Die ranghöchste Protestantin der Staatskirche bedauert, wie ihr Vorgänger mit Homosexuellenrechten umgegangen ist.


Bischöfin Agnes M. Sigurðardóttir tut es Leid, wie ihre Kirche in der Vergangenheit mit Schwulen und Lesben umgegangen ist

Die evangelisch-lutherische Bischöfin Agnes M. Sigurðardóttir hat sich als Oberhaupt der isländischen Staatskirche für homophobe Aussagen ihres Vorgängers entschuldigt. In einem Interview in der Talkshow Kastljós wurde Sigurðardóttir am Dienstag mit Aussagen ihres Vorgängers konfrontiert, der sich 2006 gegen die Ehe-Öffnung ausgesprochen hatte, die damals in der politische Diskussion war. Er hatte damals erklärt, dass man bei einer Abschaffung des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben die Institution Ehe "auf den Müllhafen" werfen könne.

Twitter / victor_madrigal | Im September traf Victor Madrigal-Borloz, der LGBTI-Ermittler der Vereinten Nationen, Bischöfin Sigurðardóttir

"Ich entschuldige mich dafür, dass sich die Kirche auf diese Art verhalten und damit Menschen verletzt hat", sagte Sigurðardóttir. "Ich möchte klarstellen, dass mir das Leid tut." Der Staatskirche gehören zwei Drittel der 360.000 Einwohner zählenden isländischen Bevölkerung an.

LGBTI-Aktivisten begrüßten die Äußerung des Kirchenoberhaupts, forderten allerdings weitere Zugeständnisse. Þorbjörg Þorvaldsdóttir, die Chefin der LGBTI-Organisation Samtökin '78, erklärte etwa auf Facebook, dass man froh über die Entschuldigung sei. Allerdings hätten besonders bi- und pansexuelle Menschen unter der ablehnenden Haltung der Kirche gelitten. Hier gebe es noch wenig Bewegung: "Wir verdienen es, beteiligt zu werden, wenn unsere Rechte diskutiert werden."

Gott hjá henni, það var kominn tími til. Ég man vel eftir því þegar öll kjarnafjölskyldan mín skráði sig úr…

Gepostet von Þorbjörg Þorvaldsdóttir am Dienstag, 29. Oktober 2019
Facebook / Þorbjörg Þorvaldsdóttir

Island hatte 1940 Homosexualität legalisiert und bereits 1996 eingetragene Lebenspartnerschaften eingeführt. Trotz des Widerstands von Teilen der evangelischen Kirche öffnete das Parlament 2010 die Ehe für Schwule und Lesben ohne auch nur eine einzige Gegenstimme (queer.de berichtete). Premierministerin war damals Jóhanna Sigurðardóttir, die nicht nur die erste weibliche Regierungschefin des Landes war sondern auch die erste offen homosexuelle. (dk)



#1 Ralph
  • 01.11.2019, 10:59h
  • Ja, so geht sich das: Man gibt zu, Menschen verletzt zu haben. Normalerweise dürfen wir uns statt dessen die Formulierung anhören, man bedaure, dass Menschen sich verletzt gefühlt haben.
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