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"Religionsfreiheit"

Trump gestattet mehr LGBTI-Diskriminierung

Adoptionsagenturen und andere Organisationen, die Fördermittel des Bundes erhalten, dürfen künftig Homo- und Transsexuelle mit dem Segen Washingtons diskriminieren.


US-Präsident Donald Trump wird von LGBTI-Aktivisten derzeit oft kritisiert, weil seine Regierung immer mehr die Grundrechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten einschränkt (Bild: NBC)

Die Trump-Regierung hat am Freitag Adoptionsagenturen mit öffentlicher Förderung ausdrücklich erlaubt, sexuelle und geschlechtliche Minderheiten zu diskriminieren. Damit wird eine vom vorherigen Präsidenten Barack Obama 2014 eingeführte Regelung außer Kraft gesetzt. Laut "Washington Blade" betrifft die vom Gesundheitsministerium erlassene Neuregelung auch andere öffentlich geförderte Dienstleistungen wie Altenheime, Flüchtlingshilfe, Hilfe für Menschen mit HIV oder Obdachlosenprogramme. Die Änderungen traten sofort in Kraft.

Als Grund für die Abschaffung des Diskriminierungsschutzes nannte die Regierung die in der Verfassung verankerte Religionsfreiheit. Adoptionsagenturen und andere Organisationen dürfen demnach künftig auch Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften – etwa Muslime – offen diskriminieren. Verboten bleibt weiterhin Diskriminierung aufgrund anderer Merkmale wie des Geschlechts oder der "Rasse".

LGBTI-feindliche Organisationen hatten bereits seit Jahren für die Abschaffung des Diskriminierungsschutzes gekämpft. Die katholische Bischofskonferenz hatte etwa gedroht, sich ganz aus der Adoption zurückzuziehen, wenn sie auch verheiratete Homo-Paare berücksichtigen müsse. Freude auch bei der von Bürgerrechtlern als Hassgruppe eingestuften Lobbyorganisation Family Research Council (FRC): "Dank Präsident Trump können sich Wohltätigkeitsorganisationen jetzt um Kinder in Not kümmern und nach ihren religiösen Überzeugungen handeln. Die Realität ist, dass Kinder am besten in einem Zuhause mit einer Mutter und einem mit ihr verheirateten Vater aufgehoben sind", sagte HRC-Chef Tony Perkins.

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Scharfe Kritik von LGBTI-Organisationen

Queere Aktivisten zeigten sich dagegen entsetzt. "Kinder sollten nie davon abgehalten werden, in eine stabile und liebevolle Familie zu kommen", erklärte Sarah Kate Ellis, die Chefin der LGBTI-Organisation GLAAD. Studien hätten gezeigt, dass Kinder keinerlei Nachteile in einer Regenbogenfamilie hätten – ganz im Gegenteil. "Die Trump-Regierung hat wieder einmal zur Schau gestellt, dass sie die schrecklichen Anliegen der LGBTQ-Gegner über das Wohlergehen unserer Kinder stellt." Mara Kiesling vom National Center for Transgender Equality kritisierte, dass nun Steuergelder dafür ausgegeben würden, "Hass gegen die gefährdetsten Mitglieder der Gesellschaft" zu streuen.

Die Aktivisten verwiesen darauf, dass derzeit mehr als 120.000 Kinder in den USA auf eine Adoption warteten. Wenn nun Einzelpersonen oder Eheleute wegen ihrer sexuellen Orientierung ausgeschlossen werden würden, müssten mehr junge Menschen ihre Kindheit und Jugend in Kinderheimen verbringen.

Gegenwärtig debattiert der Supreme Court darüber, ob Homo- oder Transsexuelle auch durch die nationalen Antidiskriminierungsgesetze geschützt sind (queer.de berichtete). Die Trump-Regierung argumentiert, dass LGBTI rechtlich diskriminiert werden dürften, da nur so die Religionsfreiheit sichergestellt werden könne (queer.de berichtete). LGBTI-Aktivisten verweisen dagegen auf Parallelen zu den Sechzigerjahren, als Rassisten argumentiert hatten, dass die Bibel die Rassentrennung vorschreibe (demnach habe Gott in der Geschichte des Turmbaus zu Babel die "Rassen" aus gutem Grund getrennt).

Eine Entscheidung zu den vorliegenden Fällen wird im nächsten Jahr erwartet. Vor wenigen Tagen sorgten die beiden Höchstrichter Samuel Alito und Brett Kavanaugh für Schlagzeilen, weil sie Homo-Hassern eine Audienz gewährten, darunter auch Gerhard Ludwig Kardinal Müller und Gloria von Thurn und Taxis (queer.de berichtete). Insgesamt sind im Supreme Court nur neun jeweils auf Lebenszeit ernannte Richterinnen und Richter aktiv. (dk)



#1 FinnAnonym
  • 05.11.2019, 09:03h
  • Leute wie die werden das nie kapieren, weil sie es nicht mit Logik haben.

    Aber Diskriminierung (egal von wem) lässt sich niemals aus Freiheitsrechten (egal aus welchen) herleiten.

    Freiheitsrechte wie die Religionsfreiheit schützen vor Diskriminierung aufgrund der Religion. Aber sie geben nicht das Recht, andere zu diskriminieren, denn ansonsten würden die anderen ja ihre Freiheitsrechte verlieren und das wären einseitige Unterdrückerrechte des Stärkeren.

    Aber wie gesagt:
    dass das alleine schon logisch ein Widerspruch ist, kapieren solche Leute nicht...
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