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South Dakota/USA

Aus Homophobie zum Tode verurteilter Mörder soll jetzt hingerichtet werden

Vor 26 Jahren war ein schwuler Mann in der amerikanischen Provinz wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Wäre er heterosexuell gewesen, hätte er wohl "nur" lebenslänglich erhalten. Am Montag soll er sterben.


Charles Rhines wird nach dem Willen der Justiz in South Dakota voraussichtlich am Montagabend getötet werden

Zu Update springen: Rhines ist tot (5.11., 9.20 Uhr)

Der 63-jährige Charles Rhines soll am Montagnachmittag um 13.30 Uhr (CST) bzw. 20.30 Uhr (MEZ) in einem Gefängnis in Sioux Fall im US-Bundesstaat South Dakota per Todesspritze hingerichtet werden. Dabei hatten seine Anwälte jahrelang dafür gekämpft, das Todesurteil zu verhindern – nicht weil ihr Mandant unschuldig war, sondern weil er nur wegen seiner Homosexualität die Höchststrafe erhalten hatte.

Rhines hatte zugegeben, 1992 einen Donut-Laden in Rapid City ausgeraubt und dabei einen 22-jährigen gefesselten Angestellten brutal mit einem Messer ermordet zu haben. Allerdings gaben mehrere Juroren nach dem Verfahren zu, den Täter nur zu Tode verurteilt zu haben, weil er schwul war. Das geht unter anderem aus Gerichtsunterlagen und eidesstattlichen Versicherungen von Jury-Mitgliedern hervor.

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Jury machte sich Sorgen, dass schwuler Täter zu viel Spaß im Männergefängnis hat

Demnach sollen die Mitglieder der Jury wie besessen von der Homosexualität des Mörders gewesen sein – und ihn deswegen zum Tode verurteilt haben. Die meist aus dörflicher Umgebung stammenden Geschworenen hätten während ihrer Beratungszeit unter anderem den Richter befragt, ob Rhines von anderen männlichen Insassen getrennt wird oder ob er hinter Gittern "junge Männer" mit seinen Taten "beeindrucken" könne. Ein Jury-Mitglied sagte damals sogar, dass ein Schwuler, wenn er ins Männergefängnis gebracht werde, an einem Ort sei, "wo er gerne hin will". Ein anderer behauptete, dass einem schwulen Mörder nicht erlaubt werden dürfe, "sein Leben mit Männern" zu verbringen. Ein weiterer Geschworener erklärte in einem kürzlich abgegeben Statement über die Homosexualität des Täters: "Die Leute waren angeekelt. Das ist hier eine ländliche Gegend."


South Dakota ist so groß ist wie England und Schottland, hat aber gerade mal 880.000 Einwohner (Bild: TUBS / wikipedia)

Die Anwälte des Mörders hatten sich eigentlich Hoffnungen auf eine Umwandlung in einer lebenslange Haftstrafe ohne Chance auf vorzeitige Bewährung gemacht, weil der Supreme Court in einem anderen Fall entschieden hatte, dass Geschworene einen Angeklagten nicht aus rassistischen Motiven zum Tode verurteilen durften. Bei Homophobie legten sie aber offenbar eine andere Messlatte an und lehnte die Klage von Rhines kommentarlos ab.

Rhines, ein versteckt schwul lebender Armeeveteran, wäre die 20. Person, die seit 1887 auf Anordnung eines Gerichts in South Dakota getötet wird. Noch hoffen Rhines' Anwälte darauf, dass ein Gericht die Hinrichtung in letzter Minute doch noch stoppen wird. Die Chancen werden allerdings als gering eingeschätzt. (dk)

Direktlink | Für die Lokalnachrichten im bevölkerungsarmen Prärie-Staat sind Hinrichtungen große Events – Fragen, ob das willkürliche Töten von Gefängnisinsassen moralisch vertretbar ist, werden dabei so gut wie nie gestellt

 Update  5.11., 09.20 Uhr: Rhines ist tot

Charles Rhines wurde am Montagabend um 19.39 Uhr Ortszeit mit einer Giftspritze hingerichtet, nachdem drei Einsprüche vor dem Supreme Court in Washington, D.C. gescheitert waren. Die Höchstrichter wiesen alle Berufungsanträge kommentarlos ab. Einer seiner Anwälte sagte nach dem Tod des Verurteilten, es sei höchst ungerecht, Rhines das Leben zu nehmen, ohne Beweise für die Diskriminierung aufgrund seiner sexuellen Orientierung zu sichten.



#1 michael008
  • 04.11.2019, 13:32h
  • Ekelhafte Staatsbarbarei und hier auch noch aus noch niedereren Motiven als schon generell bei der Todesstrafe.
    Erschreckend ist auch besonders, dass selbst die entlarvenden Aussagen, die die Geschworenen zu Ihrem Urteil gemacht haben, keine Auswirkungen auf eine Möglichkeit der Umwandlung in eine lebenslange Freiheitsstrafe hatten.
    Ein äußerst irritierendes Rechtssystem.
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#2 NX-01Anonym
  • 04.11.2019, 13:40h
  • Ich warte nur auf einen Kommentar von dieser einen Tante die hier ständig kommentiert und die Todesstrafe verteidigt. Die kommentiert hier bei queer.de überall (hat ein unverwechselbares rundes Profilbild) und relativiert staatlichen Mord was das Zeug hält. Mir wird jetzt schon schlecht wenn ich daran denke... Ich höre es schon gedanklich: "Unter bestimmten Umständen ist die Todesstrafe gerechtfertigt, blabla...". Alter ey... Und es ist mir übrigens drecks-EGAL ob sie sie hier für gerechtfertigt hält oder nicht, einen Menschen in den Tot zu schicken IST. MORD!
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#3 remixbeb
#4 NX-01Anonym
  • 04.11.2019, 14:46h
  • Antwort auf #3 von remixbeb
  • Weiß ich nich... Aber "die anderen" werden zumindest seit den letzten 10 Jahren immer lauter und (was viel schlimmer ist) immer einflussreicher. Und zwar üüüberall auf der Welt. Fast egal welcher Kontinent und welches Land.

    überall...

    Konservativsein hat zur Zeit Hochkonjunktur.
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#5 michael008
#6 dellbronx51069Anonym
  • 04.11.2019, 18:01h
  • Das hat weniger etwas mit Konservatismus zu tun als viel mehr mit der Rückkehr des Fascho Kleinbürger Spiessers.
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#7 Albaboy
#8 Ralph
  • 04.11.2019, 18:25h
  • Es gibt eigentlich nur Argumente gegen und keines für die Todesstrafe, zumindest kein vernünftiges. Aber selbst den Befürwortern müsste klar sein, dass ein Todesurteil auch ergehen kann, nicht weil die Geschworenen die Tat bewerten, sondern weil sie neben der Sache liegende Animosität gegen den Täter hegen. Was schwarze Angeklagte angeht, ist das längst anerkannt.
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#9 michael008
  • 04.11.2019, 18:39h
  • Antwort auf #6 von dellbronx51069
  • Diesen "Fascho Kleinbürger Spiesser" hat es ununterbrochen gegeben.
    Nur jetzt hat der, auch gestützt von der Anwesenheit einer AfD in der deutschen Parteien- und Medienlandschaft, wieder Oberwasser.
    Im völligen Gegensatz zu der ständig postulierten Behauptung von der Beschränkung der freien Meinungsäußerung, kann er jetzt wieder sagen, was er die ganze Zeit gedacht hat.
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#10 DramaQueen24Profil
  • 05.11.2019, 01:13hBerlin
  • Der Typ ist ein Räuber und ein Mörder, der ohne Not einen Menschen getötet hat. Egal, ob schwul oder nicht, in den USA kann man dafür die Todesstrafe kriegen, was er wusste. Das die Jury aus Homophobie die Todesstrafe für ihn wollte, ist dabei unerheblich.
    Hör schon die Kommentare von TheDad und anderen. Aber so ist es nun einmal!
    Die Tat ist erwiesen, selbst der Verteidiger sagt, das sein Mandant schuldig ist.
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