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Tränenreiches Reality-TV

Rafi hat sein Coming-out in der RTL-Primetime

Am Dienstagabend strahlt der Kölner Privatsender die Folge des "Bachelor"-Ablegers aus, in der sich Rafi als schwul outet. Achtung: enthält Spoiler.


Rafi findet sich bei RTL selbst, nachdem er den harten Hetero-Machomacker spielte (Bild: TVNOW)

"Neue Männer braucht das Paradies" – so überschreibt die RTL-Presseabteilung die vierte Folge der zweiten Staffel von "Bachelor in Paradise". Und tatsächlich: Auf einer realitytauglichen Hetero-Balz-Insel in Thailand sorgt der 29-jährige Kölner Kandidat Rafi mit seinem Coming-out bereits vor dem Start der Serie für Schlagzeilen (queer.de berichtete).

In den ersten Folgen betont der gebürtige Syrer noch seine angebliche Heterosexualität. Doch dann nimmt ihn Mitkandidat Filip in der aktuellen vierten Episode, die RTL am Dienstagabend zur besten Sendezeit ausstrahlt, an die Seite. Filip konfrontiert Rafi damit, dass es Schwulengerüchte über ihn gebe – und dass Homosexualität kein Problem mehr sei: "Man soll sich dafür nicht schämen. Wir leben in Deutschland, wo das normal ist", so der Hamburger aufmunternd.


Filip (re.) sagt Rafi, dass Homosexualität nichts Schlimmes ist (Bild: TVNOW)

Am nächsten Abend fließen dann die Tränen bei Rafi – und er outet sich vor allen Mitkandidaten und den RTL-Kameras: "Ich habe akzeptiert, dass ich niemals mit einer Frau glücklich werden kann und dass ich auf Männer stehe." Er sei daher in der Show fehl am Platze. Rafi weiter: "In meiner Kultur wirst du dafür verachtet. Du hast die Ehre der Familie beschmutzt. Du wirst in radikal-muslimischen Ländern dafür ermordet. Oft von der eigenen Familie. Ich hatte bisher nie den Mut und die Stärke das zu sagen."


Die anderen Junggesellen unterstützen Rafi vor den Kameras (Bild: TVNOW)

Weiter gibt Rafi zu, dass er 2018 am Format "Bachelorette" teilgenommen habe, um seine Homosexualität zu verstecken. Er habe gedacht: "Wenn ich bei einem Dating-Format mitmache, kommt gar keiner drauf, was eigentlich los ist."

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Bei seinem Auftritt in der "Bachelorette" hatte sich Rafi letztes Jahr noch bis zum Abwinken als Macho inszeniert. So zeigte er den ersten Schmatzer der Staffel: Sein Schulterkuss, mit dem er um die Gunst von Bachelorette Nadine Klein warb, war binnen kürzester Zeit großes Thema in den Boulevardmedien. Rafi hatte sich damals – welch Klischee – eine spontane und abenteuerlustige Frau gewünscht, die Kinder liebt und treu ist.

Die Coming-out-Folge wird am Dienstagabend um 20.15 Uhr bei RTL gezeigt. Sie ist bereits jetzt (gebührenpflichtig) beim Streamingportal TVNOW erhältlich. (dk)

Twitter / RTLde



#1 Leon 4Anonym
  • 05.11.2019, 11:02h
  • Gab's ner erst vor nem Jahr oder so so nen ähnlichen Storyverlauf bei irgend ner asiatischen (?) Bachelor-Version? War da aber glaub ne Frau die sich da "plötzlich geoutet" hat... Quoten scheinen wohl gestimmt zu haben!

    Aber gut, solche Sendungen wollen unterhalten und so ne Storyline passt einfach nur zu gut... Und wenn die Gay Version von der Show ne zweite Staffel bekommt haben se schon n verhältnismäßig bekanntes Gesicht am Start!

    Hach, meine trash Affinität ist geweckt, vllt lug ich da heut abend doch mal rein, schon allein um zu sehen welchen abgehangenen poptrack des Soundteam als Untermalung gewählt hat!
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#2 LotiAnonym
#3 Leon 4Anonym
#4 PublicAnonym
  • 05.11.2019, 16:41h
  • In einer Zeitung wird sich gefragt warum er als Schwuler überhaupt teilnimmt.
    Die Antwort liegt auf der Hand: Aus dem gleichen Grund wie die Heteros...gesehen werden wollen, Selbstinszenierung und Aufmerksamkeitsdefizit. Das es in diesen Sendungen nicht um ernsthafte Verkuppelung oder gar echte Liebe geht ist wohl auch den dümmsten Kandidaten klar.
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#5 DominikAnonym
  • 05.11.2019, 17:12h
  • Antwort auf #4 von Public
  • Jetzt raubst du mir aber wirklich das letzte Stück Hoffnung.

    ... und ich dachte immer, wer die wahre Liebe sucht und die ganze Republik daran teilhaben lässt, der müsse ein wahrlich großes Herz haben; der sei beseelt von den edelsten, uneigennützigsten Motiven, die sich unsereins gar nicht vorstellen kann.

    Und jetzt kommst du und sagst, das alles sei möglicherweise doch ein wenig anders... Gemein!
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#6 Leon 4Anonym
  • 05.11.2019, 17:27h
  • Antwort auf #5 von Dominik
  • Super gemein! Seit Jahren schick ich Mann um Mann ins Exil weil... Also, wie groß kann die Liebe schon sein wenn der Kerl nicht mal n Kamerateam engagiert wenn man sich trifft! Und jetzt kommt der dude und meint man könne eine Beziehung auch ohne instagram-Kommentar-navigation führen?? Klar, und als nächstes ignorieren wir die likes unter dem täglichen Pärchenbild anhand derer wir die zukunftsfähigkeit der Beziehung ablesen können!

    Gemeiner dude ey!
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#7 DominikAnonym
#8 TechnikerAnonym
#9 FremdeWeltAnonym
  • 05.11.2019, 18:38h
  • Kenne noch Isegrim, aber wer Instagram sein mag. Oh Mann, zu lange weg gewesen.

    Dass das für ihn als Syrer irre schwer gewesen sein dürfte, ist nachvollziehbar. Vielleicht ist das aber auch ein Berechnungstrick der TV-Showmacher.

    Wenn eine Gay-Version von dem Format gibt, könnte sich da Jemand als Heterosexueller outen. Der dann daran Teil nimmt, weil er Angst hat, seine schwulen Freunde könnten ihn lynchen.

    Weiter mit dem Dreh-Buch...
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#10 WadimAnonym
  • 05.11.2019, 19:13h
  • So viel Spot ernt RTL von uns!

    Ja, mag sein, die Geschichte wurde inszeniert.

    Aber GUT so.

    Das normalisiert LGBTI in der Gesellschaft, die sonst wenig damit in Berührung kommt und schafft Normalität.

    Oder hat Ihr vergessen, dass die AfD uns unsichtbar machen will?

    Bravo RTL!

    Respekt dem mutigen Mann:

    "In meiner Kultur wirst du dafür verachtet. Du hast die Ehre der Familie beschmutzt. Du wirst in radikal-muslimischen Ländern dafür ermordet. Oft von der eigenen Familie."
    STERN: im Gespräch mit "RTL.de" erzählt Rafi, dass sich seit dem Outing viel für ihn verändert hat - leider nicht alles zum Guten. Ein Bruder habe den Kontakt zu ihm abgebrochen. "Meine Mutter meint, ich solle zu einem Heiler, weil sie immer noch die Hoffnung hat, dass es vielleicht eine Phase ist."
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