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Südkaukasus

Georgien: Kirche und Rechtsextreme wollen queere Filmpremiere verhindern

Das Drama "Als wir tanzten" von Levan Akin ist der erste LGBTI-Film, der in Georgien spielt. Homo-Hasser wollten die Premiere am Freitag in der Hauptstadt Tiflis sabotieren.


"Als wir tanzten" erzählt die Geschichte einer schwulen Liebe an der Akademie des Georgischen Nationalballetts (Bild: Edition Salzgeber)

An diesem Freitag soll in Georgien das Drama "Als wir tanzten" von Levan Akin über einen schwulen georgischen Tänzer erstmals gezeigt werden. Rechtsextreme Gruppen und die Orthodoxe Kirche des Landes wollen die Veranstaltung sabotieren.

In "Als wir tanzten", dem offiziellen Oscar-Kandidaten Schwedens, erzählt der Regisseur und Drehbuchautor Levan Akin von Merab, einem Studenten an der Akademie des Georgischen Nationalballetts in Tiflis, dessen größter Traum es ist, professioneller Tänzer zu werden. Als ein neuer Schüler in die Klasse kommt, fühlt sich Merab bald zu diesem hingezogen. Das Umfeld der Schule ist jedoch äußerst konservativ und homophob – weshalb die beiden jungen Männer ihre Liebe geheim halten müssen.

Zuschauer*innen sollen vom Eintritt abgehalten werden

Akin, der in Schweden aufwuchs und dessen Eltern aus Georgien stammen, meldet sich nun bezüglich der georgischen Premiere von "Als wir tanzten" via Instagram zu Wort. Einige rechtsextreme Gruppen sowie die Georgische Orthodoxe Kirche würden den Film verurteilen – und planten, die Leute am kommenden Freitag vom Eintritt in den Kinosaal abzuhalten. "Es ist absurd, dass Leute, die Tickets gekauft haben, Mut aufbringen und riskieren müssen, belästigt oder gar angegriffen zu werden, nur weil sie den Film sehen wollen."

Akin schreibt auf Instagram, er habe den Film aus Liebe und Mitgefühl gemacht. Es sei ein Liebesbrief an Georgien und an seine eigenen georgischen Wurzeln. Der Vorfall zeige, wie wichtig es in diesen dunklen Zeiten sei, sich gegen den Hass zu erheben.

Premieren-Tickets in wenigen Minuten ausverkauft

"Als wir tanzten" ist der erste LGBTI-Film, der in Georgien spielt. Wie das US-Filmportal IndieWire berichtet, waren alle 5.000 Tickets für die Screenings in Tiflis innerhalb von 13 Minuten ausverkauft, was die Website des Kinos vorübergehend lahmgelegt habe. IndieWire zitiert den Kirchenrepräsentanten Andrew Jagmaidgze, der in der Geschichte des Films über die Liebe eines schwulen Paares einen Versuch sieht, georgische und christliche Werte zu unterlaufen.

In Schweden, Finnland und Norwegen ist "Als wir tanzten" bereits regulär angelaufen und war ein Hit bei Kritik und Publikum. In Deutschland feierte der Film Ende August seine ausverkaufte Premiere auf dem queerfilmfestival in Berlin, München und Stuttgart. Im März 2020 soll er im Verleih der Edition Salzgeber deutschlandweit im Kino anlaufen. (cw)



#1 PetterAnonym
  • 06.11.2019, 12:59h
  • Freiheitsrechte waren solchen Leuten schon immer ein Graus, denn sie gefährden deren totalitäres Weltbild.
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#2 TimonAnonym
  • 06.11.2019, 13:54h
  • Wer den Film nicht mag, soll ihn einfach nicht gucken. So einfach ist das.

    Aber wieso maßen sich solche Leute immer an, auch anderen vorschreiben zu wollen, was sie sehen dürfen und was nicht.
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#3 GerritAnonym
#4 Ralph
  • 06.11.2019, 14:57h
  • Christliche und georgische Werte... Womit der Ruf nach Zensur und der Kampf gegen die Freiheit der Kunst sowie gegen eine vielfältige Gesellschaft legitimiert wird, das kann kein Wert sein, sondern nur ein Unwert.
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#5 DramaQueen24Profil
  • 07.11.2019, 03:28hBerlin
  • Religionen und Nazis gehen wieder einmal eine unheilige Allianz ein, gegen den gemeinsamen "Feind" Homosexualität.
    Will Georgien nicht mehr in die EU? Dann macht nur weiter so!
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