Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34831

Beschluss

Kabinett winkt Reform der Stiefkindadoption durch

Auch unverheiratete Paare – sowohl homo- als auch heterosexuelle – sollen nach dem Willen des Bundeskabinetts die Möglichkeit der Stiefkindadoption bekommen.


Die Bundesregierung startet nach Druck aus Karlsruhe eine neue Refomrunde (Bild: miapowterr / pixabay)

Unverheiratete Paare sollen ebenso wie Eheleute künftig das Recht haben, dass ein Partner das Kind des anderen adoptiert. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch den Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) zur so genannten Stiefkindadoption. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen eheähnlich in einem gemeinsamen Haushalt vier Jahre zusammengelebt haben. Das Bundeskabinett brachte zudem ein weiteres Gesetz auf den Weg, das mehr Hilfen für alle Adoptivfamilien vorsieht.

Bislang gibt es die Möglichkeit der Stiefkindadoption nur für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften. Mit dem neuen Gesetz wird eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom März dieses Jahres umgesetzt.

Die Karlsruher Richter hatten es als Verstoß gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgebot bewertet, dass die Stiefkindadoption in nichtehelichen Familien bislang nicht möglich ist. Die betroffenen Kinder sollten zwei rechtliche Elternteile in der Familie haben, in der sie tatsächlich leben, erklärte Lambrecht zur Begründung ihres Gesetzentwurfs.

Ein weiterer vom Bundeskabinett gebilligter Gesetzentwurf sieht mehr Beratung und Unterstützung des Staates für alle Familien mit Adoptivkindern vor. Durch das Adoptionshilfe-Gesetz von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) soll ein Rechtsanspruch auf Beratung vor, während und nach einer Adoption geschaffen werden, und zwar für das Kind ebenso wie die Adoptiv- und Herkunftsfamilien.

Gesetz soll offenen Umgang mit Thema Adoption fördern

Der Gesetzentwurf soll außerdem zu einem offenen Umgang mit dem Thema Adoption beitragen: Die bundesweit 400 Vermittlungsstellen sollen die Adoptiveltern ermutigen, ihr Kind altersgerecht über die Tatsache der Adoption aufzuklären. Der Kontakt mit der Herkunftsfamilie soll so gestaltet werden, dass er dem Wohl des Kindes dient. Die Adoptionsvermittlungsstellen erhalten einen konkreten Katalog, der Klarheit über ihre Aufgaben schafft.

Zudem sollen Auslandsadoptionen künftig in jedem Fall durch eine Adoptionsvermittlungsstelle begleitet werden, damit die zukünftigen Eltern besser auf die vor ihnen liegenden Herausforderungen vorbereitet sind und die Interessen der Kinder ausreichend berücksichtigt werden.

Verheiratete homosexuelle Paare sind seit Öffnung der Ehe 2017 im Adoptionsrecht verheirateten Hetero-Paaren gleichgestellt. Zuvor waren Homo-Paare diskriminiert worden: Nicht einmal die Stiefkindadoption in eingetragenen Lebenspartnerschaften war in den ersten Jahren des neuen Rechtsinstituts möglich. Verpartnerte Lesben und Schwule konnten erst seit 2005, also vier Jahre nach Inkrafttreten des Lebenspartnerschaftsgesetzes, leibliche Kinder ihrer Partnerin bzw. ihres Partners adoptieren.

Vor sechs Jahren erklärte das Bundesverfassungsgericht das Verbot der Stiefkindadoption adoptierter Kinder des gleichgeschlechtlichen Partners (Sukzessivadoption) für verfassungswidrig (queer.de berichtete). Der Bundestag brauchte dann über ein Jahr Zeit, die diskriminierende Regelung zu ändern (queer.de berichtete). (AFP/cw)



#1 PetterAnonym
  • 06.11.2019, 16:47h
  • Und wann wird endlich das Abstammungsrecht reformiert, das nach wie vor lesbische Familien gegenüber schwulen und heterosexuellen Familien diskriminiert?!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LisaAnonym
  • 06.11.2019, 20:26h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Es ist schön zu lesen das es doch nicht allen unbetroffenen am A... Vorbei geht.
    Ich persönlich finde es auch längst überfällig, for allem da ich persönlich ohnehin sagen würde das Eltern und Erzeuger nicht immer das selbe ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 TschuulieAnonym
  • 07.11.2019, 10:15h
  • "Verheiratete homosexuelle Paare sind seit Öffnung der Ehe 2017 im Adoptionsrecht verheirateten Hetero-Paaren gleichgestellt." ??? Nein, sind sie nicht!!! Ein verheirateteter Hetero-Mann wird automatisch auch rechtlich Vater des Kindes seiner Frau. Auch wenn er zeugungsunfähig ist und das Kind mittels fremder Samenspende gezeugt wurde. Als lesbische Co-Mutter muss ich bei den exakt gleichen Voraussetzungen das Kind erst adoptieren. Und dazu mit Einkommensnachweisen, Gesundheitszeugnissen, Führungszeugnissen, Hausbesuchen des Jugendamtes, Lebensberichten für das Jugendamtes in dem intime Details des eigenen Lebens abgefragt werden und mit Fragebögen, bei denen sich noch nicht mal die Mühe gemacht wird, diese der Situation anzupassen, meine Eignung als Muter nachweisen und ein Verfahren hinter mich bringen, das gelinde gesagt respektlos und eine Frechheit ist. Eigentlcih müsste man vors Verfassungsgericht und gegen diese Diskriminierung zu klagen. Aber leider fehlt mir der finanzielle Hintergrund um dafür jahrelang Anwaltskosten zu tragen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 SoSoAnonym
#5 Patroklos