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14 Monologe

Ein rastloses schwules Leben

In Andreas Jungwirths Roman "Wir haben keinen Kontakt mehr" verschlägt es den Protagonisten David von einer Stadt in die nächste, von Universitäten bis zu den verruchtesten Darkrooms und wieder zurück.

  • 7. November 2019, 07:46h, noch kein Kommentar

"Wir haben keinen Kontakt mehr" von Andreas Jungwirth ist bei Edition Atelier erschienen

"David? David saß auf der Treppe zur Galerie des Audimax, nicht in diesem Traum, den ich vor drei Tagen gehabt habe, in Wirklichkeit …"

Sandra ist nicht die Einzige, deren Lebensweg sich mit dem von David einmal gekreuzt hat. Bernd erinnert sich gut an die gemeinsame Kindheit, und Matthias spürt noch heute die Begierde und das Knistern zwischen den beiden. In dieser Nacht mit Matthias, dem jungen Pianisten aus Wien, hätte es zur ersten sexuellen Erfahrung mit einem Mann kommen können, doch damals war David noch nicht bereit dazu …

"Wir haben keinen Kontakt mehr" zeigt einen rastlosen jungen Mann in verschiedenen Lebensphasen und -stationen. David verschlägt es von einer Stadt in die nächste, von Universitäten bis zu den verruchtesten Darkrooms und wieder zurück. Wir begegnen David als jungem Raufbold auf dem Land, als Zoologie-Student in Wien, mal ist er in Berlin oder Leipzig zu Hause.

Oberflächliche Beziehungen ohne Angst vor Verletzung


Autor Andreas Jungwirth lebt nach langer Zeit in Berlin wieder in Wien (Bild: Jorghi Poll/Edition Atelier)

In 14 Monologen zeichnet Andreas Jungwirth das Leben seines "stummen" Protagonisten David nach. Freunde, Bekannte, Liebhaber erzählen von ihren Begegnungen mit ihm. Nach und nach formt sich so ein vielschichtiges, manchmal widersprüchliches Bild eines Mannes, der rastlos durchs Leben treibt, sich in oberflächliche Beziehungen stürzt, um sich nicht mit seiner Verletzlichkeit auseinandersetzen zu müssen, und dessen selbstzerstörerische Ader und Gewaltausbrüche lange unentdeckt bleiben – denn erst nach und nach offenbart sich, was in David unter der vermeintlich so zwangsfreien Oberfläche brodelt.

Andreas Jungwirth lässt in "Wir haben keinen Kontakt mehr" eine Vielzahl von Stimmen zu Wort kommen und zeigt ein sensibles Porträt einer rastlosen Generation, in der die Vorstellung von "freier Liebe" immer wieder zum Problem und Gewalt häufig verheimlicht wird. Eine Leseprobe gibt es hier.

Der Autor, 1967 in Linz geboren, lebt nach langer Zeit in Berlin wieder in Wien. Er studierte in Wien Germanistik und Theaterwissenschaft sowie am Konservatorium Schauspiel. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit (Theater, Hörspiel) unterrichtete Andreas Jungwirth am Schauspielhaus Wien, wo er u.a. das "Hörspielhaus" gründete. Bisher sind von ihm die Jugendromane "Kein einziges Wort" (2014, Ravensburger Buchverlag) und "Schwebezustand" (2017, CBT) erschienen. (cw/pm)

Infos zum Buch

Andreas Jungwirth: Wir haben keinen Kontakt mehr. Erzählung. 11,5 x 18,5 cm. 80 Seiten. Edition Atelier. Wien 2019. Gebunden mit Schutzumschlag: 14,00 € (ISBN 978-3-99065-016-5), E-Book: 10,99 € (ISBN 978-3-99065-020-2)