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"Sofortige Verlegung" gefordert

München: Transfrau in Männergefängnis untergebracht

Eine Transfrau sitzt seit einem halben Jahr in einem Männergefängnis in Einzelhaft. Das sei "nicht hinnehmbare Diskriminierung", kritisiert eine Grünenpolitikerin.


Der Prozess gegen Diana O. hat inzwischen begonnen, nachdem sie sechs Monate lang im Männergefängnis verbringen musste (Bild: Emmanuel Huybrechts / flickr)

Die Unterbringung einer trans Frau im Männergefängnis von München-Stadelheim hat zu Kritik geführt. "Das ist eine nicht hinnehmbare Diskriminierung", erklärte am Donnerstag die bayerische Landtagsabgeordnete Tessa Ganserer (Grüne), die sich vor knapp einem Jahr als trans geoutet hatte (queer.de berichtete). "Ich werde den Justizminister damit persönlich konfrontieren und auf eine sofortige Verlegung drängen."

Twitter / GansGruen

Auch der Anwalt der 45-jährigen Diana O., deren Prozess diese Woche begonnen hat, zeigte sich gegenüber der "tz" bestürzt über die Unterbringung: "Wo ist denn die große Toleranz gegenüber Transmenschen, die in Deutschland ständig gepredigt wird?"

Diana O. sitzt bereits seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Ihr wird ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen, nachdem die Polizei in ihrem Auto fünf Gramm eines weißen Pulvers, vermutlich Kokain, gefunden hatte.

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Begründung für Unterbringung: Zu wenig OPs

Die Gefangene ist zwar offiziell in ihren Papieren als Frau anerkannt. Weil sie aber geschlechtsanpassende Operationen im Unterleib nicht vollzogen hat, wurde ihr der Zugang ins Frauengefängnis verwehrt. Die "Bild"-Zeitung schrieb über den "irren Knast-Streit" zusammenfassend, Diana O. könne nicht ins Frauengefängnis, "weil sie im Stehen pinkeln kann".

Im Männergefängnis wird sie isoliert von den anderen Gefangenen. So sitzt sie in einer Einzelzelle. Diese Maßnahme soll sie vor Übergriffen durch männliche Insassen schützen.

Ihr Anwalt kämpft nun für den Freispruch der Angeklagten. Er wirft der Polizei eine "rechtswidrige Verhaftung" vor. Die Beamten hatten etwa 31.000 Euro in einer Hausdurchsuchung sichergestellt, die laut Anwalt ohne richterlichen Beschluss durchgeführt worden war. Die Beamten vermuten, dass es sich dabei um Drogengeld handelte. Allerdings argumentiert der Anwalt der Angeklagten, dass sie sich das Geld angespart habe, um sich geschlechtsanpassende Operationen leisten zu können – genau für die Operationen, die es ihr auch in Bayern erlauben würde, in ein Frauengefängnis zu kommen. (dk)



#1 Bazi-WatchAnonym
  • 07.11.2019, 13:08h
  • Der stramm katholisch-christliche Möchtegernstaat scheint ja eine erzkonservative Bastion zu sein, offenbar auch im selbst ernannt "freien" München.

    Ist diese Lage auf andere Bundesländer übertragbar? Weiß jemand, wie woanders in Deutschland die Unterbringung geregelt würde?
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#2 AltoAnonym
  • 07.11.2019, 13:21h
  • "Wo ist denn die große Toleranz gegenüber Transmenschen, die in Deutschland ständig gepredigt wird?"

    Hält sich bei Kriminellen vermutlich in Grenzen. Ich bin mir auch sicher, dass bei einer Verlegung, die Frauen im Frauenknast mit dem Stehpinkler auch so einige Probleme hätten. Vielleicht wäre es sinnvoll, ein kleines geschlechtsneutrales Gefängnis zu bauen.
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#3 HypocriteAnonym
#4 HyenadykeProfil
  • 07.11.2019, 14:29hKöln
  • Antwort auf #2 von Alto
  • Tatsächlich, die große Toleranz gegenüber trans Menschen ist auch hier im Forum oft nichts anderes als ein Lippenbekenntnis.
    Wobei ich Dir zugestehen muss, dass Du nie Toleranz gegenüber Trans* geheuchelt hast - da ist immer klar, welche Meinung dahinter steckt.

    Und in einem Rechtsstaat (nicht Rechts-Staat!) hat es völlig egal zu sein, ob irgendwer "kriminell" ist oder nicht, um Menschenrechte zugesprochen zu bekommen.
    Welchen Teil von "von Geburt an und unveräußerlich" hast Du nicht verstanden?

    Die Frau ist vom Staat als Frau anerkannt (Mensch, wie bescheuert sich das anhört; als ob irgendwer das besser beurteilen könnte, als jede*r selbst!) und trotzdem weigern sich einige Beamt*innen, sie dementsprechend unterzubringen?!

    Es ist Absurd und in keiner Weise sinnvoll, extra Gefängnisse für Frauen zu errichten, wenn es schon Frauengefängnisse gibt.
    Aber es ist immer sinnvoll, notorischen Transphobikern energisch zu widersprechen.
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#5 Ralph
  • 07.11.2019, 14:36h
  • Wenn die Personenstandsdokumente diesen Menschen als Frau ausweisen, dann ist es eine Frau. Folglich muss sie in einem Frauengefängnis untergebracht werden. Ich kann nachvollziehen, dass es in einem Männer- wie in einem Frauengefängnis Schwierigkeiten geben wird. Aber offenbar hat der Staat ja schon über die Geschlechtszugehörigkeit entschieden. Dann muss er sich aber auch selbst daran halten.
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#6 PetterAnonym
  • 07.11.2019, 14:45h
  • Das zeigt wieder mal die Arroganz, mit der man gegenüber Transgeschlechtlichkeit umgeht.
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#7 niccinicciAnonym
  • 07.11.2019, 19:34h
  • ach gottchen, im land der alkis, die mittags schon mit bier anfangen, regt man sich über 5 gramm schnee auf. dümmer gehts nimmer, heuchlerische welt.
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#8 TheDadProfil
  • 07.11.2019, 22:03hHannover
  • ""Diana O. sitzt bereits seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Ihr wird ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen, nachdem die Polizei in ihrem Auto fünf Gramm eines weißen Pulvers, vermutlich Kokain, gefunden hatte.""..

    Äh ?
    Man weiß also nach 6 Monaten immer noch nicht ob es sich um Kokain, oder irgendeine anderen "weiße Substanz" handelt ?

    Ahhhjaa..

    ""Diana O. könne nicht ins Frauengefängnis, "weil sie im Stehen pinkeln kann".""..

    Das können andere Frauen auch..

    Ich weiß bloß nicht, wie das dann nachher dort aussieht..

    Übrigens KÖNNEN Männer auch im Sitzen pinkeln..

    Wie absurd doch solche Begründungen daherkommen..

    Ansonsten ist aber eigentlich gegen eine "Gemisch-Geschlechtliche Unterbringung" gar nichts einzuwenden, denn Untersuchungs-Häftlinge sitzen zumeist in einem "Einzel-Haftraum"..

    Die Frage aller Fragen lautet dann aber immer noch, wieso eigentlich die "Ermittlungen zu ein paar Gramm einer weißen Substanz" sich so lange hinziehen, und wieso nicht SOFORT Haftbeschwerde eingelegt wurde ?

    Denn anderes ließ sich ja auch noch nicht nachweisen..

    Die inzwischen verbüßte Zeit der Untersuchungshaft wiegt das mögliche Strafmaß "für ein paar Gramm" bei einer bisher offenbar unbescholtenen Person doch längst auf..

    Aber ist halt München..
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#9 TheDadProfil
  • 07.11.2019, 22:08hHannover
  • Antwort auf #2 von Alto
  • ""Hält sich bei Kriminellen vermutlich in Grenzen. Ich bin mir auch sicher, dass bei einer Verlegung, die Frauen im Frauenknast mit dem Stehpinkler auch so einige Probleme hätten.""..

    Äh ?

    Menschen in Untersuchungshaft sind keine "Kriminellen" da noch nicht rechtskräftig verurteilt !

    Frauen auch dann noch keine "Stehpinkler", selbst dann nicht, wenn die Justiz das als "Annahme" fern jeder Realität in den Raum stellt !

    Dann gibt es in Frauen-Gefängnissen keine Pissoirs an den Wänden..

    Welche der Mitgefangenen sollte sich also durch einen "Anblick" den sie nicht zu Gesicht bekommt, dann "gestört" fühlen ?
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#10 LillyComptonAnonym
  • 07.11.2019, 23:00h
  • Antwort auf #5 von Ralph
  • Der Staat hat das nicht entschieden sondern ein Amtsgericht. Und zwar rechtskräftig wenn die Papiere schon geändert sind.

    Das heißt nicht das sich Staatsbeamte an das Gesetz und die Urteile halten.

    Die drei Säulen usw.

    @Alto "Der Stehpinkler" ist falsch. Es heißt "die Gefangene".

    Ich muss allerdings auch zugeben das queer.de hier eine sehr diskriminierungstolerante Politik betreibt.
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