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"Stern"-Interview

Roland Emmerich: Chancen auf selbstverständlich schwule Superhelden gering

Der schwäbische Regisseur lobt Hollywood als sehr liberal, gleichzeitig erklärt er, dass Hollywood-Stars ihre Homosexualität weiter verstecken.


Roland Emmerich hat mit seinem Filmen für Milliardenumsätze in Hollywood gesorgt

Der Blockbuster-Lieferant Roland Emmerich hat in einem Interview mit dem "Stern" in Frage gestellt, ob es bald "ganz selbstverständlich offene homosexuelle Hauptfiguren in Blockbustern oder einen schwulen Superhelden" geben wird. "Ich weiß es nicht. Ich glaube aber, dass die Chancen dafür ziemlich gering stehen", so Emmerich, der dabei offenbar auch auf Absatzmärkte wie China oder Russland blickt. "Es ist ein globales Geschäft. Filme, die für 200 Millionen Dollar produziert wurden, müssen auch in Ländern funktionieren, in denen Homosexualität weiterhin tabuisiert wird", erklärte der 63-Jährige.

Aber auch anderswo könne das Publikum möglicherweise ein Coming-out bestrafen: "Pubertierende Jungs tun sich auch eher schwer damit, wenn ihr Lieblings-Actionstar verkündet, dass er auf Männer steht", so der Regisseur von Blockbustern wie "Independence Day", "Godzilla", "The Day After Tomorrow" und "2012".

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"Es gibt natürlich Hollywood-Stars, die auf Männer stehen"

Emmerich erklärte auch, dass es noch immer schwule Hollywood-Stars vorziehen würden, versteckt zu leben: "Ich werde jetzt sicher niemanden outen. Aber natürlich gibt es ein paar Hollywood-Stars, die auf Männer stehen." Innerhalb der Branche wüssten das "fast alle". Es sei aber schwierig, nach einer langen Karriere ein Coming-out zu haben, "wenn man der Öffentlichkeit über Jahrzehnte etwas vorgespielt hat".

Sein eigenes Coming-out bezeichnete der Starregisseur, der 2017 seinen Freund geheiratet hatte, als befreiend: "Seit meinem Coming-out bin ich ein glücklicherer Mensch! Davor ging es mir nicht so gut. Ich möchte frei leben und der Welt ganz offen zeigen können, wen ich liebe", sagte er.

Am Anfang seiner Karriere habe er seine Homosexualität aktiv versteckt, weil ihm das damals "im Science-Fiction und Action-Genre, in dem ich den Erfolg gesucht habe, eher im Wege gestanden hätte". In den letzten Jahrzehnten habe sich aber viel getan. Hollywood sei heutzutage "eine der aufgeschlossensten und liberalsten" Filmindustrien der Welt.

Derzeit läuft in den deutschen Kinos der 100 Millionen Dollar teure Emmerich-Kriegsfilm "Midway – Für die Freiheit" an. In dem Film spielt neben Woody Harrelson, Nick Jonas und Darren Criss auch der offen schwule Brite Luke Evans mit. Der 40-Jährige stellt den amerikanischen Lieutenant Commander Wade McClusky dar, der bei der Schlacht von Midway 1942 zum Erfolg der US-Truppen über das imperiale Japan beitrug. Laut Emmerich gebe es "kaum jemanden, der männlicher aussieht als Luke Evans und somit auch mit dem Klischeebild eines Schwulen bricht, das bis heute leider immer noch zu viele im Kopf haben". Sein Coming-out habe ihm aber womöglich geschadet, da er "nicht als Leading Man besetzt [wird], der Frauenträume bedient". (dk)

Direktlink | "Midway – Für die Freiheit" ist ein bombastisch inszenierter Actionfilm – also typisch für Roland Emmerich



#1 Leon 4Anonym
  • 07.11.2019, 17:05h
  • Sowohl Thor 4 als auch The Eternals haben jeweils n lesbischen Charakter im Hauptcast und es wird aktuell gemunkelt das dc bei dem green lantern reboot die multiverse schiene fahren (so wie beim Animations Spiderman) wird! Und da in den comics der aktuelle Green Lantern eben schwul ist wird der da sicher auch auftauchen....?

    Und im TV gibt's ja mit batwoman derzeit auch ne queere figur....
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#2 Paula RoydAnonym
  • 07.11.2019, 17:56h
  • Antwort auf #1 von Leon 4
  • Nun ja, man sollte nicht vergessen, dass lesbische und schwule Charaktere gerade bei actionbetonten Filmen, die sich nach wie vor im Kern an ein männliches Publikum richten bzw. stark überwiegend von Männern konsumiert werden, unterschiedlich bewertet werden; körperlich attraktive lesbische Charaktere werden positiv beurteilt, weil sie auch für Heteromänner sexuell attraktiv sind und keine "Bedrohung" darstellen, schwule Männer hingegen - vor allem, wenn diese durch körperliche Bekundung von Zuneigung explizit erkennbar sind - lösen hingegen bei vielen Heteromännern oder vielleicht noch spezieller männlichen Heteroteenagern tendenziell Befangenheit aus. Es wäre außerdem nicht mehr ein weiterer Actionfilm, sondern "dieser schwule Actionfilm", was vor die Vermarktung auf dem Massenmarkt nicht unbedingt hilfreich wäre.

    Insofern ist das Auftauchen lesbischer Charaktere nicht zwingend als Zeichen für die bahnbrechend liberale Haltung des Publikums oder der Studios zu verstehen, sondern vielmehr als Ausdruck dafür, dass Heteromänner sich nicht an Lesben stören.
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#3 Leon 4Anonym
  • 07.11.2019, 18:50h
  • Antwort auf #2 von Paula Royd
  • Volle Zustimmung zu deinem Kommentar, gerade im Bezug auf den "klassischen" Actionfilm, aber auch hier wird es langsam diverser... Und gerade im Superheldenbereich hat sich (nach meinem empfinden!!!) die Zielgruppe schon geöffnet, zumindest hat ein avengers oder ein thor ein weitaus gemischteres Publikum als ein Rambo oder Expendables (und gerade Thor ist ja unter Garantie auch wegen der Attraktivität des Schauspielers gecastet wurden)....

    Und vor allem darf man bei der Entwicklung nicht vergessen: Kevin Feige ist zwar seit 2007/2008 marvel studios Präsident, aber bis 2015 immer noch Perlman unterstellt war, der aktiv gegen Umsetzungen ala Black Panther, Captain Marcel etc war, da diese kein Spielzeug verkaufen würden.... Nachdem Kevin Feige 2015 "alleine" entscheiden durfte hat er oben genannte Filme noch in die marvel phase 4 integriert! Mit der Übernahme durch Disney haben diese Feige jetzt noch mehr kreative Freiheiten eingeräumt!

    Disney macht kleine Schritte, ja, dennoch werden die Feige, der das erfolgreichste Filmuniversum aller Zeiten erschaffen hat, mit Sicherheit nicht beschneiden!
    (und der chinesischen Zensur ist egal ob lesbisch oder schwul)...

    Ich gehe egtl fest davon aus dann in der 2020 startenden Phase 5 auch der erste schwule superhelden mal hallo sagen wird!

    Aber: ja, der superheldenfilm der den ersten schwulen Charakter im maincast haben wird, wird sicher ein Film der bei Marvel im unteren kostenbereich angesiedelt sein wird (was bei nem marvel film immer noch um die 100 Millionen sind), wenn du bestimmte Märkte nicht bedienen darfst musst du das eben in der Finanzierung berücksichtigen!

    (uuuuund nicht zu vergessen: die Jugend 2019 ist ne andere als 1999 und ne andere als 1979 etc.....)
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#4 Leon 4Anonym
  • 07.11.2019, 19:18h
  • Antwort auf #2 von Paula Royd
  • Eh, noch Nachtrag zu meinem viel zu langen Fanboy-Eintrag.... Gerade nochmal gegoogelt, aktuell weiß man nur das the Eternals ne queere figur im Hauptcast haben wird, wer ist allerdings noch unbekannt... In meinem Kopf war des aus was für Gründen direkt Angelina Jolie's Charakter, aber nope, noch unbekannt!
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#5 TheDadProfil
  • 07.11.2019, 22:29hHannover
  • Antwort auf #2 von Paula Royd
  • ""Nun ja,""..

    Nöö..

    "" "Es ist ein globales Geschäft. Filme, die für 200 Millionen Dollar produziert wurden, müssen auch in Ländern funktionieren, in denen Homosexualität weiterhin tabuisiert wird", erklärte der 63-Jährige.""..

    Hollywood produziert im Jahr etwa 200 Filme..

    Diese funktionieren dann auch nicht in jedem Fall global..

    In Indien werden pro Jahr 400 Filme produziert, die offenbar gänzlich ohne den Markt Europa und USA auskommen können, denn welcher der
    ""vielen Heteromännern oder vielleicht noch spezieller männlichen Heteroteenagern""
    (sind bei den Teenagern dann nicht auch Mädchen mit gemeint ?)
    interessiert sich wirklich für die Bollywood-Schnulzen ?

    Allein Hong Kong produziert um die 250 Filme pro Jahr, von denen es nur sehr wenige in Internationale Gefilde schaffen..

    Was alles zusammen die Behauptung widerlegt, es müsse "auf den Markt geachtet" werden..

    Denn Filme mit Queeren Helden erobern dann ganz andere Märkte, die bislang immer noch nicht ausreichend erobert wurden..
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Leon 4Anonym
  • 08.11.2019, 14:45h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Und wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten eines Filmes in Indien (sry aber die greenscreens sind meist so offensichtlich)!
    Wieviel wird staatlich subventioniert? Und vor allem... Wieviel Diversität gibt es denn in Bollywood?

    Und zu deiner Zielgruppe: ja, es gibt wohl weniger Teenies und Männer die sich Bollywoodfilme anschauen, aber diese sind eben NICHT die Zielgruppe wohingehend sie bei Comicfilmen eben definitiv zur Zielgruppe gehören.... Es fällt doch stark ins Gewicht ob eine Gruppe nicht auftaucht wenn sie gar nicht miteinkalkuliert war oder ob sie nicht auftaucht obwohl sie der Zielgruppe entsprechen....!
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#7 TheDadProfil
  • 08.11.2019, 23:12hHannover
  • Antwort auf #6 von Leon 4
  • ""Und wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten eines Filmes in Indien (sry aber die greenscreens sind meist so offensichtlich)!
    Wieviel wird staatlich subventioniert? Und vor allem... Wieviel Diversität gibt es denn in Bollywood? ""..

    Die beiden ersten Fragen richten sich an die Studios..
    Was dann ""greenscreens"" betrifft, so sind frühe Computer-Techniken von Hollywood kaum besser..

    Die Diversität ist dann eine Frage an die Gesellschaft Indiens, die was das Dritte Geschlecht angeht, deutlich früher deutlich weiter waren, was die Anerkenntnis betrifft, und so tauchen in etlichen Produktionen auch immer wieder solche Figuren auf..

    Es macht aber am Ende gar keinen echten Sinn solche Fragen auf dem Rücken der LGBTTIQ*-Menschen auszutragen, und zu behaupten, dafür gäbe es keinen Markt, bevor man nicht den Versuch gewagt, und dann nachweislich gescheitert ist..

    Denn einfach zu behaupten
    "das will dann keiner sehen"
    ist viel einfacher, als wenigstens zu versuchen das Gegenteil zu beweisen..

    ""Es fällt doch stark ins Gewicht ob eine Gruppe nicht auftaucht wenn sie gar nicht miteinkalkuliert war oder ob sie nicht auftaucht obwohl sie der Zielgruppe entsprechen....!""..

    Nun haben es ja gerade Comic-Verfilmungen aus dem Marvel-Universum mit einer realen alten Vorlage aus vergangenen Zeiten zu tun, in die dann nachträglich Queere Figuren eingefügt werden..
    Inwieweit das dann einer Zielgruppe entspricht die sich damit identifiziert, oder das auch einfach nur hinnimmt das es so ist, ist doch nicht abschließend geklärt..

    Und nehmen wir dann mal Star Trek zur Hand..
    Keine der Hauptfiguren wurde jemals als Queer dargestellt, das schafften erst neu geschaffene Neben-Figuren..
    Selbst Nr.1 nicht, der sich dereinst in eine Non-binäre Figur verliebte, und damit dann doch wohl selbst als Pan identifiziert werden müßte, und auch dann immer noch als Hetero dargestellt wurde, was einfach absurd ist..
    Aber selbst das hat den weltweiten Verkauf der Serie nicht beeinflusst.

    Meine Frage bezüglich der Zielgruppe richtete sich aber eigentlich auf den Punkt, erfahren wir beispielsweise über eine Figur wie Batwomen Heute einfach nur mehr als früher, oder wird sie als Queere Person dargestellt, weil das ein Trend ist, und sich gut verkaufen ließe, und wenn ja, wieso dann eigentlich nur Figuren in Comic-Verfilmungen ?

    Denn wenn man die inzwischen gewandelte Gesellschaft realistisch abbilden will, dann muß man die Sichtbarkeit Queerer Menschen in allen Filmen signifikant steigern, und sich nicht wirklich um Märkte scheeren..
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