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"Attitude"-Cover

Star aus "Sense 8" outet sich als schwul

In einem Interview mit dem queeren Magazin "Attitude" spricht der US-Schauspieler Brian J. Smith erstmals über seine Homosexualität – um anderen Mut zu machen.


Mit "Sense 8" wurde Smith bekannt (Bild: Netflix)

Der amerikanische Schauspieler Brian J. Smith, der weltweit vor allem als Polizist Will Gorski in der Netflix-Serie "Sense 8" bekannt wurde, hat sich in einem Interview mit dem britischen Magazin "Attitude" als schwul geoutet.

Wie die queere Publikation am Donnerstag in einer Vorabmeldung berichtete, spreche der Film-, TV- und Bühnenschauspieler unter anderem über seine Kindheit und Jugend in Texas. "Ich war verängstigt. In der Schule konnte ich mich nirgendwo zugehörig fühlen. Ich war weder ein Sportler noch ein Nerd."

Wie die meisten queeren Kids aus Kleinstädten habe er ein ausgeprägtes Bewusstsein dafür entwickelt, "anders" zu sein – und einsam: "An LGBTQ-Gruppen war nicht zu denken. Es gab absolut nichts. Ich war ganz allein. Ich musste mir alles anhören: 'Muschi', 'Schwuchtel'. Ich konnte nie so sein, wie ich bin. Ich musste mich ständig selbst überprüfen und sicherstellen, dass ich jemanden nicht zu lange ansah oder dass sich jemand unwohl fühlte."

Diese Vorsicht halle in einem immer noch nach, so Smith. Nur auf der Bühne habe er sich zur Schulzeit frei und sicher gefühlt, habe damals und später in seinen Rollen Aufmerksamkeit und Zustimmung bekommen.

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"Es war jetzt Zeit"

Smith stand "Attitude" auch für ein Fotoshooting zur Verfügung und ziert das Cover der Dezember-Ausgabe. Ein Bild davon verbreitete er am Donnerstag bei Instagram mit dem Hinweis: "Die Leute von @attitudemag haben sich gemeldet und ich wusste, dass es jetzt Zeit war. Ich hoffe, es gibt andere Leute da draußen wie mich (und nicht wie mich!), denen das etwas sagt. Nichts als Liebe! Jetzt lass uns feiern gehen."

In dem "Attitude"-Interview betonte der muskulöse Action-Star weiter, dass er sehr überrascht gewesen sei, wie liebend und fortschrittlich seine Eltern reagiert hätten, als er sich mit 30 bei ihnen outete. Würde er sich heute als Zehnjährigen treffen, würde er sich umarmen und betonen: "Es ist OK." Es habe damals nicht genug Leute gegeben, "die zu mir sagten: 'Du musst nicht jemand anderes sein, du musst nicht ändern, wer du bist'". Als Promi sagt er das nun Hunderttausenden.

Smith ist derzeit in dem multinationalen BBC-Epos "World On Fire" zu sehen; in der in Deutschland im RTL-Streamingportal TVNOW gezeigten Serie rund um den zweiten Weltkrieg spielt er einen schwulen amerikanischen Arzt im besetzten Paris. Bereits am Anfang seiner Karriere stellte er 2005 im Film "Hate Crime" den schwulen Sohn eines Hasspredigers dar. In den USA ist er derzeit auch in der TV-Serie "Treadstone" zu bewundern, einem Ableger der Jason-Bourne-Reihe. (cw)



#1 Carsten ACAnonym
  • 08.11.2019, 09:03h
  • Je mehr Menschen ganz offen und selbstverständlich mit ihrer Homosexualität umgehen, desto selbstverständlicher wird das Thema auch in der Gesellschaft und desto näher kommen wir dem Ziel, dass die Frage der sexuellen Orientierung irgendwann genauso egal ist, wie die Augenfarbe.

    Und gerade bei Promis kommt noch dazu, dass sie mit einem Outing noch ungleich mehr Menschen erreichen.
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#2 Julian SAnonym
  • 08.11.2019, 10:56h
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Ja, das ist auch gesellschaftlich wichtig.

    Aber vor allem tut man das auch für sich selbst. Denn erst nach dem Outing weiß man, was man sich selbst angetan hat und dass diese Selbstverleugnung, das ewige Aufpassen und die ständige Angst vor Enttarnung nicht gut für einen sind.
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#3 NiLaterneProfil
  • 08.11.2019, 14:10hLippstadt
  • Ich finde es ehrlich gesagt mistig, dass sich heterosexuelle Menschen nicht outen brauchen,alle anderen aber anscheinend schon...
    Dass sich Menschen immer noch in Angst befinden, bis sie den Mut haben diesen Schritt zu tun..
    Dass junge Menschen vor der EIGENEN Familie Angst haben, sich zu outen...
    Leider öfter zu Recht....
    Ich habe das schon in junge Jahren nicht verstanden, habe mitgewirkt gegen den 175, in den 70ziger Jahren.....Da war "schwul" sein noch unaussprechlich und wir hatten einen Homosexuellen an meiner Schule, der halboffen damit umging. Er versteckte es nicht,sprach aber auch nicht drüber.
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#4 PetterAnonym
#5 Uwe RAnonym
  • 08.11.2019, 15:39h
  • Antwort auf #4 von Petter
  • Nicht-Outen-Müssen wäre ja gleichbedeutend damit, seine Homosexualität zu verheimlichen.

    Ich finde, man sollte nicht darüber nachdenken müssen, ob man über seine sexuelle Orientierung spricht. Es sollte so selbstverständlich sein, wie die Frage, ob jemand Links- oder Rechtshänder ist. Das spielt in bestimmten Situationen auch eine Rolle, aber es hat keine gesellschaftliche Wertung.
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#6 TheDadProfil
#7 Patroklos
#8 lindener1966Profil
#9 Patroklos
#10 lindener1966Profil