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Interview

"Dragqueens sind ganz normale Menschen"

Catherrine Leclery aus Köln ist mit 48 Jahren die älteste Kandidatin der ProSieben-Show "Queen of Drags", die am Donnerstag anläuft. Im Interview spricht sie über ihre Kunst und warum sie den Titel verdient habe.


Die brasilianische Diva Catherrine Leclery ist seit Jahren eine feste Größe im deutschen Showgeschäftund hatte zahlreiche Auftritte in Kinofilmen und Fernsehen, etwa in "Ballermann", "Germany's next Topmodel" und "Unter uns" (Bild: ProSieben / Boris Breuer)

Welche Geschichte steckt hinter deinem Drag-Namen?

Der Name Catherrine Leclery kommt von meiner Oma Anna Catharina, der großen Liebe meines Lebens, und von Regina Leclery, einer wunderschönen Frau. Sie ist elegant und High Society.

Erzähle uns von deinem Leben. Seit wann bist du Drag? Hast du Vorbilder? Was fasziniert dich an der Drag-Kunst?

Ich mache Drag jetzt seit 30 Jahren und bin fast jeden Tag in Drag. Inzwischen ist Drag auch mein Job. Mich fasziniert die grenzenlose Fantasie. Meine Vorbilder sind die schwarze Frau, Naomi Campbell, Alcione, Oprah Winfrey, Whitney Houston, Dionne Warwick.

Wer oder was inspiriert dich?

Mich inspiriert, eine starke und elegante Frau zu sein.

Was ändert sich (charakterlich) für dich, wenn du in dein Outfit schlüpfst? Wer bist du vorher, wer dann? Welchen Reiz hat für dich das Spiel mit den Geschlechtern?

Als Mann bin ich sehr zurückhaltend. Aber sobald ich Schminke, Wimpern und Absätze trage, kommt die Diva raus.

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Catherrine Leclery ungeschminkt

Welche Rolle spielen die Outfits und das Make-up bei der Verwandlung zur Dragqueen? Sind sie vielleicht gar nicht so wichtig, wie viele denken? Oder doch?

Für mich ist beides sehr wichtig. Kostüme und Make-up müssen einfach passen. Aber sie sind nicht alles. Das Gesamtpaket muss stimmen. Es muss stilvoll sei. Und Stil kann man nicht kaufen – den hast du oder hast du nicht.

Was sagen deine Familie und Freund*Innen zu deiner Kunstfigur?

Sie lieben Catherrine Leclery.

Was macht deutsche Dragqueens im internationalen Vergleich so besonders?

Die Deutschen sind sehr besonders, was die Liebe zur Dragkunst angeht.

Was muss eine "Queen of Drags" deiner Meinung nach alles mitbringen? Und warum hast du den Titel verdient?

Eine "Queen of Drags" muss meiner Meinung nach viele Facetten, einen starken Charakter und Talent mitbringen. Ich verdiene diesen Titel, weil ich genau das mitbringe.

Was ist deine Paradedisziplin als Dragqueen?

Meine Paradedisziplinen als Drag sind Respekt, Dankbarkeit und Ehrgeiz.

Direktlink | Offizieller Trailer zur ProSieben-Show "Queen of Drags"

Wo siehst du dich als Dragqueen? Einzelkämpfer*in oder Teamplayer*in, Peagant-Queen oder Performer*in? Fun-Girl oder Drag-Aktivist*in?

Meine Dragqueen sehe ich überall. Ich bin nicht limitiert. Ich kann Einzelkämpfer, Teamplayer, Performer, Pageant-Queen. Ich bin nicht limitiert.

Was erwartest du von der Show? Was willst du einbringen, was willst du vielleicht selbst noch lernen?

Wir lernen nie aus. Ich erwarte, in der Show und im Medienbereich viele Sachen zu lernen und möchte Neues ausprobieren.

Was möchtest du den Zuschauer*innen durch die Teilnahme bei "Queen of Drags" zeigen? Welche Message möchtest du ihnen mitgeben?

Dass Dragqueens ganz normale Menschen und tolle, kreative Künstler sind.

Was sollte jeder über Drag(s) wissen?


Dass Dragqueens ganz normale Menschen und fantastische Künstler sind.

Die erste Folge von "Queen of Drags" zeigt ProSieben am Donnerstag, den 14. November zur Hauptsendezeit um 20.15 Uhr.

Wöchentliche Umfrage

» Am Donnerstag startet Queen of Drags auf ProSieben. Schaltest du ein?
    Ergebnis der Umfrage vom 11.11.2019 bis 18.11.2019


#1 IronikerEhemaliges Profil
  • 11.11.2019, 01:25h
  • Was macht Deutsche so besonders?
    Na dass sie eben sehr besonders sind.

    Und ganz besonders sind sie auch ganz normal. Deshalb wird das auch gleich zweimal als Antwort auf leicht verschiedene Fragen gegeben.

    Vielleicht sind deutsche Dragqueens dann also besonders normal? Man weiß es nicht. Und ehrlich gesagt, möchte ich es nach einem Interview mit dieser Antwortqualität auch gar nicht wissen.

    Übrigens muss niemand von uns "ganz normal" sein, um akzeptiert zu werden.

    "Was wirkliche Toleranz von Scheintoleranz unterscheidet, ist ihr Wissen um das noch Differente und das Akzeptieren des Anderen als Anderen."
    Martin Dannecker in Der Homosexuelle und die Homosexualität, 1978
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Ralph
  • 11.11.2019, 12:53h
  • Antwort auf #1 von Ironiker
  • Vielen Dank für das Dannecker-Zitat. Ich hab das ewige Gerede, dass alle "normal" seien, über. Nein, wir sind eben nicht alle gleich "normal". Wir haben nur alle gleiche Würde und gleiche Rechte. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere Generationsgenosse von mir daran, dass es mal üblich war, sprachlich zwischen schwul und normal zu unterscheiden, um klarzustellen, dass schwul eben nicht "normal" im Sinne von Gleichmacherei und Leugnung von Unterschieden ist. Schwarze sind ja auch in Europa nicht "normal" in dem Sinne, dass sie weiß wären. Sie sind nun mal schwarz. Wesentlicher Punkt ist, dass dieses Merkmal keine Rolle spielt in Bezug auf ihre Würde und Rechte. Es ist Quatsch, Unterschiede zu leugnen. Wichtig ist nur eines: Die Verschiedenheiten zwischen den Menschen begründen keine Unterschiede in ihrer rechtlichen Position und ihrer Teilhabe an der Gesellschaft. Vielfalt schützt oder schafft man nicht, indem man Unterschiede leugnet, sondern indem man sie anerkennt.
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#3 WahrheitIstRelativAnonym
#4 NeurosenwatchAnonym
  • 11.11.2019, 14:06h
  • Antwort auf #3 von WahrheitIstRelativ
  • "vielleicht hat sie mit "normal" auch nur atmet, schläft, ißt, pinkelt...."

    Menschen, die davon überzeugt sind, dass Drag Queens nicht atmen, schlafen, essen und pinkeln, dürften auch durch diese Sendung nicht vom Gegenteil zu überzeugen sein.
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#5 IronikerEhemaliges Profil
#6 WahrheitIstRelativAnonym
#7 TheDadProfil
#8 WahrheitIstRelativAnonym
  • 12.11.2019, 06:40h
  • Aber jetzt mal Spaß beiseite :
    Wieso will man ( Hetero) - Normal sein ?
    Das ist überhaupt nicht logisch, denn Mainstream ist ein in der Gesellschaft negativ besetzter Begriff. Mainstream steht für " Lemminge, die in den Abgrund laufen" bzw für Menschen, die nicht selbständig denken können. Damit möchte sich die " Mehrheit" nicht identifizieren. Deshalb sind viele stolz, wenn sie Dinge ablehnen, die der Masse gefallen : Spießertum, Fußball, Kitschsendungen im TV usw. ( man kann natürlich noch einen Schritt weiter denken und sagen : Wer wirklich emanzipiert denkt, der steht auch zu Vorlieben OBWOHL er sie mit der Masse teilt)
    Vor einer Generation hat sich eine ganze Masse von Menschen entwickelt, die gegen die Norm rebellieren wollten - die Hippies! Natürlich sahen die Hippies auch alle gleich aus und haben somit einen neuen Mainstream gegründet - das liegt halt in der Natur der Sache...
    Aber wenn wir in so vielen Bereichen nicht "normal" sein wollen, warum wollen wir dann Hetero sein? Warum sagt ein schwuler Jugendlicher, der vielleicht sogar Hippie und in allen Lebensbereichen " quer" ist : " Ich wäre lieber Hetero", das ist doch unlogisch und es ist ja nicht so, dass man in anderen Lebensbereichen nicht auch zu leiden hätte, wenn man quer ist. Quer ist immer unbequem, und auch darauf ist man ja im Grunde stolz, weil man es sich im Leben nicht "einfach" macht.
    Vielleicht hat das " ich wäre lieber Hetero" garnichts mit der Mehrheitsgesellschaft zu tun, sondern ganz andere Gründe...
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