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Wechsel zum Jahresende

Nach Berufung von Katherina Reiche: E.on verliert Stromkunden

Die ehemalige CDU-Politikerin Katherina Reiche hetzte jahrelang gegen Lesben und Schwule. Im kommenden Jahr erhält sie einen Chefposten bei E.on, obwohl der Konzern ein Diversity-Versprechen abgegeben hat.


Bis 2015 das homophobste Gesicht der CDU: Als Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin hetzte Katherina Reiche immer wieder gegen Lesben und Schwule (Bild: VKU)

Der Wechsel der ehemaligen CDU-Politikerin Katherina Reiche in eine Führungsfunktion beim Energiekonzern E.on hat zu ersten Kündigungen von Stromverträgen geführt. "Mit einigem Entsetzen und beachtlicher Enttäuschung haben wir heute der Presse entnehmen müssen, dass Ihr Unternehmen künftig u.a. durch Frau Katherina Reiche repräsentiert wird", heißt es im Kündigungsschreiben eines schwulen Paares aus dem mittelhessischen Aßlar, das queer.de vorliegt. "Damit dokumentieren Sie ohne Zweifel, dass Sie auf homosexuelle Kunden nicht den geringsten Wert legen."


Ausschnitt aus dem Kündigungsschreiben

Als Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin hatte Reiche aus ihrer Abneigung gegenüber Schwulen und Lesben nie einen Hehl gemacht. Bereits bei Einführung des Lebenspartnerschaftsgesetzes erklärte sie, es sei ein "Angriff auf Ehe und Familie", wenn gleichgeschlechtliche Paare rechtlich anerkannt werden. Sie hoffte damals, dass das Bundesverfassungsgericht die Lebenspartnerschaft wieder abschafft.

Reiche: Ehe für alle führt zu "unendlich viel Leid"

Danach fiel sie immer wieder durch homophobe Ausbrüche auf: 2011 sagte sie in einer Talkshow, dass sie lesbische und schwule Paare als "nicht normal" ansehe (queer.de berichtete). Ein Jahr später erklärte sie in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung, dass Homosexuelle eine Gefahr für das Land darstellten: "Unsere Zukunft liegt in der Hand der Familien, nicht in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Neben der Euro-Krise ist die demografische Entwicklung die größte Bedrohung unseres Wohlstands" (queer.de berichtete). Das führte zu scharfer – auch innerparteilicher – Kritik und einem Shitstorm in sozialen Medien. Die Kritik wurde von Reiche aber als "Intoleranz" zurückgewiesen (queer.de berichtete).

Auch später polemisierte Reiche weiter gegen Homosexuelle. So behauptete sie 2012, dass die gleichgeschlechtliche Eheschließung zu "unendlich viel Leid" führe, und warf Schwulen und Lesben "Hedonismus" vor (queer.de berichtete).

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Vor vier Jahren wechselte Reiche in die Wirtschaft

Vor vier Jahren hatte sich Reiche aus der Politik verabschiedet und wurde Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (queer.de berichtete). Nun soll sie zum 1. Januar 2020 als Vorsitzende der vierköpfigen Geschäftsführung des Tochterunternehmens Innogy Westenergie zum E.on-Konzern wechseln – und damit eine der größten und wichtigsten operativen Einheiten im deutschen Netzgeschäft leiten. Die Personale sei "politisch getrieben" und "bereits im Vorfeld der Verkündigung bei E.on umstritten", berichtete die "WirtschaftsWoche". Reiche sei in Sachen Energiewirtschaft "eher unbedarft".

An die homophoben Tiraden der ehemaligen CDU-Politikerin hatte im vergangenen Monat als erster der Nollendorfblogger Johannes Kram erinnert. Für ihn steht die Berufung Reiches im klaren Widerspruch zu einem Diversitätsversprechen des Konzerns. "Wir tun alles, was wir können, um eine wirklich integrative Kultur aufzubauen", heißt es schließlich in einem Video von E.on, das auch auf der Homepage verlinkt ist.

Die Personale kann sich Kram deshalb nicht erklären: "Schwer vorstellbar, dass jemand auf die Idee kommt, jemand mit einem dermaßen öffentlich-behauptetem desaströsen Gesellschafts- und Menschenbild Führungsverantwortung für MitarbeiterInnen und Mitarbeiterinnen bei einem so wichtigen Arbeitgeber zu übertragen", schreibt er in seinem Blog. "Schwer vorstellbar, dass diese Entscheidung nicht die Stimmung für Sichtbarkeit von LGBTI im Unternehmen trübt."

E.on hat auf Anfragen sowie auf die Kritik bislang nicht reagiert. Auf der Facebookseite "Enough is Enough", die den Beitrag des Nollendorfblogs teilte, kündigten allerdings weitere User an, ihren Stromvertrag mit E.on zu kündigen. (mize)

#Nollendorfblog ???? ? "Auf seiner Homepage gibt der Energiekonzern Eon ein Diversitätsversprechen ab. Wörtlich heißt es…

Gepostet von ENOUGH is ENOUGH – OPEN YOUR MOUTH am Montag, 14. Oktober 2019
Facebook / ENOUGH is ENOUGH – OPEN YOUR MOUTH



#1 Ralph
  • 10.11.2019, 17:35h
  • Von Rechtsradikalen geht Gefahr für unsere vielfältige und freiheitliche Gesellschaft nicht nur aus, wenn sie ihre schmutzige Gesinnung unmittelbar in politischen Ämtern ausleben, sondern auch, wenn sie führende Positionen in bedeutenden Wirtschaftsunternehmen bekleiden. Besondere Besorgnis muss herrschen, wenn wie im Falle der Frau Reiche fehlende fachliche Fähigkeiten und Kenntnisse völlig egal sind, denn dies legt den Verdacht nahe, dass es gerade ihre extreme politische Haltung ist, die sie in diese Position katapultiert hat.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Gut zu wissenAnonym
  • 10.11.2019, 17:45h
  • Gut zu wissen. Ich werde meinen Stromanbieter wechseln.

    Ich möchte nicht Kunde eines Unternehmens sein, wo solche Menschen mit solchen Meinungen an der Spitze stehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 wadimAnonym
#4 PanBoy84Profil
  • 10.11.2019, 21:20hMülheim an der Ruhr
  • Da scheint die Definition von Diversität ja recht divers zu sein ...

    Es ist zwar gut und wichtig, wenn Unternehmen in Werbekampagnen und anderen Außendarstellungen eine vielfältige Gesellschaft zeigen ubd unterstützen.

    Noch wichtiger ist es aber, aus Überzeugung zu handeln und dies auch im Inneren zu leben.

    Schön, wenn die konventionellen Stromkonzerne auch aus diesem Grund Kunden verlieren. Noch schöner, wenn diese im Sinne der Nachhaltigkeit zu echten Ökostromanbietern wechseln.

    Von Robin Wood gibts eine ausführliche Analyse empfehlenswerter Anbieter unter www.oekostrom-report.de

    Und wenn man sich nicht vom Neukundenbonus der konventionellen Anbieter blenden lässt, ist der Aufpreis auch nur gering, für Hamburg hatte ich letzte Tage für 1.500 kWh einen Aufpreis von weniger als 1 Euro im Monat berechnet (EW Schönau im Vergleich zum günstigsten konventionellen Anbieter Süwag). Zudem zahlt man nur was man verbraucht und hat eine kurze Kündigungsfrist von 1 Monat oder 4 Wochen je nach Anbieter. Die haben es gar nicht nötig, ihre Kunden an sich zu zwingen :-)
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#5 LotiAnonym
#6 gdgegetAnonym
  • 10.11.2019, 22:58h
  • kundenservice@eon.de

    Schreibt doch mal was ihr davon haltet, dass Katherina Reiche jetzt einen fett bezahlten Führungsposten bei eon erhält.
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#7 Love and PeaceAnonym
  • 10.11.2019, 23:02h
  • Andreas Kemper über "Landolf Ladig" alias Björn Höcke (AfD) - Jung & Naiv: Folge 442

    Ich wusste nicht, wie ich euch alle darauf hinweisen konnte, euch das dringend anzuschauen - auch Schwule und Lesben werden hier erwähnt, was die AfD so alles beabsichtigt. Ich nehme dann gerne eine Frau aus der CDU als Hier-Plattform, damit Ihr euch das - ich legs euch allen ans Herz, das hier anschaut - siehe Link oben.

    Auch CDU wird erwähnt und wenn die AfD ganz oben ist, geht es uns an den Kragen.

    ES GEHT NICHT VORDERGRÜNDIG um HÖCKE bzw. LADIG, es kommen richtige Augenöffner schon in den ersten 45 min.

    Bitte aufmerksam machen nach Prüfung des Links, liebes Queer.de - Team.... WENN IHR DIES HIER NICHT VERÖFFENTLICHEN KÖNNT, BITTE schaut den Link auf youtube, denn: auch Schwulen und Lesben soll es und wird es durch die AfD ans Leder gehen.
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#8 DustinAnonym
  • 10.11.2019, 23:07h
  • Schön, dass man sich als Kunde aussuchen kann, zu welchem Anbieter man geht.

    Ich nutze eh nur echte Ökostrom-Anbietet, die nichts anderes anbieten und die kein Greenwashing betreiben.
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#9 DramaQueen24Profil
  • 11.11.2019, 01:14hBerlin
  • Firmen kaufen Politiker nicht wegen ihrer Fachkompetenz ein, sondern, weil sie gute Verbindungen zu ihren Parteien im Bundestag oder Landtag haben. Sie sind also nichts weiter als Lobbyisten.
    Den Firmen ist es egal, ob die Politiker homophob oder gay friendly sind, so lange die Kasse stimmt.
    Das sollte man wissen, bevor man einen Vertrag kündigt.
    Bringen wird es sowieso nichts, denn die meisten Kunden wird das ebenfalls egal sein, so lange sie nicht zu viel zahlen müssen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 DramaQueen24Profil