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Berlin
Trotz Videoüberwachung: Homosexuellen-Mahnmal erneut beschädigt
Erst vor einer Woche war am Denkmal für die homosexuellen NS-Opfer eine Videokamera aufgestellt worden, um Vandalen abzuhalten.

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ist in den letzten Monaten bereits mehrfach attackiert worden (Bild: Times / wikipedia)
- 11. November 2019, 09:41h 2 Min.
Unbekannte haben das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Ortsteil Tiergarten erneut beschädigt. Wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte, stellte ein Sicherheitsdienst am Sonntag gegen 20.35 Uhr fest, dass das Sichtfenster des Monuments mit einem Schriftzug beschmiert worden war.
Wie in solchen Fällen üblich, hat der für Hasskriminalität zuständige Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die weiteren Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung übernommen.
Erst am vergangenen Dienstag hatte die für das Denkmal zuständige "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas" mitgeteilt, dass ab sofort testweise eine Videoüberwachung eingerichtet ist, die Schäden vorbeugen und Täter abschrecken solle (queer.de berichtete). Eine an einem Mast angebrachte Kamera soll dabei ausschließlich das Sichtfenster des Denkmals überwachen, in dem ein Film mit Kussszenen von gleichgeschlechtlichen Partnern gezeigt wird. Die Mitglieder des LSVD Berlin-Brandenburg hatten sich zuvor in einer Abstimmung mehrheitlich für eine entsprechende Überwachung ausgesprochen (queer.de berichtete).
Wiederholte Sachbeschädigungen
Das Fenster des Denkmals war zuletzt vor gut zwei Monaten (8. September) mit Farbe beschmiert worden. Davor war es bereits am 9. und 30. Juni, am 4. sowie am 18. August beschädigt worden, wie etliche Male in den letzten Jahren zuvor. Keiner der Täter wurde bisher ausfindig gemacht.
Bereits im September hatte die Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Grünenfraktion mitgeteilt, dass es in diesem Jahr zu einer deutlichen Zunahme von Sachbeschädigungen gekommen sei, die aus Hass auf sexuelle oder geschlechtliche Minderheiten verübt worden sind (queer.de berichtete). Sven Lehmann, der grüne Fraktionssprecher für Queerpolitik, forderte daraufhin eine "Gesamtstrategie gegen Homo- und Transfeindlichkeit". Lehmann bezeichnete die Attacken auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten als "Angriffe auf unsere Demokratie". Daher müsse etwa ein bundesweiter Aktionsplan für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt aufgelegt werden. Die Grünen haben in einem Antrag dafür jährlich 35 Millionen Euro gefordert. (dk)













Und wenn die Identifizierung nicht schnell gelingt, sollten die Aufnahmen sehr zeitnah veröffentlicht werden und nicht erst wieder in ein paar Monaten.