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Berlin

Trotz Videoüberwachung: Homosexuellen-Mahnmal erneut beschädigt

Erst vor einer Woche war am Denkmal für die homosexuellen NS-Opfer eine Videokamera aufgestellt worden, um Vandalen abzuhalten.


Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ist in den letzten Monaten bereits mehrfach attackiert worden (Bild: Times / wikipedia)

Unbekannte haben das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Ortsteil Tiergarten erneut beschädigt. Wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte, stellte ein Sicherheitsdienst am Sonntag gegen 20.35 Uhr fest, dass das Sichtfenster des Monuments mit einem Schriftzug beschmiert worden war.

Wie in solchen Fällen üblich, hat der für Hasskriminalität zuständige Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die weiteren Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung übernommen.

Erst am vergangenen Dienstag hatte die für das Denkmal zuständige "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas" mitgeteilt, dass ab sofort testweise eine Videoüberwachung eingerichtet ist, die Schäden vorbeugen und Täter abschrecken solle (queer.de berichtete). Eine an einem Mast angebrachte Kamera soll dabei ausschließlich das Sichtfenster des Denkmals überwachen, in dem ein Film mit Kussszenen von gleichgeschlechtlichen Partnern gezeigt wird. Die Mitglieder des LSVD Berlin-Brandenburg hatten sich zuvor in einer Abstimmung mehrheitlich für eine entsprechende Überwachung ausgesprochen (queer.de berichtete).

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Wiederholte Sachbeschädigungen

Das Fenster des Denkmals war zuletzt vor gut zwei Monaten (8. September) mit Farbe beschmiert worden. Davor war es bereits am 9. und 30. Juni, am 4. sowie am 18. August beschädigt worden, wie etliche Male in den letzten Jahren zuvor. Keiner der Täter wurde bisher ausfindig gemacht.

Bereits im September hatte die Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Grünenfraktion mitgeteilt, dass es in diesem Jahr zu einer deutlichen Zunahme von Sachbeschädigungen gekommen sei, die aus Hass auf sexuelle oder geschlechtliche Minderheiten verübt worden sind (queer.de berichtete). Sven Lehmann, der grüne Fraktionssprecher für Queerpolitik, forderte daraufhin eine "Gesamtstrategie gegen Homo- und Transfeindlichkeit". Lehmann bezeichnete die Attacken auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten als "Angriffe auf unsere Demokratie". Daher müsse etwa ein bundesweiter Aktionsplan für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt aufgelegt werden. Die Grünen haben in einem Antrag dafür jährlich 35 Millionen Euro gefordert. (dk)



#1 FinnAnonym
  • 11.11.2019, 11:28h
  • Dann hoffe ich mal, dass die Auswertung der Aufnahmen möglichst schnell zur Identifizierung der Täter führt und dass diese angemessen bestraft werden und auch für die Wieder-Instandsetzung zahlen müssen.

    Und wenn die Identifizierung nicht schnell gelingt, sollten die Aufnahmen sehr zeitnah veröffentlicht werden und nicht erst wieder in ein paar Monaten.
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#2 Carsten ACAnonym
  • 11.11.2019, 12:07h
  • Ich hoffe, dass die installierten Kameras auch gute Auflösungen haben. Denn oft sind Überwachungskameras ja technisch auf einem Stand, wo selbst Billig-Kameras von vor 10 Jahren bessere Bilder liefern.

    Wenn man Täter identizieren will, muss auch die Qualität der Bilder entsprechend sein.
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#3 Leon 4Anonym
  • 11.11.2019, 12:18h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Ich wage zu bezweifeln das Vandalismus ein hinreichender Grund für eine Öffentlichkeitsfahndung ist... Die gibt's doch afaik "nur" bei schweren Straftaten wie Körperverletzung etc.
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#4 AmurPrideProfil
  • 11.11.2019, 12:19hKöln
  • Antwort auf #1 von Finn
  • ""..Und wenn die Identifizierung nicht schnell gelingt, sollten die Aufnahmen sehr zeitnah veröffentlicht werden und nicht erst wieder in ein paar Monaten..""

    Bitte nicht unbedacht eine Pogromstimmung gegen unsere Täter schüren! Denn das Recht darf keinesfalls zweierlei Maß kennen! Was wir uns als rechtlichen Schutz für uns selbst wünschen, MUSS auch für unsere Feinde gelten! Anderenfalls würden wir viel mehr verlieren als vielleicht nur einige Tage bevor die Identifizierung gelingt.
    Mögen die Mühlen der Justiz ruhig weiter in ihrem eigenem Tempo mahlen, solange sie sich nur für alle gleich schnell und gleich gründlich drehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Ralph
  • 11.11.2019, 12:32h
  • Was bringen muss Videoüberwachung nicht. Man kann seine dreckige Gesinnung auch vermummt zum Ausdruck bringen.
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#6 LotiAnonym
  • 11.11.2019, 13:50h
  • Antwort auf #5 von Ralph
  • Und genauso wird es geschehen sein. Dunkle Nacht und vermummt braucht es nur Sekunden um mit einer Spraydose das gleiche Prozedere von vorne zu beginnen. Da nützt auch die Kamera nichts. Leider.
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#7 erikAnonym
  • 11.11.2019, 15:12h
  • Könnte sich aber auch um eine*n einzige*n routinierte*n Täter*in handeln. Den oben angegebenen Daten zufolge sind die Beschädigungen stets sonntags passiert.
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#8 GerritAnonym
  • 11.11.2019, 15:50h
  • Antwort auf #4 von AmurPride
  • >>>>> Bitte nicht unbedacht eine Pogromstimmung gegen unsere Täter schüren! <<<<<

    1. Das sind nicht "unsere" Täter. Meine zumindest nicht.

    2. Wenn man will, dass Straftäter gefasst sind und die vorgesehene Strafe bekommen, ist das doch keine Pogromstimmung.

    Schlag erst mal nach, was ein Pogrom ist, denn das ist schon fast beleidigend für die echten Opfer von echten Pogromen.

    >>>>> Denn das Recht darf keinesfalls zweierlei Maß kennen! Was wir uns als rechtlichen Schutz für uns selbst wünschen, MUSS auch für unsere Feinde gelten! <<<<<

    1. Wer hat denn hier zweierlei Maß gefordert?

    2. Für schwule Straftäter sollte es auch kein Rechtg auf Unerkanntheit geben.

    >>>>> Mögen die Mühlen der Justiz ruhig weiter in ihrem eigenem Tempo mahlen, solange sie sich nur für alle gleich schnell und gleich gründlich drehen. <<<<<

    Aber so gründlich drehen sie sich halt nicht, wenn immer wieder Straftäter ungeschoren davonkommen.

    Hier geht es nicht nur um Dumme-Jungen-Streiche oder ein Graffiti an einer Hauswand. Sondern hier geht es um hassmotivierten Vandalismus. Und wir wissen auch alle, dass aus Gewalt gegen Dinge früher oder später Gewalt gegen Menschen wird.

    Wieso reden bei Straftaten immer alle nur von den Rechten der Täter und deren Schutz? Das ist wohl ein typisch deutsches Phänomen.
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#9 marcocharlottenburgAnonym
#10 SoSoAnonym
  • 11.11.2019, 16:38h
  • Antwort auf #8 von Gerrit
  • "Wieso reden bei Straftaten immer alle nur von den Rechten der Täter und deren Schutz? Das ist wohl ein typisch deutsches Phänomen"

    Das ist wohl ein typisch rechtsstaatliches Phänomen.
    Wir reden nicht nur über die Rechte der Täter, aber eben auch über die Rechte der Täter, sonst kann sich unser Rechtsstaat selbst auflösen.
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