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Vor Start von "Queen of Drags"

Conchita Wurst und Bill Kaulitz verteidigen Heidi Klum

Hat Heidi Klum Ahnung von Dragqueens oder nicht? Vor dem Start der neuen Sendung "Queen of Drags" springen die Mitjuroren Bill Kaulitz und Conchita Wurst der angefeindeten Frau zur Seite.


Bill Kaulitz (Mitte) und Conchita Wurst (re.) springen Heidi Klum bei (Bild: Instagram / Bill Kaulitz)

Heidi Klum ist ab Donnerstag zur besten Sendezeit als Jurorin an der Seite von Bill Kaulitz und Conchita Wurst bei der neuen ProSieben-Show "Queen of Drags" zu sehen – und wurde dafür vorab kritisiert. Bill Kaulitz und Conchita Wurst, hinter der der Künstler Tom Neuwirth steckt, können die Kritik nicht ganz nachvollziehen.

"Ich nehme diese Chance wahr, um die Dragthematik in den Mainstream zu bringen, und finde, dass Heidi, auch wenn sie nicht aus dieser Szene kommt, eine absolute Berechtigung hat, eine Performance zu beurteilen", sagte Neuwirth im Interview von "Zeit Online". Er sei ein bisschen irritiert über die Kritik an ihr gewesen, "weil gerade unsere Community immer danach trachtet, inkludiert zu werden, zu inkludieren und ohne Vorurteile Menschen gegenüber zu sein", so der 31-Jährige, der gerade sein neues Album "Truth Over Magnitude" veröffentlicht hat.

Twitter / heidiklum | Heidi Klum wirbt für "Queen of Drags"

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Conchita/Neuwirth: Ohne Klum wohl keine Dragshow im deutschen TV

Ohne Klum gebe es die Sendung vermutlich nicht im deutschen Fernsehen, betonte Neuwirth alias Wurst. "Wäre dieses Format ohne sie zustande gekommen? Jetzt vielleicht nicht oder vielleicht auch nie. Oder vielleicht auf einem Sendeplatz, wo es niemanden interessiert hätte", so der gebürtige Oberösterreicher. "Sie ist natürlich ein Multiplikator und dazu noch ein sehr sensibler."

Auch Mitjuror Bill Kaulitz, Bruder von Tom Kaulitz und damit Schwager von Klum, verteidigte die Bergisch Gladbacherin, die jetzt in Los Angeles lebt: "Heidi ist eine unglaublich tolerante, offene Frau", sagte der 30-jährige Musiker über seine 46-jährige Schwägerin am Rande einer McDonald's-Benefizgala am Samstagabend in München. Sie sei damit die perfekte Besetzung für die ProSieben-Show.

In dem TV-Format stellen die drei Juroren den Kandidaten – zehn Dragqueens aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – jede Woche eine neue Aufgabe. Die Sendung ist eine Art deutsche Version des preisgekrönten US-Formats "RuPaul's Drag Race", das es seit zehn Jahren gibt. Allerdings betont ProSieben, dass die eigene Show nichts mit "Drag Race" zu tun habe.

Als bekannt wurde, dass die "Germany's Next Topmodel"-Chefin die Show macht, gab es Kritik. Sie kam vor allem aus der queeren Szene, wo Klum zum Beispiel vorgeworfen wurde, keine nennenswerte Verbindung zur Schwulen- und Dragqueen-Szene zu haben. Außerdem wurde sie für ihren Umgang mit Kandidatinnen ihrer Realityshow "Germany's Next Topmodel" kritisiert. Einige Dragqueens starteten deshalb eine Petition gegen die Beteiligung von Klum, die inzwischen mehr als 27.000 Personen unterschrieben haben. Gleichzeitig wurde das neue Format in sozialen Netzwerken auch begrüßt.

Twitter / ProSieben | ProSieben reagierte relativ dünnhäutig auf die Petition und die Behauptung, dass es sich bei der Show um eine Art deutsche Version von "RuPaul's Drag Race" handle

Negative Reaktionen überraschten Kaulitz

Die negativen Reaktionen haben auch Bill Kaulitz etwas überrascht, wie er sagt: Er hätte mit mehr Offenheit gerechnet. "Die Leute wollen ja Gleichberechtigung und Toleranz und genauso viel Toleranz hätte ich auch erwartet."

Zum Thema kulturelle Aneignung, also unter anderem zu dem Vorwurf, dass Klum und ProSieben die Dragkultur bloß benutzten, um Geld zu machen, sagte Tom Neuwirth alias Conchita: "Ich habe mich mit meinen Freunden unterhalten, weil auch ich sensibilisiert werden musste, vor allem was diese kulturelle Aneignung betrifft. Ich bin relativ naiv und ziehe meine Inspiration aus allem, was ich sehe und erlebe. Man sagte mir, dass die finanzielle Bereicherung das Hauptproblem sei. Und das kann ich ein Stück weit verstehen. Ich hoffe, aber auch, dass unsere Queens nach diesem Format Karrieren haben und das, was sie am liebsten tun, jeden Tag machen können." (dpa/cw)

Instagram / heidiklum | Vor der Premiere am Donnerstag zeigt Heidi Klum Teaser aus der Show

Wöchentliche Umfrage

» Am Donnerstag startet Queen of Drags auf ProSieben. Schaltest du ein?
    Ergebnis der Umfrage vom 11.11.2019 bis 18.11.2019


#1 DominikAnonym
  • 11.11.2019, 20:34h
  • Was TV-Sternchen wie Conchita Wurst und Bill Kaulitz nicht verstehen: Ein Privatsender wie PRO 7 bemüht sich nicht um ein anspruchsvolles Kulturprogramm, etwa um der Mainstream-Gesellschaft eine Subkultur näher zu bringen und für Respekt und ein besseres Verständnis einzutreten , sondern schielt ausschließlich auf die Quote und die davon abhängigen Werbeeinnahmen. Ergo werden die Protagonist*innen einer solchen Show lediglich als eine Art Zirkusattraktion benutzt (und in Wahrheit bloß vorgeführt), weil das beim werberelevanten Zielgruppe die höchsten Einschaltquoten verspricht. "Je schräger desto besser" ist wie immer bei solchen Shows das Motto und eben nicht "Je ernsthafter und tiefgründiger desto besser." Heidi Klum hat in ihrer Karriere, von der McDonald's-Werbung bis zu zweifelhaften Hungertipps bei GNTM, schon oft genug bewiesen, dass sie für Geld und mediale Aufmerksamkeit wirklich einfach alles macht und scheint daher wie geschaffen für den Job.

    Ansonsten ist jede Kritik daran natürlich absolut berechtigt. Ich find's gut, dass die Trans*verbände das so deutlich zum Ausdruck bringen.
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#2 Sabelmann
  • 11.11.2019, 22:16h
  • Antwort auf #1 von Dominik
  • Die volljährigen Kandidaten sind bestimmt nicht zur Teilnahme geprügelt worden!
    Entweder sind sie zu dumm um zu gneissen(bemerken) dass sie nur Quotenfutter sind oder ihnen ist es wurscht und Hauptsache sie haben Spass und können sich öffentlich ins Gespräch bringen!
    Wer weiss....vielleicht wirds doch nicht so...hmm...blöde?
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#3 EuropäerAnonym
  • 11.11.2019, 22:44h
  • Antwort auf #1 von Dominik
  • Willst Du behaupten "RuPaul's Drag Race" sei "anspruchsvolles Kulturprogramm"? Auch dort wurden und werden die Teilnehmer wie Zirkusattraktionen verheizt - für die Quote.

    Was denkst Du, weshalb es Ableger, wie zum Beispiel "RuPaul's Drag Race Untucked", in denen die Teilnehmer aufeinander losgehen, gibt?

    Ja - "RuPaul's Drag Race" ist spitze! Aber es ist eine Casting, bzw., Reality Show, wie jede andere auch. Sie hat zahlreichen Drag Queens eine Existenzgrundlage ermöglicht und RuPaul ist eine tolle Persönlichkeit.

    Es gab bereits in den 1990er Jahren "Die Travestie-Show" auf RTL. Mit soliden Einschaltquoten und seriösem Hintergrund!

    Das die Klum hier völlig fehlbesetzt ist und diese Personalie zurecht kritisiert wird, wissen wir alle und brauchen nicht erneut davon anzufangen. Dennoch sehe ich, dass das Interesse im Ausland bereits groß ist und auf "RuPaul's Drag Race Wiki" bereits ein Eintrag zu "Queen of Drags", mit äußerst positiven Kommentaren, eingepflegt wurde.

    Mit Bill Kaulitz und Conchita Wurst sind zumindest zwei von drei Juroren sehr gut ausgewählt worden.

    Ich werde selbstverständlich trotzdem einschalten und mir meine Meinung bilden. Die Klum wird mir den Spaß nicht verderben ;).
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#4 BeVerlyAnonym
  • 11.11.2019, 22:53h
  • Wenn dort geschrieben wird: "...sagte Tom Neuwirth alias Conchita:..." sagt das schon alles. Diese Künstler, die nichts mit Trans* oder Tunten zu tun haben wollen ärgern die Community. Damit sie Karriere machen können ist die Sendung geeignet - aber ob das in unserem Sinn ist bezweifeln viele! Wie es im Interview mit der Kölner Drag Queen heißt: "man hat Stil oder nicht" und andere Antworten stehen im krassen Gegensatz zu euren Fragen, wo es so vor Sternchen wimmelt - Zuschauer*innen - echt jetzt! Ich nenn mich jetzt Fag-Queen.
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#5 TommmiAnonym
#6 DominikAnonym
  • 12.11.2019, 06:54h
  • Wie gesagt, hier wird ein bestimmtes Klischee verkauft, an dem sich ein Publikum ergötzen soll. Der Markt ist frei, insofern kann sich das jeder antun, der Bock drauf hat. Von "schriller Unterhaltung" wird man aber nichts anderes erwarten können als schrille Unterhaltung. Das Klischee, wie ein transsexueller Mensch zu sein hat, wird bloß verfestigt statt hinterfragt oder gar aufgelöst. Die Augen richten sich auf die Federboa, das Make-up und "deine geile Attitude" , aber nicht auf den Menschen und seine Geschichte.
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#7 EuropäerAnonym
  • 12.11.2019, 07:39h
  • Antwort auf #6 von Dominik
  • Genau das, was "RuPaul's Drag Race" bereits seit über 10 Jahren macht. Gab es dort keine Lederhose, Pfennigabsätze Zickereien, Drama, nasales Gerede ... ?

    ProSieben ist ein Sender der kommerzielle Unterhaltung anbietet. Wo "Papst" draufsteht, ist auch "Papst" drin. Woher kommen denn diese "Klischees"? Richtig - weil sie zu 99 % stimmen.

    Wer hier einen Arthousefilm erwartet hat, wird diesen wohl nicht sehen.
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#8 HereWeGoAnonym
  • 12.11.2019, 07:47h
  • Och, pragmatisch und mit einem gewissen Schmunzeln gesagt erinnern Heidis Outfits und ihr Styling mittlerweile des öfteren an eine Drag Queen, Mangel an Kompetenz diesbezüglich sollte also weniger das Problem sein... :-)
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#9 remixbeb
  • 12.11.2019, 09:07h
  • Wie hier schon manche geschrieben haben: zum "Vorführen im Zirkus" gehören zwei. Denn im Gegensatz zu Tieren, wird hier niemand zur Teilnahme gezwungen. Nein, das machen die Teilnehmer*innen von so etwas ganz alleine. Egal ob in diesem Format, beim Bachelor oder im Dschungel. Im Grunde ist das nur eine Fortführung der Selbstliebe und -Präsentation bei Instagram. Das ist der Zeitgeist: Hauptsache gesehen und im besten Fall bewundert werden.

    Ich bin sicherlich kein Klum-Fan. Mir geht die sogar gehörig auf den S... Trotzdem finde ich die Kritik sollte all jenen gelten, die an so einem Format teilnehmen. Nicht den Moderatorinnen, die nur ihren Job machen.
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#10 TheDadProfil
  • 12.11.2019, 10:30hHannover
  • Antwort auf #1 von Dominik
  • ""Was TV-Sternchen wie Conchita Wurst und Bill Kaulitz nicht verstehen: Ein Privatsender wie PRO 7 bemüht sich nicht um ein anspruchsvolles Kulturprogramm, etwa um der Mainstream-Gesellschaft eine Subkultur näher zu bringen und für Respekt und ein besseres Verständnis einzutreten , sondern schielt ausschließlich auf die Quote und die davon abhängigen Werbeeinnahmen.""..

    Die Jury als "TV-Sternchen" zu bezeichnen" geht mindestens für Conchita und für Bill an der Realität vorbei..

    Ansonsten schließen sich Quote und Kulturprogramm nicht einmal gegenseitig aus..
    Hier wird nur Deine Erwartungshaltung enttäuscht..

    ""Ich find's gut, dass die Trans*verbände das so deutlich zum Ausdruck bringen.""..

    Magst Du mal erklären wieso "Trans*-Verbände" hier nach Deiner Auffassung berechtigte Kritik äußern könnten, welche nicht auch von anderen Gruppen kommen dürfte, oder wieso sich hier eine "Kultur" vereinnahmen lassen muß ?

    Seit wann ist denn Drag ausschließlich Teil der Trans*-Menschen ?
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