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Ab Donnerstag

Selbstverständlich statt schrill: Heidi Klum kürt "Queen of Drags"

Dragqueens im TV-Hauptprogramm: Was in den USA seit Jahren erfolgreich klappt, soll jetzt auch in Deutschland Quote bringen. Aber ist Moderatorin Heidi Klum dafür die richtige Wahl?


"Queen of Drags" ist das erste deutsche "Drag Race", das auch noch in einem der großen Privatsender ausgestrahlt wird (Bild: Martin Ehleben / ProSieben)

Sie heißen Katy Bähm oder Samantha Gold. Tragen Pömps, Kleider und Lippenstift. Und sind Männer. In der etwas anderen Castingshow "Queen of Drags" sucht Heidi Klum ab Donnerstag (14. November, 20.15 Uhr) auf ProSieben die beste Dragqueen des Landes.

Männer in Frauenkleidern traten früher meist eher in Hinterhofkneipen auf, um die Gäste zu belustigen. Mittlerweile gibt es fast in jeder Großstadt Dragshows, die Hamburger Entertainerin Olivia Jones darf auf keiner Promiparty fehlen. Doch in der breiten deutschen Öffentlichkeit gelten Dragqueens noch immer als schrille Paradiesvögel. Kann die neue ProSieben-Show diese Wahrnehmung ändern?

Die zehn Kandidaten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beziehen zu Beginn eine Luxusvilla in Los Angeles und sollen in den sechs Folgen ihre Kunst bei Motto-Varieté-Shows präsentieren. Dabei zählen Outfits, Gesang und Persönlichkeit. "Wir lernen unfassbar tolle Menschen kennen – in all ihren Facetten", sagte Mitjurorin Conchita Wurst der Deutschen Presse-Agentur. Neben Klum und Wurst beurteilen Tokio-Hotel-Sänger und Klum-Schwager Bill Kaulitz sowie ein Gastjuror die Auftritte – darunter Olivia Jones, La Toya Jackson und Sängerin Leona Lewis.

Instagram / heidiklum | Heidi kuschelt mit Olivia

Vorbild der Dragshow ist die Sendung "RuPaul's Drag Race", die seit zehn Jahren im US-Fernsehen und mittlerweile in Deutschland auch bei Netflix läuft. Der 58-Jährige RuPaul Andre Charles, der in den Neunzigerjahren zur Institution der New Yorker Szene wurde, hat es damit vom Nischenprogramm in den Mainstream geschafft. Die Reality-Show gewann mehrere Emmys, Topstars wie Lady Gaga und Ariana Grande saßen schon in der Jury.

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Neuwirth: RuPaul-Erfolg ist Grund, "warum wir das jetzt auch in Europa versuchen"

"Es ist überwältigend, was eine Fernsehshow kann. Die Generation, die jetzt heranwächst, lernt: Egal, wie du die Welt siehst, es ist richtig", erzählt Eurovision-Song-Contest-Gewinnerin Wurst ("Rise Like A Phoenix"), die eigentlich Tom Neuwirth heißt. "Natürlich ist dieser Mainstream-Erfolg der Grund, warum wir das jetzt auch in Europa versuchen."

"Queen of Drags" will den Fokus aber nicht nur auf die extrovertierten Glamour-Ladys richten, der Zuschauer soll auch die Männer unter den Perücken kennenlernen. "Dragqueens sind wie du und ich – nur mit ein bisschen mehr Make-up", sagt Bambi Mercury, der in seiner Rolle dem Modeschöpfer Harald Glööckler ähnelt.

Kritik aus Community

Kritik aus der schwulen Community gab es im Vorfeld daran, dass ausgerechnet "Germany's Next Topmodel"-Moderatorin Klum als Gastgeberin der Show auftritt. In einer Petition äußerten Dragqueens die Sorge, dass Drag nicht als selbstverständliche Kunstform präsentiert werde, sondern vor allem klischeebehaftet – und auch noch von einer weißen Heterofrau (queer.de berichtete).

Die Macher greifen die negativen Kommentare gleich in der ersten Folge auf. Wurst hat Klum in mehreren Interviews verteidigt. Der dpa sagte Conchita Wurst: "Wir schreien so laut nach Integration, aber haben keinen Platz für eine andere Art der Jurymitglieder" (queer.de berichtete).

Wöchentliche Umfrage

» Am Donnerstag startet Queen of Drags auf ProSieben. Schaltest du ein?
    Ergebnis der Umfrage vom 11.11.2019 bis 18.11.2019


#1 Dein anonymer NickAnonym
  • 13.11.2019, 11:59h
  • Mein Gott ist das albern, das sich einige Leute über die Frau Klumm aufregen...

    Wo ist das Problem, das eine Heteroseuxuelle Frau eine Drag-Show produziert ? Sollte es nicht eigetlich froh stimmen, das eine Heterosexuelle so eine Sendung macht, die für Aktzeptanz von Drag-Queens werben soll ?

    Sie hat ja noch Conchita Wurst an der Seite, die als bekannte Schwule Drag-Queen auftritt... Und dann natürlich noch (den vermutlich Schwulen, aber nie offiziell geouteten) Bill Kaulitz, von Tokkio Hotel...

    Auch wenn ich nie Fan von Tokio Hotel war, fand ich Bills auftreten druchaus mutig ! Vorallem damals, als Jugendlicher...

    Gerade in Zeiten von Rechtsruck überall, ob in der BRD oder im Ausland (beispiel Spanien), ist (Schwule) Flagge zeigen wichtig...

    Viele Schwule fühlen sich heute anscheinend zu sicher, als das die ermkämpften Rechte nicht auch wieder genommen werden könnten...

    Viele Schwule schließen andere aus, um ja leicht aktpzeptiert zu werden... Aber wir sind doch nichts besseres als andere Sexuelle Minderheiten...
    Darum heißt es ja auch nur LGBTI und nicht ABCDESFGIJKLMNOPQRSTUVWXYZ, weil so wäre niemand ausgeschlossen...

    Wir Schwulen und auch viele andere Minderheiten werden nur gedultet, solange wie uns nach deren Spielregeln halten... Anständig sind und uns am besten wie "schwanzlose Eunuren" benehmen, wie Brian Kinney einst in der US-Serie "Queer as Folk sagte...

    Gerade WIR sollten uns nicht so anständig zeigen, zeigen das WIR wirklich ANDERS sind um mit der neuen PRÜDEN MORAL hier im Lande einen Riegel vorzuschieben...

    Dafür sollten wir aber auch andere nicht ausschließen, sondern Unterstützten, denn Gemeinsam ist man viel Stärker...

    In denen wir andere ausschließen, schwächen wir uns alle... Und jetzt schließen manche schon eine Heidi Klumm aus, obwohl sie etwas tut, für Aktzeptanz... Kopfschüttel...

    Denkt alle mal darüber nach... Okay :-)
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#2 Sabelmann
  • 13.11.2019, 13:47h
  • Wie oft denn noch?
    Bestimmt gibts wichtigere Dinge zu berichten als zum 100ten mal eine "fehlbesetzte Heidi Klum" in irgeneiner TV-Show!
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#3 KaktusAnonym
#4 JarJarProfil
  • 14.11.2019, 10:34hKiel
  • Natürlich ist Klum nicht die ideale Wahl, aber welches Pro7 Gesicht hätte es denn sonst machen sollen? Joko und Klaas?
    Man sollte die erste Folge mal abwarten, es gibt halt keinen deutschen RuPaul und einer Olivia Jones würde ich es nicht zutrauen so eine Sendung als Gastgeber zu schmeißen.
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#5 niccinicciAnonym
  • 14.11.2019, 10:38h
  • hk sollte gleich in den usa bleiben, da passt sie gut hin und hier braucht sie kein mensch!
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#6 NervAnonym
  • 14.11.2019, 10:57h
  • Ich freue mich schon wenns in einer Woche wieder zur Berufsschule geht. Und dann bin ich wieder "Ein Mann in Frauenkleidern".
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#7 Sabelmann
#8 JuNiAnonym
  • 14.11.2019, 14:48h
  • Sie ist und bleibt eine Fehlbesetzung. Gerade die Frau, die jahrelang ihre Meeeeedchen in ihr ideales Modelbild gepresst hat.
    Olivia Jones ist bei mir aber auch unten durch seit ihres Interviews in der BILD Wie erkenne ich eine Transe?.
    Gibt es keine anderen Alternativen in der LBTQ Gemeinde?! Hape oder Guido?
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#9 Patroklos
  • 14.11.2019, 23:16h
  • Antwort auf #4 von JarJar
  • Die erste Folge heute Abend war auf jeden Fall was vom Feinsten! Stutenbissigkeit und Zickenkrieg sind auch vorhanden (ich sage nur: Katy Bähm mischt alle auf) genauso wie große Dramen, weil nämlich heute die erste Teilnehmerin ausscheidet.
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#10 felix-baerlinAnonym
  • 15.11.2019, 08:22h
  • Ich war auch positiv überrascht. Da haben sich die produzierenden Menschen richtig Mühe gemacht- unterhaltsam, politisch, selbstkritisch.

    Und ganz anders als Prince Charming. Während dort zum Beispiel Kandidat Aaron Königs altersdiskriminierende Äußerungen wie selbstverständlich und unwidersprochen vom Stapel lässt, reagieren bei Queen of Drags die anderen und es wird vom Produktionsteam bewusst Non-Shaming thematisiert. So auch von Heidi Klum selbst, die ich zum ersten nicht doof fand.

    Insgesamt erfrischend und eine Bereicherung im TV. Aber ob es bleibt oder in der nächsten Folge oberflächlich wird? Dagegen spricht die vielseitige Kandidatenauswahl, bei der man sich auch die Mühe machte, nicht nur an deren Oberfläche zu kratzen. Auch das ist anders als bei Prince Charming, wo die Männer, man müsste wohl eher Jungs sagen, wie aus der Retorte, z.B. ALLE mit Standard-Bart, auf den Fleischmarkt geworfen wurden und sich selbstdarstellen. Dass tun die Queen of Drags zwar auch, aber durch die Verwandlungen spürt man, dass es trotz Selbstbezogenheit nicht nur um sie geht. Weiter so!
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