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"Prussian Designer"

Keine Party zum 75. bei Joop: "Viele Ältere auf einem Haufen unappetitlich"

Der Modedesigner kam mit Pelzkollektionen zu internationaler Bekanntheit. Nach einer Ehe mit einer Frau entdeckte er erst spät seine Homosexualität.


Wolfgang Joop bei einer Filmpremiere 2014 (Bild: StagiaireMGIMO / wikipedia)

Anzusehen ist es ihm nicht, aber am Montag wird Wolfgang Joop 75 Jahre alt. "Ich bin nicht gern alt, aber wer will denn jung sterben", sagte Joop vor wenigen Wochen der "Bild"-Zeitung. Die Schaffenskraft des mit Karl Lagerfeld und Jil Sander zu den erfolgreichsten Modedesignern aus Deutschland zählenden Joop leidet offenbar nicht unter dem Alter. "Ich habe mit 75 mehr Aufgaben und bevorstehende Kollektionen als mit 35", sagt er.

Das breite Lächeln und der sommerliche Teint, dazu immer eine große Leichtigkeit in seinem eigenen Outfit – das sind Kennzeichen des Designers. Geboren wurde Joop am 18. November 1944 auf einem Landgut in der Nähe von Potsdam, der Stadt, in der er seit 1998 wieder lebt.

Sein Vater war lange in Kriegsgefangenschaft, das Einzelkind Joop wuchs behütet von einer großen Familie auf, die trotz Nachkriegszeit gut versorgt war. 1952, als Joop acht Jahre alt war, kehrte der Vater zurück und nahm Frau und Sohn mit nach Braunschweig. Der kleine Junge mochte die Stadt jedoch nicht, weniger noch die übergroße Strenge des Vaters.

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Beruflicher Durchbruch im Jahr 1978

Nachdem er zunächst als Redakteur für eine Modezeitschrift gearbeitet hatte, gewann Joop 1970 mit seiner damaligen Frau Karin einen Wettbewerb der Modezeitschrift "Constanze" – der Einstieg in die Welt der Designer. Seinen Durchbruch schaffte er 1978 mit einer ersten eigenen Pelzkollektion. "Prussian Designer", einen preußischen Designer, nannte ihn die von seinem Stil angetane "New York Times".

Der in den Sechziger- und Siebzigerjahren unstet lebende Joop – in dieser Zeit kamen seine Töchter Jette und Florentine zur Welt – wurde in den Achtzigern zum Schneider der Reichen aus Deutschland. Joop kostete das Leben in dieser Zeit aus, inklusive Drogenkonsum. Nach der Wendezeit zog es ihn aus Hamburg zurück zu den familiären Wurzeln in Potsdam. Und in Nachbarschaft zur Hauptstadt Berlin entwickelte Joop seinen Stil fort.

Das Geschäftliche lief bei Joop spätestens glänzend, seit er ab Mitte der Achtzigerjahre mit dem damaligen Lancaster-Chef Herbert Frommen sein Modelabel zu einer Weltmarke mit Lifestyleprodukten wie Uhren, Taschen und Parfums ausbaute. Parallel zum Wachstum verlor Joop allerdings die Freude – er habe sich seinen Produkten gegenüber immer fremder gefühlt, sagte er einmal. Joop verkaufte seine Anteile und zog sich 2001 ganz aus dem Unternehmen zurück, das seinen Namen trägt.

Späte Reality-Karriere dank Heidi Klum

Der seit 2013 mit seinem langjährigen Partner Edwin Lemberg verpartnerte Joop, der erst spät sein Schwulsein "entdeckte", wurde Kunstsammler, begann zu zeichnen, wurde Schauspieler und Schriftsteller und startete eine späte Laufbahn im Fernsehen. Heidi Klum holte ihn 2014 in ihre Castingshow "Germany's Next Topmodel".

Die Show hatte er vorher wegen Exhibitionismus abgelehnt – um dann Klum doch zuzusagen. "Ich bin – typisch Modeleute – leicht verführbar, das Maul aufzumachen", sagte Joop der "taz" über sich. Und das Topmodel ist für ihn "eine geilere Misswahl als früher – es geht um die Schicksten, die ein Land zu bieten hat".

Aus der Show stieg Joop nach zwei Staffeln 2015 wieder aus, als Folge ist er aber bis heute auch bei jüngeren Menschen wieder populär. Beruflich kümmert er sich wieder verstärkt ums Modedesign. Der Luxushemdenanbieter van Laack präsentierte Joop ihm Frühjahr als neuen Creative Director.

Der Jubilar, der sich kürzlich auf einer Lesereise zu seiner neuen Autobiografie den Knöchel brach und deshalb eine Zwangspause einlegen musste, will zu seinem Geburtstag keine Party. "Nein, viele Ältere auf einem Haufen wirken unappetitlich", sagte er der "taz".



Wolfgang Joop nackig

In seinem Buch "Undressed – Aus einem Leben mit mir" verrät der schwule Modemacher seine Wünsche, Träume und Ängste.
#1 Fred in BKKAnonym
  • 14.11.2019, 10:40h
  • viele Ältere auf einem Haufen wirken unappetitlich",

    so ein Satz macht mir Brechreiz
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#2 DominikAnonym
  • 14.11.2019, 11:09h
  • Antwort auf #1 von Fred in BKK
  • Mir auch. Altersdiskriminierung at ist best. Den Typ konnte ich noch nie leiden, leidet an Arroganz und Selbstüberschätzung. Und Facelifts und Botox scheinen auch nicht das zu bringen, was er sich vermutlich selbst einbildet. Ganz im Gegenteil.
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#3 ArdoAnonym
  • 14.11.2019, 12:03h
  • Erschreckend, diese Gedankenlosigkeit.
    Unappetitlich als Merkmal von Menschen zu benennen
    zeugt von einem sehr speziellen Charakter
    Er soll sich erstmal selber anschauen.Alle Bemühungen seinerseits haben ja nichts gebracht.
    Der Satz geht gar nicht.
    Er diskriminiert sehr viele Leute.
    Das es so was noch gibt.
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#4 Leon 4Anonym
  • 14.11.2019, 12:32h
  • Gg, geiler Typ ey, so schwachsinnig ich die Modeszene auch finde, der dude ist einfach lässig!
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#5 LotiAnonym
#6 RubinsAnonym
#7 LotiAnonym
#8 lucdfProfil
#9 Leon 4Anonym
#10 Carsten ACAnonym
  • 14.11.2019, 15:32h
  • "Viele Ältere auf einem Haufen unappetitlich"

    Solche Aussagen sind keine Feststellung von Tatsachen, sondern zeugen eher davon, dass man massive Probleme mit dem eigenen Alter hat.
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