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Ruhrgebiet

Vier Männer raubten Schwulen aus – Haftstrafen

Vor einem Jahr wurde ein 29-Jähriger aus Oberhausen beim Online-Date mit einem 19-Jährigen gleich zweimal in eine Falle gelockt. Das Landgericht Duisburg verurteilte jetzt die Täter, von denen nur einer mit Bewährung davonkam.


Der Prozess vor dem Landgericht Duisburg erstreckte sich über vier Verhandlungstage (Bild: Hans Splinter / flickr)

Nach einem zweifachen Überfall auf einen schwulen Mann aus Oberhausen hat das Landgericht Duisburg vier Männer wegen Raubes verurteilt. Drei der Täter, die zwischen 19 und 41 Jahre alt sind, erhielten nach einem Bericht der "WAZ" Haftstrafen von bis zu drei Jahren und neun Monaten. Ein 21-Jähriger kam mit 21 Monaten auf Bewährung davon. Auch die Täter stammten aus Oberhausen.

Das Opfer hatte den 19-jährigen Hauptangeklagten im vergangenen Jahr auf einer schwulen Datingseite kennengelernt. Nach einer Unterhaltung bat der Teenager, der sich als potenzieller Lover inszenierte, seinen Gesprächspartner um 300 Euro, die ihm dieser auch lieh. Bei der geplanten Rückgabe am 28. November 2018 erklärte der 19-Jährige jedoch, er habe lediglich einen 500-Euro-Schein. Die beiden fuhren dann gemeinsam zu einem Geldautomaten, damit das spätere Opfer Wechselgeld holen kann. Dort stieß der 41-jährige plötzlich Mitangeklagte hinzu und bedrohte den Schwulen mit einem Messer. Der 29-Jährige konnte jedoch fliehen. Auch der 19-Jährige hatte schnell das Weite gesucht.

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Errneutes Treffen nach missglücktem Überfall

Zunächst stellte das Opfer keine Verbindung zwischen dem versuchten Raubüberfall und der Geldübergabe fest. Daher ließ er sich nur kurze Zeit später auf ein erneutes Treffen auf dem Parkplatz der Niederrheintherme Mattlerbusch ein. Dieses Mal kam der 19-Jährige in Begleitung zweier Männer im Alter von 19 und 21 Jahren. Das Opfer bemerkte zu spät, dass es sich um einen Überfall handelte und konnte diesmal nicht fliehen. Die drei Täter schlugen auf den Mann ein und zertrümmerten sein Nasenbein. Sie erbeuteten 260 Euro.

Der viertägige Prozess hatte zeitweise unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden. Während einer Verhandlungspause war der 21-jährige Angeklagte offenbar von Angehörigen eines anderen Täters verprügelt worden. Zuvor hatte er seine Kumpanen, die den Überfall vor Gericht abstritten, schwer belastet.

Ähnliche Fälle in ganz Deutschland

In den vergangenen Jahren haben sich ähnliche Überfälle in Deutschland ereignet, weswegen bei der Nutzung von Gay-Datingseiten zu besonderer Vorsicht geraten wird. Ende 2018 wurden etwa in Bochum acht Männer zwischen 18 und 21 Jahren zu Jugendstrafen bis zu 18 Monaten verurteilt, weil sie auf Datingportalen ihre Opfer zu abgelegenen Orten dirigierten und dann ausraubten (queer.de berichtete).

Ein ähnlicher Fall hatte sich zwei Jahre zuvor offenbar in Gütersloh ereignet (queer.de berichtete). Die Polizei stellte damals allerdings die Ermittlungen wegen fehlender Beweise ein (queer.de berichtete). (cw)



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#1 Patrick SAnonym
  • 15.11.2019, 09:40h
  • Gut, dass er es erstens zur Anzeige gebracht hat, was einige vor Scham gar nicht können und ja auch so kalkuliert ist und zweitens, dass die Herren ihre Strafe bekommen haben.
    Davon abgesehen verstehe ich nicht, wie man jemandem, den man noch nicht kennt und gerade erst über Romeo oder Konsorten angeschrieben hat, 300 leihen kann?!
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#2 KonfabulationAnonym
  • 15.11.2019, 18:37h
  • Antwort auf #1 von Patrick S
  • Solche Täter konfabulieren da die Herz erweichendsten Geschichten zusammen, um wen Arglosen dazu zu bekommen. Wenn man entsprechend naiv oder zu gutherzig ist, fällt man drauf rein. Betrüger-Tricks in anderer Form beweisen das, suche mal nach Enkeltrick, oder ganz häufig in den letzten paar Jahren, falsche Polizisten, die kontrollieren, Strafen abkassieren oder ältere Leute damit vollquatschen, ihr Haus oder die Wohnung sei von Kriminellen bedroht und Wertsachen dort nicht sicher, ein Polizist würde diese annehmen und verwahren und sowas. Man würde denken, niemand sei so blöd. Diese Art Betrug hat genug Erfolg und findet Nachahmer.

    Wie man sich mit Wildfremden so kurzfristig auf sowas Intimes einlassen kann, verstehe ich aber auch nicht.

    Wenn der 21-Jährige von Angehörigen anderer Täter verprügelt wurde, hat er wenigstens gemerkt, mit was für einem Gesocks er sich eingelassen hat. Auch das kann eine Strafe sein, wenn man sonst auch nur Bewährung kriegte.
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