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US-Vorwahlen

Buttigieg baut Vorsprung in Iowa aus

Der schwule Bürgermeister liegt im ersten Vorwahl-Staat fast zehn Prozentpunkte vor seiner schärfsten Herausfordererin. Als Favorit gilt er trotz der guten Zahlen aber weiterhin nicht.


Pete Buttigieg steht erstmals ganz oben (Bild: Screenshot CNN)

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Pete Buttigieg liegt laut einer am Samstag veröffentlichten aktuellen Umfrage in Iowa weit vor seinen Konkurrenten. In dem Agrarstaat wird am 3. Februar 2020 die erste Vorwahl der Demokraten stattfinden.

Laut der Umfrage von CNN und der Zeitung "Des Moines Register" kommt Buttigieg unter 500 repräsentativ ausgewählten Wählern, die zur Vorwahl in Iowa gehen wollen, auf 25 Prozent der Stimmen – damit hätte er seine Stimmen verdreifacht. Senatorin Elizabeth Warren liegt mit 16 Prozent auf Rang zwei, knapp dahinter folgen Senator Bernie Sanders und Ex-Vizepräsident Joe Biden mit je 15 Prozent. Amy Klobuchar liegt mit sechs Prozent weit abgeschlagen, alle anderen Kandidaten erreichen drei Prozent oder weniger. Die Fehlertoleranz wird mit plus/minus 4,4 Prozentpunkte angegeben.

Vergangene Woche hatte erstmals eine Umfrage Buttigieg in Iowa an erster Stelle gesehen (queer.de berichtete). Allerdings lag dieser Vorsprung des Bürgermeisters von South Bend noch innerhalb der Fehlertoleranz.

Die Vorwahl in Iowa ist traditionell ein wichtiger Auftakt für die Präsidentschaftsbewerber, die dort Millionen von Dollar ausgeben. Es gilt als Binsenweisheit, dass ein Kandidat in den ersten Vorwahlen stark abschneiden muss oder ansonsten kaum eine Chance auf den Sieg hat, unter anderem weil sich seine Sponsoren einen anderen Kandidaten aussuchen. Als Kriegsveteran und extrovertierter Christ gilt Buttigieg, so glauben viele seiner Unterstützer, trotz seiner Homosexualität auch vielen Konservativen als akzeptabel und habe daher größere Chancen, Donald Trump zu besiegen.

Twitter / PeteButtigieg | Buttigieg will als Präsident ganz Obama-mäßig eine "Ära der Hoffnung" einläuten

Viele Strategen der Demokraten sehen Buttigieg als guten Kompromisskandidaten zwischen Bernie Sanders und Elizabeth Warren, die mit ihrer sehr linken Politik angeblich unentschlossene Wähler in der Mitte abschrecken könnte, und dem als verbraucht geltenden Ex-Vizepräsidenten Joe Biden, dessen Wahlkampf bislang unter den Erwartungen bleibt. Buttigieg hatte in der Vergangenheit linke Positionen von Warren, etwa beim Thema Gesundheitsreform, als zu radikal kritisiert und sich als Kandidat der Mitte inszeniert, der auch Unentschlossene auf seine Seite ziehen könne. Warren-Anhänger fürchten dagegen, dass die linke Basis der Demokraten bei einem Mitte-Kandidat wie Buttigieg nicht an die Wahlurnen gelockt werden kann.

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Vorsprung noch keine Vorentscheidung

Durch den großen Vorsprung sollte sich die Buttigieg-Kampagne allerdings nicht zu sicher fühlen, da US-Wähler traditionell launisch sind. Dies zeigte sich etwa im Vorwahlkampf 2004, als Ex-Gouverneur Howard Dean Wochen vor der Vorwahl in Iowa schier uneinholbar in Führung zu sein schien, dann aber nur auf dem dritten Platz landete. Daraufhin wurde John Kerry Kandidat der Demokraten.

Direktlink | Heute erinnern sich viele nur noch an die "Schrei"-Rede von Howard Dean nach der Vorwahl in Iowa, die jahrelang von US-Komikern parodiert wurde – und die Dean nach Ansicht vieler Stimmen und Ansehen gekostet hat

Zudem zeigen Umfragen, dass Buttigieg in anderen Bundesstaaten, in denen früh Vorwahlen stattfinden, sehr viel schlechter abschneidet. Insbesondere unter Afroamerikanern, die in Iowa fast keine Rolle spielen, hat er Probleme. Diese Wählergruppe ist etwa in South Carolina, dem vierten Primary-Staat, überlebenswichtig. Hier liegt Buttigieg unter Schwarzen laut Umfragen praktisch bei Null. Vergangenen Monat hatten Berichte in den US-Medien für Unruhe gesorgt, wonach die Buttigieg-Kampagne laut einem internen Memo von vielen schwarzen Wählern abgelehnt werde, weil diese Probleme mit der Homosexualität des Kandidaten hätten.

Tatsächlich hatten in der Vergangenheit afroamerikanische Wähler, die eher religiös sind als andere Gruppen, auch in größerem Ausmaß die Ehe für alle abgelehnt. Allerdings änderte sich dies, nachdem sich der damalige Präsident Barack Obama 2012 für die Ehe-Öffnung ausgesprochen hatte (queer.de berichtete).

Wettbüros sehen weiterhin Elizabeth Warren und Joe Biden als Favoriten auf die Demokratische Präsidentschaftskandidatur, erst danach kommt Buttigieg. Insgesamt ist es nach Ansicht der Buchmacher nach wie vor am wahrscheinlichsten, dass Präsident Donald Trump wiedergewählt wird. Allerdings ist bislang kaum vorhersehbar, wie sich das vom demokratisch kontrollierten Repräsentantenhaus angestrengte Amtsenthebungsverfahren auf das Wahlverhalten auswirkt.



#1 FredericAnonym
#2 IronikerEhemaliges Profil
  • 19.11.2019, 18:04h
  • In seinem eigenen Staat hat der Mensch Erfolg.

    Und dann gibt es Stimmen in der deutschen Community, die tönen, man dürfe es auch 2019 nicht riskieren, einen Schwulen als Präsidentschaftskandidaten aufzustellen.

    "Nicht riskieren" kann nur bedeuten, dass Schwulsein immer noch ein Makel sei, der angreifbarer mache als andere eventuelle Unvollkommenheiten. Deshalb dürfe man es auch die nächsten 200 Jahre nicht mal versuchen.

    Diese Denke ist nichts vorwärts-, sondern absolut rückwärtsgewandt. Denn Schwulsein ist eben KEINE Unvollkommenheit. Dafür mit Rückgrat einzutreten, ist, was wir brauchen, und was Buttigieg tut.

    Er kandidiert weder obwohl er schwul ist, noch weil er schwul ist. Er kandidiert, weil er gute demokratische Politik machen will. Nur das darf im Jahr 2019 zählen, sonst werden wirklich auch 2219 noch keinen Schritt weiter sein.

    Katzbuckelndes Duckmäuser_innentum ruiniert und verhindert jeden gesellschaftlichen Fortschritt. Dies sei den Stimmen gegen Buttigieg's Kandidatur, die auch hier ertönen, ins Stammbuch geschrieben.
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