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Fußball

Berlin: "Diverse" Menschen dürfen in Herren- oder Frauenteams spielen

Der Verband für Fußball-Amateure in der Bundeshauptstadt macht es Inter- und Transpersonen leichter, ein Team ihrer Wahl zu finden. Für die Grünen im Bundestag ist diese Entscheidung "richtungsweisend".


Der bislang rein binär organisierte Fußballsport ist in Berlin fairer geworden (Bild: Aleksandr Osipov / flickr)

  • 18. November 2019, 15:23h, noch kein Kommentar

Der Berliner Fußball-Verband e.V. (BFV) hat am Samstag auf seinem Arbeits-Verbandstag als erster deutscher Amateur-Fußballverband beschlossen, Menschen mit dem Personenstandseintrag "divers" die Entscheidung zu überlassen, ob die Spielberechtigung für die Frauen- bzw. Mädchenteams oder die Herren- und Jungenteams erteilt werden soll. Der mehrheitlich angeonommene Antrag war vom Ausschuss für Fairplay und Ehrenamt erarbeitet worden. Seit Januar 2019 ist die dritte Geschlechtsoption "divers" in bestimmten Fällen nach Einreichung eines ärztlichen Attests erhältlich (queer.de berichtete).

Wörtlich heißt es in der neuen Fassung der Spielordnung künftig: "Ist im Personenstandseintrag kein Geschlecht angegeben, die Angabe 'divers' oder eine andere Bezeichnung des Geschlechts als die Bezeichnungen 'weiblich' oder 'männlich' eingetragen, so kann die Person selbstständig entscheiden, ob die Spielberechtigung für die Frauen- bzw. Mädchenmannschaft oder für die Herren- bzw. Jungenmannschaft erteilt werden soll." Gleiches gelte auch, wenn kein deutscher Personenstandseintrag vorliege oder eine "gerichtliche Entscheidung, durch welche die Vornamen der Person geändert werden, auf der Grundlage des Transsexuellengesetzes ergangen ist".

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Lob von LGBTI-Aktivisten und Grünen

LGBTI-Aktivisten begrüßten die Änderung: "Es ist wichtig, dass auch trans- und intergeschlechtliche Menschen die Möglichkeit haben, ohne Einschränkungen ihrem Hobby nachzugehen und am organisierten Fußballsport teilzunehmen", erklärte Christian Rudolph, Leiter des Projektes "Soccer Sound", der für den Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg seit mehreren Jahren im Ausschuss für Fairplay und Ehrenamt mitarbeitet.

Die Änderung der Spielordnung wurde auch von der grünen Bundestagsfraktion gelobt: "Das bisher fast ohne Ausnahmen rein binär organisierte Sportsystem steht bei der Frage des Umgangs mit trans- und intergeschlechtlichen Menschen vor einer großen Herausforderung", erklärten Sportexpertin Monika Lazar und Queerpolitik-Expertin Ulle Schauws am Montag in einer gemeinsamen Erklärung. "Die Entscheidung des BFV ist richtungsweisend und ein Signal an oft konservative Sportstrukturen. Erstmals führt ein Sportverband eine progressive Regelung mit Vorbildcharakter ein, die Sicherheit für trans- und intergeschlechtlichen Menschen und auch Verbände selbst schafft." Die Politikerinnen forderten, dass sich weitere Sportverbände "ein Beispiel an der Berliner Lösung nehmen" sollten.

Der 1897 gegründete BFV ist der Dachverband der Berliner Fußballvereine und koordiniert eigenen Angaben zufolge über 3.500 Mannschaften mit mehr als 150.000 Mitgliedern in 391 Vereinen. (dk)