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Australien

Israel Folau: Gott schickt Buschfeuer wegen Ehe für alle

Gott ist sauer, weil Schwule und Lesben in Australien heiraten dürfen – und bestraft das Land deshalb mit Dürre und Buschfeuern. Das ist zumindest die These des Rugbyspielers Israel Folau.


Israel Folau flog im Frühjahr wegen seiner ständigen verächtlichen Äußerungen über Schwule und Lesben aus dem Rugby-Team (Bild: www.davidmolloyphotography.com / flickr)

Der 30-jährige Rugbystar Israel Folau hat erneut mit einer homophoben Predigt in seiner Kirchengemeinde für Aufregung gesorgt. Der evangelikale Christ machte am Sonntag in seiner zehnminütigen Rede, die auf der Facebook-Seite seiner "Truth of Jesus Christ Church" in Sydney veröffentlicht wurde, die Ehe-Öffnung und das liberale Abtreibungsrecht für Buschfeuer verantwortlich, die gerade in den australischen Staaten New South Wales und Queensland wüten. Bislang sind durch die Feuer sechs Menschen getötet worden, Tausende verloren ihr Zuhause.

"Ich habe mir die Dinge angesehen, die in Australien in den letzten Wochen passiert sind, all die Naturkatastrophen, die Buschfeuer und die Dürre", so Folau in der Predigt. Diese Wetterphänome seien göttliche Zeichen: "Gott spricht mit euch, Australien. Ihr müsst Buße tun."

Folau zitierte Sätze aus dem biblischen Buch Jesaja, in dem das Ende der Welt beschrieben wird, und stellte eine Beziehung zur Gegenwart her: "Gott sagt, dass Mann und Frau zusammen sein sollten; ein Mann und eine Frau im Bund der Ehe", so Folau. Die Ehe in Australien war Ende 2017 nach einem Volksentscheid für Schwule und Lesben geöffnet worden (queer.de berichtete). Außerdem kritisierte er Abtreibung als "Mord".

Scharfe Kritik an Folau, aber auch Unterstützung

Viele australische Politiker zeigten sich entsetzt über die Aussagen Folaus. Der Chef der sozialdemokratischen Labor Party und Oppositionsführer Anthony Albanese bezeichnete die Predigt etwa als "verwerflich".

Twitter / AlboMP

Aber Folau fand auch Unterstützung von Parlamentariern: Der Rechtspopulist Bob Katter warnte vor einer "Hexenjagd" gegen Folau und erklärte: "Ich mag manchen Elementen der Theologie und dem Fundamentalismus von Folau nicht unbedingt zustimmen, aber die intensive Verfolgung, der er ausgesetzt ist, ist für mich einfach eine Fortführung von Glaubensverfolgung, die derzeit fast überall in Australien gegen das Christentum durchgeführt wird."

KATTER WARNS FOLAU WITCH-HUNT EXAMPLE OF WORSENING RELIGIOUS PERSECUTION Today I warned the Australian people that…

Gepostet von Bob Katter am Montag, 18. November 2019
Facebook / Bob Katter

Folau war bis letztes Jahr der bestbezahlte Rugbyspieler der Welt, geriet aber immer wieder wegen seiner homosexuellenfeindlichen Äußerungen in die Kritik. So drohte er Schwulen und Lesben wiederholt mit der Hölle, sofern sie ihre sexuelle Orientierung nicht änderten und sich dem Christentum zuwendeten. Außerdem verglich er in einem Eintrag auf Instagram Schwule und Lesben unter anderem mit Lügnern und Dieben.


Eine von Folaus Warnungen vor der Hölle an Homosexuelle und andere ihm verhasste Menschen

Im Mai diesen Jahres feuerte der Rugbyverband Folau schließlich nach mehreren Verwarnungen (queer.de berichtete). Wenige Wochen später verklagte Folau seinen Ex-Verein und den Verband auf zehn Millionen Dollar, weil er angeblich wegen seiner Religion diskriminiert worden sei (queer.de berichtete).

Religiös motivierte Homo-Hasser machen Schwule und Lesben immer wieder für Naturkatastrophen verantwortlich, etwa auch für die Waldbrände in Kalifornien (queer.de berichtete). Vergangenes Jahr erklärte der malaysische Oppositionsführer, dass ein Erdbeben die "Strafe Allahs" für homosexuelle Aktivitäten sei (queer.de berichtete). Im Jahr davor fragte die unter US-Konservativen beliebte Kommentatorin Ann Coulter, ob die Wahl einer lesbischen Bürgermeisterin in Houston für einen Hurrikan verantwortlich sei (queer.de berichtete). (dk)



#1 Ralph
  • 19.11.2019, 12:18h
  • Diese Art von Hetzern diverser extremer religiöser Strömungen beruft sich letztlich auf den von Gott laut Genesis 7 bzw. Genesis 19 begangenen Massenmord an nahezu der gesamten Menschheit bzw. an den Bürgern der Städte Sodom und Gomorrha. Zwar handelt es sich dabei nur um Fantasyliteratur, die sich jüdische Priester wohl zur Zeit von König Nebukadnezar II. ausgedacht haben, im Kern steht dahinter aber die Ratlosigkeit wissenschaftsferner Menschen, die nach einer Erklärung für Naturkatastrophen suchen und dabei auf die Idee verfallen, sie seien göttliche Strafe für menschliches Fehlverhalten. Praktischerweise ließ sich damit in mythologiegläubigen Gesellschaften und lässt sich noch heute in abergläubischen Menschengruppen Angst erzeugen, die der Lehre des jeweiligen Kultes entsprechendes Verhalten zwingen soll und die gleichzeitig zur Ausgrenzung von bestimmten sozialen Gruppen dient, die dem Kult fremd sind. Die Prediger übersehen dabei geflissentlich, dass Anstand und Vernunft gebieten, nicht jene sozialen Gruppen zu verurteilen, sondern mit Abscheu vor Religionen zurückzuschrecken, die einen tobenden, mörderischen Götzen verehren. Man könnte sich ja auch Religionen vorstellen, deren Gott seine Geschöpfe von vornherein auf den ihm richtig erscheinenden Weg leitet und sie nicht zu ihm falsch erscheinendem Verhalten anstiftet - allein damit er sie nachher zu Tausenden und Abertausenden ersäufen oder verbrennen kann mit der Ausrede, sie seien Sünder gewesen. Fast noch schlimmer stellt sich Gottes Massenmord an den ägyptischen Kindern in Exodus 11 dar, bei dem nicht einmal mehr der Versuch gemacht wird, den Opfern irgendeine Schuld zuzuweisen. Und so geht es dann ungebremst weiter mit den wahnsinnigsten Mordbefehlen Gottes und deren Ausführung durch seine Anhänger. Nichts erregt gegen die abrahamitischen Religionen so viel Ekel wie die Mythen aus ihrer Frühzeit, in denen sie ihren Gott ohne all die späteren Deckmäntel à la Bergpredigt seine hasszerfressene Fratze zeigen lassen. In jener grauen Vorzeit, als Gott noch Söhne besaß, die Sex mit Menschenfrauen hatten (Genesis 6, 4; Jesus dürfte wohl einer von ihnen sein), sind solche Mythen zu verorten. Mich widert heute an, wie uns im Religionsunterricht in der Grundschule Mordtaten wie die Sintflut ohne jede moralische Bewertung als richtig eingehämmert wurden. So lernen Kinder, dass ein Führer jedes Recht habe, nach seinem Willen Menschen zu töten. Von den Büchern Genesis und Exodus führt ein gerader Weg nach Auschwitz. (Ein Treppenwitz der Geschichte ist freilich, dass dem gerade die Anhänger jener Religion vorrangig zum Opfer fielen, die sich solchen Irrsinn erst ausgedacht hatte.)
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#2 rangerAnonym
  • 19.11.2019, 12:26h
  • Na, eins muss man ihm zugestehen: Seine Theorie ist natürlich viiiel logischer als der Klimawandel als eventuelle Ursache für größere Buschfeuer...
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#3 HörnchenAnonym
#4 Religioten-WatchAnonym
  • 19.11.2019, 13:23h
  • Immer wiedererstaunlich zu sehen, was für irres Zeug Religioten bereit sind zu glauben.
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#5 RugggybyAnonym
  • 19.11.2019, 13:45h
  • Rugby ist doch der Sport so wie American Football, aber ohne Kopfschutz?

    Nunja... manchmal ist der eben doch wichtig, wie man leicht sehen kann.
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#6 Leon 4Anonym
  • 19.11.2019, 14:15h
  • Mann und Mann treffen sich im Busch.

    Es kommt zur Reibung.

    Durch die Reibung entsteht Hitze.

    Der Boden ist trocken!

    (ist das schon ein haiku?....)

    Macht doch Sinn.... Und so wie der dude abgeht kann des doch nur noch an einer eigenen, nicht ausgelebten Sexualität liegen, des is doch absurd!
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#7 DramaQueen24Profil
  • 19.11.2019, 14:42hBerlin
  • Die Zeiten, als Gläubige Wetterphänomene als Strafe Gottes sahen, sollten längst vorbei sein, aber, wie er wieder mal beweist, "Vollhonk bleibt Vollhonk"!
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#8 PeerAnonym
  • 19.11.2019, 15:22h
  • Er kann es einfach nicht lassen zu hetzen...

    Naja, solche Aussagen kann jeder klar denkende Mensch sofort durchschauen und findet das eher absurd und lächerlich.
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#9 BornThisWayAnonym
  • 19.11.2019, 15:28h
  • "Folau zitierte aus dem biblischen Buch Jesaja, in dem das Ende der Welt beschrieben wird"

    Die Welt hätte laut diversen religiösen Schriften schon so viele Male enden sollen und es gibt sie immer noch. Falls der Weltuntergang doch irgendwann eintritt, dann definitiv nicht wegen gleichgeschlechtlicher Eheschließungen.
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#10 Leon 4Anonym
  • 19.11.2019, 15:51h
  • Antwort auf #9 von BornThisWay
  • Na, warte mal ab ey, es wäre aber sowas von typisch das an dem Tag an dem ich heirate des Schicksal einfach mal beschließt das die Welt nun fertig is..

    Is doch immer so ey...

    Du hast Urlaub... Schwupps biste krank!

    Du bist spät dran.... Schwupps schütteslst dir noch n Kaffee aufs Hemd!

    Du planst n Grillfest... Schwupps setzt der Regen ein sobald die Glut warm is!

    Du heiratest... Schwupps geht die Welt unter!

    Ich sag doch: so Standard, so typisch!

    (und jetzt hört mal uff den Typen ernster zu nehmen als man muss)
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