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Stockschläge

Malaysia: Folterstrafe gegen vier mutmaßlich schwule Männer vollstreckt

Das Partnerland der Berliner Tourismusbörse lässt mal wieder Menschen wegen Homosexualität mit Stockschlägen peinigen.


Malaysia verbietet nicht nur Homosexualität, sondern droht Schwulen und Lesben auch mit Folter (Bild: Joakim Olander / flickr)

Wegen versuchtem gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehrs sind vier Männer in Malaysia mit Stockschlägen bestraft worden. Die Männer erhielten am Montag in einem Gefängnis nahe der Hauptstadt Kuala Lumpur je sechs Stockschläge, wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mitteilte. Sie waren vor zwei Wochen gemäß der islamischen Scharia-Gesetzgebung verurteilt worden, weil sie "Verkehr entgegen der natürlichen Ordnung" versucht haben sollen (queer.de berichtete). Sie erhielten außerdem bis zu sieben Monaten Gefängnis und Geldstrafen.

Die Männer im Alter zwischen 26 und 37 Jahren waren im vergangenen Jahr bei einer Razzia in einer Wohnung festgenommen worden. Zuvor hatten die Religionsbehörden ihre Kommunikation überwacht.

Die Männer wurden laut Amnesty International nach den Stockschlägen aus der Haft entlassen, bis ihre Berufung gegen die Gefängnisstrafe verhandelt wird. Ein ebenfalls zu Schlägen und Gefängnis verurteilter fünfter Mann wurde ohne die Prozedur entlassen; er geht gegen das gesamte Urteil vor. An diesem Dienstag stehen sechs weitere Männer, die bei der Razzia festgenommen worden waren, vor Gericht.

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Amnesty: Bestrafungen sind "das eigentliche Verbrechen"

Amnesty-Vertreterin Shamini Darshni Kaliemuthu verurteilte die "bösartigen Bestrafungen", denen Homosexuelle in Malaysia unterworfen seien. Sie seien "das eigentliche Verbrechen, das hier begangen wurde". Sie forderte die Regierung auf ein Klima zu schaffen, in dem Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft frei von Diskriminierung leben können.

Experten zufolge hat sich das Klima für Homosexuelle in dem mehrheitlich muslimischen Staat in Südostasien in den vergangenen Jahren verschlechtert. Gleichgeschlechtlicher Sex ist sowohl nach dem Strafgesetzbuch als auch nach dem islamischen Recht verboten. Folterstrafen waren aber bislang eher selten: Zuletzt wurden im vergangenen Jahr erstmals Stockhiebe gegen mutmaßliche Lesben vollstreckt (queer.de berichtete).

Diese Folterstrafe hatte für ein Politikum im Vorfeld der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) im Frühjahr in Berlin gesorgt, die Malaysia als diesjähriges Partnerland bestimmt hatte. Vor Ort betonte Tourismusminister Datuk Mohamaddin, dass es in seinem Land keine Homosexuellen gebe (queer.de berichtete). Auch für das nächste Jahr hat sich die ITB mit Oman ein Partnerland ausgesucht, dass Homosexualität mit mehrjährigen Haftstrafen ahndet. (AFP/dk)



#1 PeerAnonym
  • 19.11.2019, 15:19h
  • Und in diesem Barbarenstaat machen auch noch manche Leute Urlaub, die solche Verbrechen damit direkt und indirekt unterstützen.
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#2 AltoAnonym
  • 19.11.2019, 16:44h
  • Antwort auf #1 von Peer
  • Was heißt "damit direkt unterstützen"? Ich glaube nicht, dass es einen deutschen Touristen gibt, der da hinfährt, um sich an solchen Auspeitschungen zu beteiligen. Man muss immer unterscheiden zwischen dem, was die Regierung macht, und dem, wie ein Großteil der Bevölkerung tickt. Wenn man dort nicht Urlaub macht, unterstützt man auch nicht z.B. die dortige LGBT Gemeinschaft, denen ein Austausch mit Europäern helfen könnte, ihr Land schwulenfreundlicher zu machen. Typisches AfD Gerede a la; das sind "Barbaren", hilft jedenfalls nicht.
    In Malaysia war ich noch nicht, aber vor einigen Jahren in Iran. Die Menschen sind dort viel freundlicher und netter als hier in Deutschland gedacht wird!
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#3 Mal ne FrageAnonym
#4 AltoAnonym
  • 19.11.2019, 17:23h
  • Antwort auf #3 von Mal ne Frage
  • Ich kann dir mal sagen, dass der Orient eine völlig andere Vorstellung von Recht und Gesetz hat, als das in Europa der Fall ist. Homosexualität und Schwulsein wird nicht per se bestraft, sondern nur die sexuelle Handlung, die im Land vor Ort passiert. Wenn man es schafft, ein paar Wochen enthaltsam zu sein, passiert nichts.
    Aber um die Frage zu beantworten: Ich habe mich dazu geäußert, wenn es zur Sprache kam. Mit der Polizei und den Behörden hatte ich wenig zu tun (Nur bei Ein- und Ausreise) und mit der Religionspolizei gar nicht. Als Tourist hat man immer gewisse Kulanz, Diskretion ist aber generell zu empfehlen. Auch bei anderen Themen wie z.B. Alkohol, Israel, Witze über den Islam, dem Atomprogramm etc.
    Eins muss einem klar sein: der Nahe Osten ist kulturell anders, da muss man sich anpassen und es ist keine Schande, sich nicht zu outen.
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#5 Ralph
  • 19.11.2019, 17:45h
  • Antwort auf #4 von Alto
  • Da das ist doch nicht anders als als unter den Nazis. Da wurde offiziell auch "nur" die konkrete sexuelle Handlung bestraft, nicht das Schwulsein als solches. Himmel, wie liberal!
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#6 Ralph
  • 19.11.2019, 17:53h
  • Malaysia gilt hierzulande als islamisch. Das ist aber gar nicht so. Es herrscht zwar ein strikt islamisches Regime, die Bevölkerung besteht aber nur zu etwa 60% aus Muslimen, und selbst diese Zahl erreicht das Regime nur durch einen gesetzlichen Trick: Alle Angehörigen der größten Volksgruppe (Malaien) gelten kraft Gesetzes mit Geburt als Muslime. Ein Religionswechsel ist für diese Menschen kaum möglich, da sie damit ihre ganze Existenz auf Spiel setzen würden. Man darf also von einer nicht geringen Zahl von Zwangsmuslimen ausgehen. Unter den anderen Volksgruppen bilden Muslime eine kleine Minderheit. Im Bundesstaat Sarawak auf Borneo z.B. machen Muslime nur etwa ein Drittel der Bevölkerung aus, und das ist lediglich Folge staatlich geförderter Einwanderung von Muslimen. Die Einheimischen lehnen den Islam ab. Stärkste Religion ist dort mit über 40% das Christentum. In ganz Malaysia gibt es dazu Buddhisten, Daoisten (Chinesen) und Hindus in beträchtlicher Zahl.
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#7 Mal ne FrageAnonym
  • 19.11.2019, 17:53h
  • Antwort auf #4 von Alto
  • "Ich habe mich dazu geäußert, wenn es zur Sprache kam."

    Und wie haben die "netten" Leute darauf reagiert?

    Was hast Du von den "netten" Leuten?
    Warum wirfst Du einer Gesellschaft, die sooo andere (sprich antiquierte) Vorstellungen von Recht und Gesetz hat, Dein gutes Geld hinterher, ohne Chance etwas an diesen Vorstellungen zu ändern?
    Israel -- ein Tabuwort?
    Wie kommt man dazu, sich so das Maul verbieten zu lassen?

    Wärst Du auch in den 30ern nach Nazideutschland gereist um "nette" Deutsche zu treffen?
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#8 Ralph
  • 19.11.2019, 18:10h
  • Antwort auf #7 von Mal ne Frage
  • Ja, das erinnert an die DDR. Als wir unsere obligatorische Reise dorthin in der Oberstufe machten, wurden wir vorher auch aufgeklärt, worüber wir dort nicht reden durften. Bei unseren Reisen nach England und Frankreich waren solche Vorsichtsmaßnahmen nicht notwendig. Dort konnten wir mit einheimischen Jugendlichen über alles reden, soweit wir nicht an sprachlichen Problemen hängen blieben. In der DDR hielten wir uns aus Angst vor der Stasi lieber von den Gleichaltrigen fern. Ich möchte nicht in ein Land reisen, in dem jede Kontaktaufnahme mit der Bevölkerung von vornherein gefährlich ist. Und noch was: Es kann doch nicht nur um einen selbst gehen. Gut, seien wir ein paar Wochen lang "enthaltsam". Aber wir wissen doch, dass unsersgleichen am nächsten Baukran aufgehängt wird. Nein. Den Aufenthalt in einem solchen Land könnte ich seelisch gar nicht verkraften.
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#9 Mal ne FrageAnonym
  • 19.11.2019, 18:21h
  • Antwort auf #8 von Ralph
  • "Aber wir wissen doch, dass unsersgleichen am nächsten Baukran aufgehängt wird. Nein. Den Aufenthalt in einem solchen Land könnte ich seelisch gar nicht verkraften."

    Danke, Du sprichst mir aus dem Herzen.
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#10 andreAnonym