Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34932

"Gottes Segen gilt für alle Ehepaare"

Westfälische Kirche: Evangelische Trauung auch für Schwule und Lesben

In inzwischen zwei von drei evangelischen Landeskirchen in Deutschland dürfen gleichgeschlechtliche Paare heiraten.


Auch die Protestanten in Westfalen haben ihr Trauungsverbot für Schwule und Lesben aufgehoben

Bei Hochzeiten werden homosexuelle Paare in der evangelischen Landeskirche von Westfalen künftig gleichgestellt. Bislang konnten sich gleichgeschlechtliche Partner in den Gemeinden nur vom Pfarrer segnen lassen. Nach dem Beschluss der Bielefelder Landessynode vom Mittwoch sollen sie in Zukunft in einem Gottesdienst auch offiziell kirchlich getraut werden können.

"Unterschiede hinsichtlich der Gleich- oder Verschiedengeschlechtlichkeit gibt's nicht mehr", heißt es laut einer Mitteilung der Landeskirche (PDF). Superintendent Michael Krause begrüßte die Entwicklung: "Wir machen deutlich, dass der Segen Gottes in der Trauung für alle Ehepaare gilt, unabhängig von ihrer geschlechtlichen Orientierung."

Auch Nicht-Kirchenmitglieder dürfen evangelischen Partner heiraten

Auf der Synode wurde auch eine Liberalisierung für (verschieden- und gleichgeschlechtliche) Paare beschlossen, bei denen ein Partner gar nicht oder nicht mehr einer Kirche angehört. Auch für derartige verschiedengeschlechtliche Paare war bislang nur eine öffentliche Segnung möglich. Mit der Änderung der Trauordnung wolle man allen Paaren, die nach staatlichem Recht die Ehe eingegangen sind, die gleichen Rechte einräumen.

Der Landeskirche Westfalen gehören 490 Gemeinden und 2,2 Millionen Gläubige an. Sie ist damit nach Mitgliedern die viertgrößte Gliedkirche der EKD.

Mit dem Beschluss schließt sich die evangelische Kirche in Westfalen zahlreichen anderen Landeskirchen an, die die Regeln alle selbst ausgestalten können. Insgesamt bieten damit 13 von 20 Landeskirchen Trauungen für Homosexuelle an. Zuletzt hatte die Nordkirche im September die Gleichstellung angekündigt (queer.de berichtete).

In manchen dieser Landeskirchen gibt es aber einen sogenannten "Gewissensvorbehalt": Homophobe Pfarrerinnen oder Pfarrer dürfen aus Abneigung gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren Trauungen ablehnen. Dies ist etwa in Baden oder im Rheinland möglich. Der "Gewissensvorbehalt" gilt in diesen Landeskirchen ausdrücklich nicht bei heterosexuellen Paaren. Noch immer am Hochzeitsverbot für Schwule und Lesben halten Anhalt, Bayern, Braunschweig, Bremen, Sachsen, Schaumburg-Lippe und Württemberg fest. (dpa/dk)



-w-

-w-

#1 userer
  • 20.11.2019, 13:00h
  • Die Aussage des Artikels

    "In inzwischen zwei von drei evangelischen Landeskirchen in Deutschland dürfen gleichgeschlechtliche Paare heiraten."

    ist doppelt irreführend.

    1.
    Gleichgeschlechtliche Paare "dürfen" in ganz Deutschland heiraten. Die Aussage muss korrekt lauten: "Lediglich zwei von drei evangelischen Landeskirchen in Deutschland beugen sich deutschem Recht und verheiraten gleichgeschlechtliche Paare."

    2.
    Selbst das stimmt nicht. Wie später im Text nebenbei bemerkt "dürfen" gleichgeschlechtliche Paare in diesen "Landendeskirchen" nur dann heiraten, wenn der Pope es zulässt. Der Hass des Popen wiegt auch in diesen "Landeskirchen" noch imme rstärker als geltendes deutsches Recht.

    www.kirchenaustritt.de
  • Antworten » | Direktlink »
#2 AndreasKAProfil
  • 21.11.2019, 17:50hKarlsruhe
  • Angesichts des Mitgliederschwundes bei den christlichen Religionsgemeinschaften, versuchen die Kirchen - die evangelische ein bisschen elastischer als die katholische oder die Freikirchen - sich für Randgruppen wie etwa die LGTBIs aufzuhübschen. Noch Verbliebene sollen gehalten werden, vielleicht sollen auch Neue angezogen werden.

    Is ja irre
    - wenn ihr das Handauflegen eines offiziellen Pfarrers/einer offiziellen Pfarrerin braucht, oder eine hochzeitskuchensüße Verlesung aus dem ersten Korintherbriefes mit der Liebe die alles duldet, oder Orgelgedröhns, oder das feierliche Schreiten durch Bankreihen zum Altar ... oder die wundervollen Stunden beim Ehevorbereitungskurs -
    ... die Zeichen stehen gut, dass ihr das bekommt.

    Zumindest bei immer mehr Evangelen. Oder irgendwie hingemurkst als Segenskram bei den Katholen auch, wenn das dann besser nicht so auffallen soll.

    Prima! Das liebe Jesulein ist wieder für alle gestorben, Gottes Liebe übergießt die ganze Welt wie eine dicke Vanillesoße und der heilige Geist weht nun auch durch schwule, lesbische oder sonstwie queere Hochzeitsnachtsbetten.

    Wenn jemand diesen Klimbim braucht - bittesehr. Genauso wie die meisten Hetero-Paare geht es mehrheitlich bei Hochzeiten in einem Kirchenraum ja doch um die geile Deko und die schick gewandeten Statisten - und man meint hier doch, wenn man sich öffnet tatsächlich etwas Heiliges zu erleben Kunststück - man ist schließlich generationenlang auf den Heiligen Ort hinerzogen worden. Selffulfillung prophecy ...

    Ich nenne das Fliegenfänger! Und ich finde, wer als hochzeitsromantische Fliege dort kleben bleibt, hat ein hohes Verdrängungspotential, denn:

    Durch eine Präsenz bei einer Hochzeit in einer Kirche unterstützt man die kirchliche Strategie, die uns durch dieses tolle Zugeständnis vergessen lässt, dass folgendes Geigengezirpe seitens der Kirchen einfach so nicht stimmt:

    "Wir sind ja die Guten /
    Wir würden euch niemals Märchen erzählen sondern halten uns an streng seriöse Offenbarungen /
    Wir nehmen den Staat in keiner Weise aus und bezahlen alles wo Kirche draufsteht bis auf den letzten Cent selbst /
    Wir bewegen uns /
    Die doppelte Rechtsprechung etwa beim Arbeitsrecht ist doch wohl noch o.k. - es ist halt Folklore /
    Es geht uns immer um den Menschen /
    Wir legen alle Skandale (Finanz, Sex ...) schonungslos offen und schonen die Täter niemals /
    Wir akzeptieren alle, die nicht an (unseren) Gott glauben voll und ganz /
    Gleichberechtigung aller Geschlechter ist uns ein echtes Herzensanliegen /
    Wir nehmen keinen Einfluss auf Gesetzesvorlagen etwa zum Thema Schwangerschaftsabbruch oder Selbstbestimmtes Sterben /
    Wir akzeptieren queere Menschen in vollem Umfang und haben keinerlei Probleme damit, das mit unseren Heiligen Schriften und Moralvorstellung zusammenzubringen"

    Sagt mal ehrlich: Seid ihr noch zu retten?!

    Ihr macht euch durch das Feiern eures wichtigen Tages in einem Gebäude, in dem jahrhundertelang über unseresgleichen hergezogen wurde, zum Werbetrupp für diesen Laden!

    Ihr seid die Krankenschwester, die als Feigenblatt für Kriege dient, damit gesagt werden kann, dass Kriege ja doch nicht ganz so schlimm sind, wie sie sein können ...

    Gibt es denn keinen anderen Ort, an dem man - sollte man an Gott oder sowas glauben - sich eine lebenslange Bindung versprechen kann? Muss das wirklich in einer Kirche sein und muss da wirklich unbedingt eine Pfarrperson den Segen herbeibeten?
  • Antworten » | Direktlink »