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Klage gegen Zigarettenfirmen

Jury spricht Schwulem nach Tod des Partners 157 Millionen Dollar zu

Zum ersten Mal erstreitet sich ein schwuler Mann vor einem Gericht einen Millionen-Betrag von Tabakfirmen, weil diese den Tod seines Ehemannes herbeigeführt haben sollen.


Edward Caprio (li.) und Bryan Rintoul (re.) am Tag ihrer Hochzeit im Jahr 2015 (Bild: Schlesigner Law Offices)

Eine Geschworenenjury in Broward County (US-Bundesstaat Florida) hat am Freitag erstmals einem schwulen Mann wegen des Tods seines rauchenden Ehepartners Schadensersatz zugesprochen. Der 72-jährige Kläger Bryan Rintoul soll demnach 157,4 Millionen Dollar (142 Millionen Euro) von den Tabakriesen R.J. Reynolds und Philip Morris erhalten, weil ihre Produkte den Tod seines Ehemannes Edward Caprio herbeigeführt haben sollen.

Caprio war 1996 mit chronischer Bronchitis diagnostiziert worden. 22 Jahre später starb er im Alter von 74 Jahren an den Folgen dieser Krankheit.

Die Jury machte die zwei Zigarettenproduzenten gleichermaßen für den Tod des Mannes verantwortlich, da Caprio seit seinem 15. Lebensjahr Marken der beiden Firmen geraucht hatte. Die Unternehmen hätten ihre Produkte so manipuliert, dass sie Menschen süchtig machten, und außerdem in Werbung gezielt Jugendliche angesprochen. Als Caprio in den Fünfzigerjahren mit dem Rauchen begann, habe es zudem keine Gesundheitswarnungen gegeben.

"Das ist der größte Betrag, der in den letzten fünf Jahren einem Kläger in einem solchen Fall zugesprochen wurde", erklärte Jonathan Gdanski, einer der vier Anwälte des Klägers. "Das ist auch das erste Mal, dass ein gleichgeschlechtliches Paar gegen die Tabakindustrie in den USA geklagt hat."

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Paar heiratete 2015

Eigentlich hätte der Witwer des Rauchers gar nicht klagen dürfen, weil nach der Gesetzeslage in Florida ein Ehepartner eine derartige Klage nur einreichen kann, wenn er beim Ausbruch der Krankheit bereits verheiratet war. Rintoul und Caprio hatten sich erst Ende Juni 2015 das Ja-Wort gegeben, nur drei Tage, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die Ehe für alle geöffnet hatte (queer.de berichtete). Die Anwälte des Klägers argumentierten jedoch, dass das Paar mehr als 35 Jahre lang zusammen gewesen sei und vor der Krankheitsdiagnose geheiratet hätte, wenn es denn rechtlich möglich gewesen sei. Die Geschworenenjury stimmte dieser Argumentation zu.

Mit dem Urteil ist der Fall noch nicht beendet, da die Tabakfirmen wohl Rechtsmittel einlegen werden. Vergangene Fälle zeigen, dass Kläger danach oft weniger oder manchmal gar keinen Schadensersatz erhalten. 2014 hatte ein Gericht in Florida etwa der Witwe eines an Lungenkrebs erkrankten Mannes 23,6 Milliarden (!) Dollar zugesprochen. Die Tabakfirmen wollten das Urteil nicht akzeptieren – und konnten im Juni diesen Jahres einen Freispruch erreichen. (dk)



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#1 Sabelmann
  • 21.11.2019, 15:16h
  • Sorry,aber ich als Raucher weiss was auf mich zukommen kann!
    Kann man wirklich so blöd sein?
    In den USA ist halt ALLES möglich!
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#2 PeerAnonym
  • 22.11.2019, 09:36h
  • Ich kann nur jedem raten, die Finger von Tabakprodukten (und auch Dampfprodukten) zu lassen.

    Damit ruiniert man sich seine Gesundheit, das schadet der Haut, das kostet unnötig Geld und damit stinken Atem, Haut, Klamotten und Wohnung.

    Eine Bekannte von mir raucht seit vielen Jahren und die sieht mit 40 locker 10-15 Jahre älter aus. Und hat schon Asthma.

    Die Tabakindustrie versucht ihre Produkte gerne als hip und als Lifestyle-Produkte zu vermarkten, aber in Wirklichkeit ist das einer der größten Konsumenten-Betrugsfälle der Wirtschaftsgeschichte.

    Und wer seinen Partner/seine Partnerin viel zu früh verlässt und auch davor schon jahrelang kein gutes Leben mehr hatte, dem nützen auch alle Abfindungen dieser Welt nichts mehr.
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#3 Carsten ACAnonym
#4 Sabelmann
#5 SchonAnonym
  • 23.11.2019, 09:37h
  • Antwort auf #1 von Sabelmann
  • Aber trotzdem, wer sagt da schon nein. Die Nachkommen des Mannes,, Nichten und Neffen und weitere, falle er keine eigenen hat, werden sich über ein paar Milliönchen sicher freuen. Zumindest die, die keinen persönlichen Bezug mehr zu dem Toten hatten. Der Partner hätte wohl lieber einen lebenden Mann als Geld, aber wenn schon, denn schon.
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#6 Ralph
  • 23.11.2019, 10:46h
  • Gut. Gleichbehandlung muss sein. In der Sache bin ich aber weiter der Meinung, dass wer jahrzehntelang freiwillig gequalmt hat, für seine dadurch entstandene Krankheit selbst verantwortlich ist. Ich wundere mich inzwischen, dass noch keine Brauerei zu Millionenzahlungen verurteilt wurde, weil ein Biertrinker sich zu Tode gesoffen hat.
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#7 TheDadProfil
  • 23.11.2019, 22:41hHannover
  • Antwort auf #6 von Ralph
  • ""Ich wundere mich inzwischen, dass noch keine Brauerei zu Millionenzahlungen verurteilt wurde, weil ein Biertrinker sich zu Tode gesoffen hat.""..

    Vielleicht weil noch Niemand so dreist war vor einem Gericht zu klagen ?

    Oder gar zu behaupten die Produkte seien absichtlich so "manipuliert" worden das Sucht entsteht..
    Ein Umstand der sich in Bezug auf Tabakprodukte nur schwerlich nachweisen läßt, weil der Sucht-Stoff Nikotin "natürlicher Bestandteil" ist, und inzwischen aus der Pflanze ähnlich "herausgezüchtet" wird, wie THC aus Cannabis..

    Ein "kreatives Urteil" wäre dann auch, wenn ein Gericht nicht die Hersteller zu Schadenersatz verurteilte, sondern den Staat, der sich sowohl über Tabak- als auch Alkohol-Steuern mehr Einkünfte einverleibt, als die Produzenten mit ihren Produkten, und ein Kläger dann mal alle seine Steuern zurückerhält..

    Vielleicht würde der Staat dann mal wach, und überdachte ausführlich seine Drogenpolitik, und erlaubte Canabis und andere Drogen, oder verbietet eben auch Alkohol und Tabak-Produkte..

    Ein neues Problem-Feld sind dann auch diese "Verdampfer"..
    Marken wie "ICOS" kriegt man inzwischen sogar bei Media-Markt und Saturn, denn es sind ja "Klein-Elektrogeräte", und keine "suchterzeugenden Produkte der Tabakwarenindustrie"..

    In den USA stehen "ICOS" und Co schon in Verbindung mit mehreren ungeklärten Todesfällen, und man darf gespannt sein, wann hier die erste "Horrormeldung" über den
    "Tod mit der gesunden Zigaretten-Ersatz-Therapie"
    die Bürger*innen aufschrecken wird..
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#8 LotiAnonym
  • 24.11.2019, 06:44h
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • Wenn Du schon auf die E-Zigaretten hier eingehst, solltest Du es nicht versäumen, wer der wahr Verursacher am Tod dieser Personen in den USA ist. Denn es sind die vielen unzähligen oftmals fragwürdigen Aromastoffe die dem Liquid beigefügt werden können. Viele E-Dampfer mischen sich sogar ihren eigenen Geschmack und das halte ich für sehr gesundheitsgefährlich. Wer aufmerksam ist, mischt sich nur Nikotin in sein Liquid. So mache ich es. Kann sogar die Nikotindosis hierfür selbst bestimmen. Es ist schon lange bekannt, das in Zigaretten nicht das Nikotin der Auslöser für Lungenkrebs ist, sondern all die beigefügten Aromastoffe die beim verbrennen des Tabaks freigesetzt werden. Ich kenne sogar Personen, die E-Zigaretten ohne irgendwelche Zusätze dampfen. Also nur dampfen und nichts weiter. So eine Art von Ersatzbefriedigung um von den Zigaretten loszukommen. Nikotin macht zwar süchtig, das stimmt, doch ist es von allen Stoffen in einer Zigarette der unschädlichste. Mittlerweile gibt es reine Tabaksorten zu kaufen, ich will hier jetzt keine Namen aufzählen. Insbesonders bei Drehtabaken. Mich kotzen besonders die Nichtraucher an, die sogar draußen an der verdreckten Straßenluft noch laut meinen, mir Vorhaltungen über mein Verhalten machen zu müssen, während ihr Köter gerade mal wieder einen Baumrinde mit seiner Pisse schädigt. Wie sagte Wilhelm Busch so schön, Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Ich rauche seit meinem 18 Lebensjahr und meiner Lunge gehts bestens. Herz, Kreislauf auch. Jetzt bin ich 68. Von Filterzigaretten halte ich mich schon immer fern. Der feine Unterschied machts.
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#9 Anonyma
  • 24.11.2019, 11:27h
  • Antwort auf #8 von Loti
  • "Wenn Du schon auf die E-Zigaretten hier eingehst, solltest Du es nicht versäumen, wer der wahr Verursacher am Tod dieser Personen in den USA ist. Denn es sind die vielen unzähligen oftmals fragwürdigen Aromastoffe die dem Liquid beigefügt werden können."

    Auch das ist falsch. Der Stoff, der die Krankheiten und Todesfälle in den USA verursacht hat, wurde längst identifiziert. Es handelt sich hierbei um Tocopherylacetat (auch Vitamin-E-Acetat genannt). Dieser Stoff wurde als Streckmittel in gefälschten/illegalen THC-Liquids verwendet, die in großen Mengen in den USA auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden (bzw. wegen der katastrophalen Berichterstattung vermutlich noch immer werden). THC (Tetrahydrocannabinol) ist die psychoaktive Substanz im Cannabis, deren Konsum als "Freizeitdroge" ("recreational drug") in den USA in vielen Bundestaaten noch immer illegal ist (und nebenbei bemerkt auch hier in Deutschland). Tocopherylacetat als Streckmittel in THC-Liquids ist ein Öl, das, wenn man es in verdampfter Form einatmet, eine sogenannte Lipidpneumonie verursachen kann. Die Krankheiten und Todesfälle in den USA beschränken sich also klar und deutlich auf den Bereich des illegalen Drogenkonsums, der für seine Gesundheitsschädlichkeit nicht eben unbekannt ist - und letztlich landet man dann beim Grundsatzproblem der Prohibition und der daraus entstehenden Problematik eines illegalen Schwarzmarktes.
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#10 TheDadProfil
  • 24.11.2019, 14:06hHannover
  • Antwort auf #8 von Loti
  • ""Wenn Du schon auf die E-Zigaretten hier eingehst,""..

    Ich wollte das nicht zu ausführlich gestalten..
    Bei der Gelegenheit aber noch anführen, das ein solcher Verdampfer irgendwann sicher ein "Zweit-Leben" entwickeln wird, weil diese Verdampfer eine Verteilung von "Mikro-Tröpchen" erreichen können, die herkömmliche Inhalationsgeräte aus dem medizinischem Bereich bislang nicht erreichen können..
    Für Asthmatiker und auch andere an verschiedenen Formen von Lungenkrankheiten Erkrankte bieten sich dort gute Chancen auf ein "mobiles Therapie-Gerät", denn was bei Erkrankungen von Vorteil ist, die möglichst feine Verteilung von beigemischten Stoffen, um möglichst weit in die Lungenflügel bis hin zu den Alveolen wo der Gasaustauch abläuft, ist bei "E-Rauchern" exakt das Problem, denn die "Vernebelung" von Rauch ist niemals so fein, und damit kommen über die E-Zigaretten und auch E-Shishas weit mehr Stoffe direkt dort hin, wo sie Schaden anrichten können..

    Nikotin ist Bestandteil vieler Pflanzen, nicht nur des Tabaks, und selbst die "Nicht-Raucher" sind damit einem "Nikotin-Konsum" ausgesetzt, wenn sie andere Pflanzen zu sich nehmen..

    ""Nicotin kommt in geringeren Mengen auch in verschiedenen Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln, Tomaten und Auberginen vor.[16] Da Nicotin in der Tabakpflanze fast ausschließlich in der Wurzel gebildet wird, kann nikotinfreier Tabak aus Tabakpflanzen hergestellt werden, die auf Wurzeln von Tomatenpflanzen aufgepfropft wurden.[17]""..

    de.wikipedia.org/wiki/Nicotin#Nat%C3%BCrliches_Vorkommen

    Die Identifikation von Nikotin als auslösender Faktor für Krebserkrankungen für Menschen ist bislang auch immer noch nicht erwiesen worden, das gilt bislang nur für Ratten..

    www.chemie.de/lexikon/Nikotin.html

    Duftstoffe und Parfums im Tabak sind dann wohl auch weit gefährlicher..
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