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Großbritannien

Rabbi: Lieber tot als LGBTI-Unterricht

Ein ultraorthodoxer jüdischer Ex-Richter ruft seine Glaubensgenossen auf, lieber ihr Leben zu geben als die Erwähnung von Homo- und Transsexualität an Schulen zu akzeptieren.


Dayan Gavriel Krausz will lieber sterben als erlauben, dass ein Lehrer auch über ein Homo-Paar im Unterricht spricht

Der britische Rabbiner Dayan Gavriel Krausz hat Homo- und Transsexualität als "Gräuel" bezeichnet und dazu aufgerufen, LGBTI-Unterricht an Schulen nicht zu akzeptieren. Wie die BBC berichtet, hatte der ehemalige Chef des Beth Din (Rabbinatsgericht) in Manchester kürzlich Flugblätter an jüdische Schulen verschickt, auf denen zu lesen war: "Man ist verpflichtet, sein eigenes Leben aufzugeben statt nachzugeben." Auch wenn es zu staatlichen Repressionen kommen werde, dürfe man keinen Zentimeter nachgeben.


Mit Flugblättern mit diesem Aufdruck machte Krausz Stimmung gegen LGBTI-Unterricht

Hintergrund ist ein neuer Lehrplan für den britischen Landesteil England, der vorsieht, dass in Grund- und weiterführenden Schulen im Aufklärungsunterricht ab September 2020 auch LGBTI-Beziehungen und -Identitäten behandelt werden müssen. LGBTI-Aktivisten hatten jahrelang für die Einbeziehung der Thematik in den Unterricht gekämpft. Bis 2003 hatte das aus der Thatcher-Zeit stammende Gesetz "Section 28" Schulen noch ausdrücklich verboten, das Thema Homosexualität auch nur anzudeuten, geschweige denn darüber zu sprechen (queer.de berichtete).

"Wir müssen bereit sein, unser Leben zu opfern"

"Die vier Buchstaben LGBT sind laut der Tora ein Gräuel", so Krausz gegenüber der BBC. "Das ist nicht nur meine Meinung. Das ist die Meinung der gesamten orthodoxen Gemeinschaft." Wenn die Gesetze der heiligen Tora (die fünf Bücher Mose) gebrochen werden würden, sei er verpflichtet, sein Veto einzulegen. "Wir müssen bereit sein, unser Leben zu opfern", so Krausz martialisch. Er forderte alle Juden auf, sich "standhaft" gegen das "schreckliche Dekret" zu wehren.

Liberale Juden und LGBTI-Aktivisten zeigten sich entsetzt über die Äußerungen von Krausz. Rabbi Charley Baginsky erklärte etwa, dass Krausz nur eine kleine Minderheit von Juden repräsentiere: "Die Kommentare sind schockierend und traurig, aber sind weit entfernt von unserem Judentum", so Baginsky. Auch die LGBT Foundation wies darauf hin, dass diese Ansichten nicht "die große Mehrheit der jüdischen Gemeinschaft" repräsentierten.

In den letzten Jahren hatten es bereits mehrere Proteste gegen die Erwähnung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten an englischen Schulen gegeben. Eine von christlichen Fundamentalisten initiierte Petition gegen den neuen Lehrplan wurde etwa von mehr als 100.000 Menschen unterzeichnet. In Birmingham protestierten im Frühjahr radikale Muslime gegen die Erwähnung von Homo- und Transsexualität an Schulen (queer.de berichtete). (dk)



#1 TechnikerAnonym
  • 21.11.2019, 16:37h
  • Was zum millionstenmal beweist, daß Dummheit und Borniertheit kein Vorrecht einer bestimmten Gruppe sind. Daß auch Juden brunzdumm sein können, ist ja nun auch keine neue Erkenntnis. Vermutlich wollte der Rebbe auch mal und war neidisch auf seine katholischen Amtsbrüder, die ja beständig ähnlichen Quatsch raushauen.

    Für mnache Leute ist Religion halt eine prima Ausrede, nicht selbst zu denken.
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 21.11.2019, 16:43h
  • Wenn der Rabbi gern Lieder über seinen Tod singt ... man wünscht Leuten ja ungern eine knappe Zukunft zu. Aber bei solchen versteinerten Ansichten...

    Ganz ähnlich sehen das etliche Muslime, und die Erzgrubenwürden der Evangelikalen und Katholiban kann man da annektieren. Ich weiß nicht, was solche Leute außer ihren magischen Fantasiewesen und traditierten Delusionen eigentlich im Kopf mit sich herum tragen, aber immer, wenn solche ihren zementierten Hass mitteilen, wird deutlich, dass Religion und psychische Krankheit Dinge sind, die in hohem Maße Gemeinsamkeit aufweisen.

    Religiote Homo- und Transphobie wirkt nicht nur nach außen fatal, möchte man meinen dürfen.

    Wenn einer lieber tot ist, als LSBT im Unterricht zu erwähnen, muss man schon von einer verhältnismäßig morbiden Lebenswertschätzung ausgehen. Über den Scheitan krakehlen und was weiß Herrin und Frauin welche vorgeschichtlichen Mythenplagen, das trauen die sich zu. Aber über was ganz Natürliches, faktisch Vorhandenes wollen sie die Welt verleugnen?

    Dann bleibe er seinem Wahn erhalten. Bis man Steine an sein Grab legt.
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#3 FliegenAnonym
#4 Religioten-WatchAnonym
  • 21.11.2019, 17:41h
  • "lieber ihr Leben zu geben als die Erwähnung von Homo- und Transsexualität an Schulen zu akzeptieren"

    Dann besteht ja auf mittlere Sicht Hoffnung für LGBT*IQ.
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#5 daVinci6667
  • 21.11.2019, 18:23h
  • Liebe streng gläubige Juden und Muslime,
    ihr müsst euer Leben nicht aufgeben, selbst eure Vorhäute solltet ihr lieber dran lassen, wenn ihr noch so etwas wie Selbstliebe, Emphatie für euch und eure Söhne habt.

    Auch Eure Söhne und Töchter sind nun mal zu 10% LGBTI. Daran könnt ihr nichts ändern, Es war so und wird immer so bleiben.

    Akzeptiert dies oder gebt halt euer Leben und eure Vorhäute hin wenn euch dies so wenig bedeutet. Mir egal was ihr euch antut. Eure Verantwortung.

    Aber bitte lässt die Vorhäute eurer unschuldigen Söhne dran!
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#6 Alexander_FAnonym
  • 21.11.2019, 19:08h
  • "Ein ultraorthodoxer jüdischer Ex-Richter ruft seine Glaubensgenossen auf, lieber ihr Leben zu geben als die Erwähnung von Homo- und Transsexualität an Schulen zu akzeptieren."

    Ich bin ganz bei Ihnen, lieber Rebbe. Und am besten sollten Sie noch mit gutem Beispiel vorangehen.

    Und vergessen Sie nicht, Ihren Aufruf etwas ökumenischer an alle rechtgläubigen Christen, Muslime und sonstigen Religioten zu richten. Diese sündige, verdorbene Welt ist kein Platz für reine Seelen!

    ....Ironie aus: man kann auch einfach diesen ganzen Unsinn verwerfen und in diesem Sündenpfuhl ein durchaus erfülltes Leben haben. Nicht perfekt, nicht rein, aber immerhin ein Leben und kein selbsterschaffenes Gefängnis.
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#7 DramaQueen24Profil
  • 22.11.2019, 01:26hBerlin
  • Fakt, lieber Rabbi, ist, dass Sie in dem Sinne Recht haben, dass Thora und Mischna Homosexualität als "Gräuel" bezeichnen (hebr. "to'evah"). Fakt ist aber auch, dass die Juden der Antike darunter etwas anderes verstanden, als Sie, lieber Rabbi.
    Die antiken Juden verstanden H. nicht als Sünde wie Mord, Diebstahl oder so, sondern als etwas, was einen Juden rituell unrein machte. Auch verstand man darunter keine homosexuelle Liebesbeziehung, sondern das "unnütze Vergeuden von kostbaren Samen", sowie die Vermischung mit heidnischem Glauben, was einen Juden unrein machen würde. Ein Bad in der Mikwe, und man war wieder rein für den Tempel.
    Lieber Rabbi, als studierter Mann sollten Sie so etwas wissen.
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#8 DramaQueen24Profil
#9 PeerAnonym
  • 22.11.2019, 09:18h
  • Es ist schon bezeichnend, dass Religionsvertreter die Menschen immer dumm halten wollen und Bildung verhindern wollen.

    Aber nun, wenn Sie lieber tot wären, als Bildung zu akzeptieren, dann ist das deren Entscheidung... Diese Entscheidung respektiere ich und dann müssen sie das eben so tun, wie sie das tun wollen.
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#10 wadimAnonym
  • 22.11.2019, 10:27h
  • Solche Leute sollten dann dorthin auswandern, wo ihre Ansichten ganz legitim sind, etwa nach Iran oder Saudi Arabien. Am besten nach IS, wenn er wieder entstehen wird.
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