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Country

Denn Jason Aldean weiß, was er tut

Auf "9", dem neunten Studio-Album des US-Countrysängers, bietet er 16 miteinander verwobene Tracks in einer Ära eigenständiger Singles und Superstar-EPs – und bereitet damit den Boden für ein modernes Album mit Old-School-Soul.


Jason Aldean ist ein dreifacher ACM-Entertainer des Jahres, hat 23 Number Ones erzielt und seine letzten 14 unter den Top 5 des Country-Radios platziert (Bild: Joseph Llanes)
  • 22. November 2019, 11:19h, noch kein Kommentar

Nach fast 15 Jahren an der Spitze seines musikalischen Genres hat der amtierende ACM "Artist of the Decade" Jason Aldean Trends kommen und gehen sehen. Er half, ein paar aus dem Schatten zu holen, wie ein Country-Music Columbus, der den ersten Kontakt des Mainstreams mit Hard Rock ("Hicktown"), Hip-Hop ("Dirt Road Anthem") und R&B ("Burnin' It Down") herstellte. Aber nach all der Zeit gibt es immer noch einige Dinge, die er nicht tun wird.

Auf "9", Aldeans neuntes Studio-Album, bietet er 16 miteinander verwobene Tracks in einer Ära eigenständiger Singles und Superstar-EPs und bereitet damit den Boden für ein modernes Album mit Old-School-Soul.

"Alles ist so Single-driven geworden, das ist nicht die Art und Weise, wie ich aufnehmen will'," sagt Aldean. "Das können andere tun, ich werde so oder so 16 Songs auf ein Album bringen."

Er lacht über den letzten Teil und ehrlich gesagt wird es für die Fans nicht schwer sein, "9" zu lieben. Es ist vollgepackt mit der Art von glühenden Stadionhymnen die sie kennen und lieben gelernt haben, alle verwurzelt in dem traditionellen Einfluss, den er während seiner Karriere weiter voran getrieben hat. Aldean hat diese bewährte Formel seine ganze Karriere lang befolgt, und er ist jeden Zweifels erhaben.

"Ich weiss einfach, was ich tue", erklärt er und unterbewertet seinen Erfolg nur ein wenig.

Vier Milliarden Streams und über 18 Millionen verkaufte Alben


Das neue Album "9" von Jason Aldean ist am 22. November 2019 erschienen

Aldean ist ein dreifacher ACM-Entertainer des Jahres und ein tragendes Mitglied der Elite der Country-Headliner, dessen unglaubliche Tourneen legendär sind. Er ist ebenfalls eine dominante Kraft in den Charts, hat 23 Number Ones erzielt und seine letzten 14 unter den Top 5 des Country-Radios platziert. Er ist der einzige Country Act in der Geschichte, der die "All-Genre Billboard Top 200" viermal (in Folge, nicht weniger) anführte und dabei vier Milliarden Streams und mehr als 18 Millionen verkaufte Alben verbuchen kann.

Also ja, man könnte sagen, dass er sich eingelebt hat – "nur ein wenig", warnt er -, aber der Drang, seine kreative Grenze zu überschreiten, ist immer noch da, und seine Vorliebe für komplette Alben lässt viel Raum. Diesmal beginnt er mit einem wahren "Back in Black"-Moment, hebt die Faust mit der ersten Single des Albums, "We Back", und entzündet die feurige Hardrock-Aggression, die seinem frühen Werk zugrunde liegt.

"Als ich zur Country-Musik kam und mein Zeichen setzte, war es mit einem Knall", sagt Aldean. "Aber wir haben in den letzten Jahren nicht viel von dem Zeug herausgebracht. Also ist dieser Song entstanden und er sagt mir nur, was er sagt: 'Thought we were gone, but you're wrong – now it's on.'"

Andernorts zapft Aldean den Geist des klassischen Country-Trinkliedes an, das wie immer mit einem nicht so klassischen Spritzer Swag angereichert ist. "Came Here to Drink" rollt mit der Leichtigkeit eines "warum nicht auch in der Woche feiern" Spirits ein, während "I Don't Drink Anymore" einen im Ohr hängen bleibenden Chorus serviert.

Ebenso groovt "Champagne Town" mit einer Story, die die alten "Gegensätze ziehen sich an"Prämisse aussen vor lässt. "Tattoos und Tequila" kommt überraschend wie ein Schuss im Dunkeln und "Blame It on You" schwankt mit der halb betrunkenen Erkenntnis, dass wir uns alle unsere eigenen Probleme machen. Dann geht der Superstar mit jedem Schritt einer herzbrechenden Reise in "One for the Road" weiter und weiter.

Von Herzen kommende Hymnen im Mittelpunkt


(Bild: Joseph Llanes)

Aldean weiss, dass das ein großer Teil des Albums ist. "Ich weiß nicht, aber vielleicht ziehen mich Trinkmelodien einfach an", sagt er. "Sie passen halt zur Country-Musik und es ist schwer sie zu ignorieren. Aber es ist nicht das "Hicktown"-Zeug in einer Stehkneipe, es ist eher wie an der Bar zu sitzen und nachzudenken. Es kommt alles von einem reiferen Standpunkt."

Auch mit der Reife bleibt die Vorliebe des 42-Jährigen für Risikobereitschaft bestehen. Steamy R&B-Highlights wie "Got What I Got" bauen auf dem Erfolg von Platin-Hits wie "You Make It Easy" auf. Die Electro-Country-Ballade "Cowboy Killer" verbindet sich Arm in Arm mit "The Same Way" – eine Reichweite über demografische Gräben, die bereit sind, Stadien zu rocken – und "Some Things You Don't Forget" setzt seine herzzerreißenden Hooks frei in die Indie-Pop-Stratosphäre. Aber Aldeans Achtsamkeit ist es, zeitlosen Reiz – oder kreative Unabhängigkeit – nicht gegen eine vorübergehende Modeerscheinung einzutauschen.

"Nach neun Alben ist es schwer, das Rad neu zu erfinden", gibt er zu. "Aber ich schaue nicht wirklich auf andere Künstler und sage: "Oh, dieser Sound funktioniert gerade jetzt und wir sollten so etwas auch tun. Ich werde es so machen, wie ich es will."

Die Songs selbst zeigen den Weg, erklärt er, viel vom Sound von "9" geht auf langjährige Songwriter wie Neil Thrasher, Josh Thompson, Brantley Gilbert und Florida Georgia Line's Tyler Hubbard zurück. Der Rest offenbart sich im Studio, wo Aldean die Zügel gemeinsam mit Michael Knox in der Hand hält. Beiden war sehr wichtig, das Album mit seiner Tour-Band aufzunehmen.

Direktlink | Offiziells Video zu "We back"

"Wann immer wir über die Jahre im Studio waren habe ich versucht, den Jungs ihren Freiraum zu lassen", erklärt er. "Ich würde nie sagen: Hey, gehen wir auf Nummer sicher. Spiel einfach das gleiche alte Zeug, das du immer machst."

Schon immer standen großartige, von Herzen kommende Hymnen im Mittelpunkt von Aldeans Geschichte – bis hin zu "Amarillo Sky" – und er packte einige zu Klassikern geborene Songs auf "9". "Camouflage Hat" fühlt sich so verletzlich an, wie es der Titel vermuten lässt, eine langsam rollende Hommage an so viele Romanzen. "Keeping It Small Town" erinnert daran, dass ein gutes Leben nicht kompliziert sein muss, während "Dirt We Were Raised On" und "Talk About Georgia" die tiefe Quelle des Stolzes zeigen, den Aldean immer noch für seine Macon-Wurzeln hat. "Viele Leute reden darüber, wenn man aus einer Kleinstadt kommt", sagt er . Sicherlich hat sich die Melodie dieses City-Slickers geändert, und tatsächlich ist sogar der Titel selbst ein Wink in seine Vergangenheit.

"Ich sagte schon früh, wenn wir jemals neun Alben erreichen würden, würde ich es "9" nennen, denn das war damals meine Baseballnummer, und es war immer meine Glückszahl", sagt Aldean. "Als wir unsere ersten Schritte machten, war es wie 'Mann, wir haben noch einen langen Weg vor uns', aber jetzt sind wir hier."

Schließlich endet "9" mit der romantischen Hymne "She Likes It", einem zarten, aber dennoch toughen Stimmungsmacher mit einem lodernden Höhepunkt von mehr als eineinhalb Minuten Länge. Das ist etwas, das viele seiner Zeitgenossen nicht wagen würden, aufzunehmen – aber das ist genau der Punkt.

Direktlink | Jason Aldean mit "I Don't Drink Anymore"

"9" ist ein Album, auf dem Aldean alle Karten in der Hand hält, und er ist noch lange nicht bereit sie abzugeben. Dies ist ein komplettes Album im alten Sinne des Wortes, gefüllt mit Überraschungen und am besten zu hören als ein komplettes Werk. Er sieht die Tatsache, dass er in der Mitte des Playlist-Zeitalters angekommen ist, sowohl als Herausforderung als auch als Bonus.

"Die Leute kaufen jetzt Alben mit acht Songs für 10 Dollar, aber mit "9" ist es, als ob man zwei ganze Alben auf einmal bekommt", sagt er. "Ich möchte, dass die Fans das Gefühl haben, dass sie mehr bekommen, als sie erwartet haben. Und ich will, dass es etwas ist, das sie von oben bis unten hören und nie einen Song überspringen…" (cw/pm)