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Forsa-Umfrage

Jeder Vierte beklagt zu viele Queers in den Medien

Für eine Diversity-Studie wurden über 1.000 Berliner*innen gefragt, was sie von der Berichterstattung über verschiedene gesellschaftliche Gruppen halten – LGBTIQ finden 25 Prozent überrepräsentiert.


Offensichtlich zu viel für nicht wenige Leser*innen: Zum CSD 2018 erschien der Berliner Tagesspiegel im regenbogenfarbenen "Queerformat" (Bild: nb)

25 Prozent der Berliner*innen sind der Meinung, dass in deutschen Medien zu viel über LGBTIQ berichtet wird: Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Forsa-Umfrage zum Thema Diversity im Auftrag von media:net berlinbrandenburg, die am Freitag vorgestellt wurde (PDF). Befragt wurden insgesamt 1.008 Berliner*innen.

Ebenfalls 25 Prozent gaben bei der Umfrage an, dass die Berichterstattung über queere Menschen "genau richtig" sei. 28 Prozent hingegen beklagten "zu wenig" Sichtbarkeit von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans Personen, Intersexuellen und queeren Menschen, während 22 Prozent mit "weiß nicht" antworteten.


Bild: media:net Berlin-Brandenburg

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Vor allem Männer und Ältere von queeren Themen genervt

Noch vor LGBTIQ wurden mit 46 Prozent geflüchtete Menschen genannt, über die angeblich zu viel berichtet werde. Nur eine kleine Minderheit ist dagegen der Meinung, dass in Deutschland arme Menschen (9 Prozent), ältere Menschen (6 Prozent), Kinder (5 Prozent) oder Menschen mit Behinderung (3 Prozent) zu sichtbar seien.

Unterschiede in der Einschätzung, ob zu viel über bestimmte gesellschaftliche Gruppen in deutschen Medien berichtet wird oder nicht, zeigen sich vor allem nach dem Geschlecht der befragten Berliner*innen. Männer beklagen bei nahezu allen abgefragten Gruppen häufiger als Frauen eine vermeintliche Überrepräsentanz. So beschweren sich 34 Prozent der Männer über zu viele Queers in den Medien, aber nur 17 Prozent der Frauen (eine dritte Geschlechtsoption gab es in der Umfrage nicht).

Deutliche Unterschiede gibt es auch beim Alter der Befragten. Während bei den 18- bis 29-Jährigen nur 13 Prozent LGBTIQ überrepräsentiert sehen, sind es 35 Prozent bei den über 60-Jährigen. (mize)



#1 QuarkAnonym
  • 22.11.2019, 12:30h
  • Passt doch ins Bild:
    Verklemmte, unsichere Kerle und die "früher war alles besser" Fraktion.
    Klar, dass selbst die immer noch zu geringe LGBTI Repräsentation in der Öffentlichkeit deren Weltbild ins Wanken bringt.
    Es bleibt irgendwie immer dabei.
    Mindestens 1/4 der Bevölkerung ist strunzenblöd, intolerant und undemokratisch.
    Nicht nur in D.
    Dieses magische Viertel wird man einfach nicht los.
    Es kann sich bestenfalls mal verstecken.
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#2 WunderbarAnonym
  • 22.11.2019, 12:41h
  • Irgendwie passt das ins gesellschaftliche Bild. Wer hätte auch was anderes als Ergebnis erwartet? Wenn man bedenkt, dass es momentan queere Programme ins TV schaffen und aufgrund der Seltenheit dann durch jede Gazette gezogen werden, so kann einem das schon viel vorkommen. Würde man auf gleicher Weise ZDFs Lindström Filme durchkauen, würden 25% das Sch... finden. Irgendwer fühlt sich halt immer falsch verstanden. Schön wäre es aber, wenn man einfach immer einen gewissen %-anteil queer im TV / im Radio /sonstwo hätte, damit es normaler für alle wird (was es ja eigentlich auch ist). Genauso wie halt alle anderen Randgruppen. TV sollte die Wirklichkeit widerspiegeln - oder es "Traum-TV" nennen. Ich vermute aber eher, dass TV heutzutage eher nur auf "große Schlagzeile" aus ist, und sollte queer mal normal sein, wird halt was "provozierenderes" rausgeholt.
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#3 Uwe RAnonym
#4 Ralph
  • 22.11.2019, 13:26h
  • Die Einschätzung dieser Leute entbehrt der sachlichen Grundlage. Die Mainstreammedien berichten wenig bis nichts über LGBTI. - Aber die Gruppe, in denen die gegenteilige Ansicht so verbreitet ist, wurde vor 1960 geboren, mithin noch mitten in der NS-Verfolgungszeit, die erst 1969 endete. Ich selbst bin Jahrgang 1962 und habe als Kind noch gelernt, wie gefährlich und eklig Schwule sind. Es ist bemerkenswert, dass nicht mehr Menschen dieses Alters zu viel öffentliche Beschäftigung mit unsereinem beklagen. Da haben doch sehr viele ihre Erziehung zu einer totalen Negativeinstellung überwunden.
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#5 IronikerEhemaliges Profil
  • 22.11.2019, 14:01h
  • Antwort auf #4 von Ralph
  • "Ich selbst bin Jahrgang 1962 und habe als Kind noch gelernt, wie gefährlich und eklig Schwule sind. "

    1965 hier und sicherlich durchaus noch vergleichbar. Meiner Mutter ist "das Thema" seit meinem Coming-Out 1990 unfassbar peinlich. Sie versucht bei jeder Gelegenheit Unterhaltungen darüber abzubiegen. So musste ich mir z.B. dieses Jahr noch anhören, dass es sich für einen Mann doch nicht gehöre, in der Öffentlichkeit (zu einer anderen Person) zu sagen, dass man einen Mann attraktiv finde. Oder dass man zu Hause vor dem Fernseher sagt, dass man irgendeinen Schauspieler attraktiv finde. Das wolle doch keiner hören.

    In den Augen dieser Menschen, die verinnerlicht haben, dass Homosexualität eine ungeheure Peinlichkeit ist, muss das alles totgeschwiegen werden. Und so ist es natürlich auch logisch, dass man nicht nur im wahren Leben seine Klappe zu halten hat, sondern dass diese Menschen bitte auch in den Medien nichts davon sehen wollen.

    Das Unsichtbarmachen ist übrigens Herrschaftstechnik / Unterdrückungsmechanismus Nr. 1. Nicht ohne Grund, weil höchst effektiv.

    de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnf_Herrschaftstechniken
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#6 KörmetAnonym
#7 Carsten ACAnonym
  • 22.11.2019, 15:10h
  • Da gibt es ein ganz einfaches Rezept:
    abschalten.

    Mir passt auch nicht jedes Fernsehprogramm, jede Website, jede Zeitung, etc. Dann schalte ich einfach ab oder wechsle zu einem anderen Programm, wechsle zu einer anderen Website, mache die Zeitung zu, etc.
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#8 marcocharlottenburgAnonym
  • 22.11.2019, 15:42h
  • ...und 3 von 4 beklagen das nicht. Anstatt schwarz zu malen, könnte man das ja auch mal positiv darstellen! Und ja, schön wäre, bekäme man auch die verbleibenden 25 Prozent noch überzeugt.
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#9 FinnAnonym
  • 22.11.2019, 15:59h
  • Da die mediale Sichtbarkeit nicht mal die wahren Anteile in der Bevölkerung repräsentiert, müsste der Anteil eigentlich sogar noch höher sein.

    Womit diese Menschen ein Problem haben ist nicht die mediale Sichtbarkeit, sondern die Realität. Die wünschen sich, dass Medien ihnen eine Schein-Realität vorgaukeln, die es gar nicht gibt, weil sie Probleme mit der Realität haben.

    Aber Medien können sich nicht von solchen Leuten und ihren Phobien die Inhalte diktieren lassen.
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#10 qwertzuiopüAnonym
  • 22.11.2019, 16:05h
  • Ist kein Wunder, in vielen Köpfen existiert Homosexualität doch einfach gar nicht, klar sind wir denen dann zu oft in den Medien.

    Heute hat mich erst wieder ne Kollegin gefragt, ob ich eine Freundin habe. Ich darauf: "Ne, einen Freund." Ihre Antwort: "Mein ältester Sohn hat auch noch keine Freundin..." Habe dann nichts mehr zu gesagt...
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