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Umfrage

US-Wahlen: Schwuler Kandidat unter queeren Wählern nur auf Rang 4

Pete Buttigieg ist nicht die erste Wahl unter queeren Amerikanern. Der erste offen schwule demokratische Präsidentschaftskandidat erhielte laut einer Umfrage weniger als halb so viele Stimmen wie die Favoritin.


Bürgermeister Pete Buttigieg muss noch um queere Wählerstimmen werben (Bild: City of South Bend, Indiana)

Schwule, lesbische, bisexuelle und trans Wähler in den USA würden am liebsten Senatorin Elizabeth Warren als demokratische Präsidentschaftskandidatin sehen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage unter 816 LGBTQ hervor, die vom Meinungsforschungsinstitut YouGov Blue im Auftrag des Magazins "Out" durchgeführt wurde.

31 Prozent der queeren Amerikaner würden in den Vorwahlen für die 70-jährige Juristin und frühere Harvard-Professorin stimmen, die politisch im linken Spektrum der Demokratischen Partei angesiedelt ist. Auf Rang zwei folgt der ebenfalls als links geltende Senator Bernie Sanders (18 Prozent) vor dem moderaten Ex-Vizepräsidenten Joe Biden (16 Prozent). Erst an vierter Stelle kommt der offen schwule Kandidat Pete Buttigieg mit 14 Prozent der Stimmen. Alle anderen Kandidaten liegen weit abgeschlagen unter zehn Prozent.


Senatorin Elizabeth Warren ist unter queeren Wählern am beliebtesten (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Wenn die Befragten mehreren Kandidaten eine Stimme geben könnten, würde Warren ebenfalls mit 61 Prozent an erster Stelle liegen, gefolgt von Sanders mit 45 Prozent. Bürgermeister Buttigieg wäre hier auf Rang drei (39 Prozent) vor Biden (36 Prozent).

Warren vertritt im Wahlkampf viele vergleichsweise radikale Pläne. So wirbt sie für eine Gesundheitsreform, mit der innerhalb von drei Jahren das private Krankenversicherungssystem in ein staatliches umgebaut werden soll. Damit ist sie selbst in ihrer eigenen Partei umstritten – zu den Gegnern dieses Planes gehört insbesondere Buttigieg, der sich als moderater Demokrat inszeniert.

Seit ihrem Einzug in den Senat 2014 war Warren stets eine große Unterstützerin von LGBTI-Rechte und hat etwa ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz mit den Merkmalen sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität mit ins Parlament eingebracht. Der Entwurf wurde aber von der republikanischen Mehrheitsfraktion abgelehnt. Auf ihrer Homepage hat Warren ein ausführliches Programm für LGBTI-Rechte für den Fall ihres Wahlsiegs veröffentlicht.

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Gabbard und Williamson besonders unbeliebt

Die Meinungsforscher wollten auch wissen, welche Kandidaten für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten nicht akzeptabel seien: Am meisten genannt wurden die Kandidatinnen Tulsi Gabbard und Marianne Williamson, die beide mit umstrittenen Äußerungen für Schlagzeilen gesorgt hatten.

Gabbard, einer Kongressabgeordnete aus Hawaii, wurde insbesondere angelastet, dass sie Anfang der Nullerjahre als junge Frau für die homophobe Organisation ihres Vaters gearbeitet hatte, die Homosexualität als "ungesundes, abnormes Verhalten" bezeichnet hatte. 2012 hatte sich die heute 38-Jährige für ihre homophoben Äußerungen und Aktivitäten aus der Vergangenheit entschuldigt und behauptet nun, ihre Meinung zum Thema um 180 Grad geändert zu haben. Sie ist in der Demokratischen Partei wegen weiterer ominöser Äußerungen umstritten. Kürzlich sorgte Ex-Kandidatin Hillary Clinton für Schlagzeilen, als sie andeutete, Gabbard sei die Kandidatin des Kreml.


Vom Saulus zum Paulus? LGBTI-Wähler nehmen Tulsi Gabbard nicht ab, dass sie sich von einer Homo-Hasserin in eine Unterstützerin von LGBTI-Rechten gewandelt hat (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Williamson, eine spirituelle Autorin ohne jegliche Chancen auf die Nominierung, wurde wiederholt für allzu esoterische Erklärungsversuche kritisiert. So hatte die 67-Jährige in den Achtzigerjahren etwa dafür geworben, Aids mit positivem Denken zu heilen.

Nur 14 Prozent der LGBTI-Befragten gaben in der Umfrage an, nicht für Warren stimmen zu wollen. Buttigieg brachte es hier auf 17 Prozent.

93 Prozent mit Trump-Regierung unzufrieden

Die Umfrage zeigte auch, dass queere Amerikaner sehr unzufrieden mit der Trump-Regierung sind. So erklärten 93 Prozent, sie bewerteten die Amtsführung von Donald Trump negativ. Nur vier Prozent haben eine positive Meinung über den amerikanischen Staats- und Regierungschef.

Die US-Vorwahlen starten Anfang Februar 2020 in Iowa und werden in den darauffolgenden Wochen in allen Bundesstaaten abgehalten. Im symbolisch wichtigen Bundesstaat Iowa führte zuletzt Buttigieg die Umfragen an (queer.de berichtete). Allerdings steht er in anderen Staaten mit multikulturellerer Bevölkerungsstruktur schlechter da. Die Präsidentschaftswahl findet dann Anfang November 2020 statt. (dk)



#1 PetterAnonym
  • 26.11.2019, 14:40h
  • Egal ob Pete Buttigieg, Elisabeth Warren, Bernie Sanders: die Demokraten sollen denjenigen oder diejenige ins Rennen schicken, der/die die besten Chancen gegen Trump hat.

    Buttigieg, Warren und Sanders sind alle drei sehr LGBTI-freundlich.
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#2 Leon 4Anonym
  • 26.11.2019, 15:33h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Es ist wirklich latte wen von den dreien man unterstützt da sowieso Biden Kandidat wird....

    Die egtl Frage: wird trump noch im Amt sein wenn die Wahl ansteht?

    Und daran hängt wahrscheinlich alles... Wenn er das impeachment übersteht wird er sicher auch die Wahl gewinnen.

    So oder so: trash tv war selten so fesselnd wie in den letzten 3 Jahren (mit Ausnahme der Sarah Dingens DschungelStaffel natürlich und dem einen mal als Prinz werauchimmer Frau wasweisich ins Badewasser gepinkelt hat... Episch)
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#3 gifiAnonym
  • 26.11.2019, 16:26h
  • I'm feeling the Bern - er ist der einzige, der das Zeug hat, eine echte Bewegung ins Leben zu rufen. Denn vergessen wir nicht: Echter Fortschritt kommt in den meisten Fällen von unten, nicht von wohlmeinenden Politikern. Zum Beispiel eine Krankenversicherung für alle: Elizabeth Warren mag die befürworten, aber eine echte Chance, die auch umzusetzen, haben die Demokraten nur, wenn es auch Druck von der Straße gibt. Sonst haben die Republikaner leichtes Spiel, sie wie immer zu torpedieren.
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#4 ParagonAnonym
  • 26.11.2019, 18:33h
  • Antwort auf #3 von gifi
  • In den öffentlichen Bernie-Foren (etwa bei Facebook) bekommt man schon mal einen Geschmack davon, wie die heiße Wahlkampfphase aussehen wird. Da redet man sich so richtig in Rage gegen die verhasste Demokraten-Elite (was nicht Zelten an Trumps Rhetorik erinnert); so gelobt man, dass man "never Warren" wählen würde und dass "Pistol Pete" (oder "Mayo Pete", wie Buttigieg in letzter Zeit abschätzig genannt wird) ohnehin das Letzte sei. Die Bernie-Fans brennen so für ihr Idol, dass sie lieber gar nicht zur Wahl gehen, als jemanden anderen zu nominieren.

    In den - ebenfalls öffentlichen- Buttigieg-Foren findet man auch sehr euphorische Supporters. Was allerdings auffällt, ist, dass es bei den Boot-edge-edge-Fans eher um Sachthemen geht und nicht um die Diskreditierung des politischen Gegners - was vor allem die Sanders-Anhänger nicht davon abhält, in den Buttigieg-Foren negative Postings hochzuladen und Mayor Petes Programme ("Douglass Plan" oder "Medicate for All Who Want It") mit diversen Emojis abfällig zu kommentieren.

    Wäre es nicht schön, wenn alle an einem Strang ziehen würden? Als George Takei vor wenigen Tagen seine Unterstützung für Buttigieg erklärt hat (
    boingboing.net/2019/11/19/george-takei-endorses-pete-but.htm
    l

    ), gab es auch viele positive Reaktionen, was optimistisch stimmen muss.

    Mein Tipp für 2020: Die Demokraten gehen mit dem Ticket "Buttigieg-Harris" ins Rennen, oder - der Favorit der Pete-Fans: "Buttigieg-Abrams".
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#5 Sabelmann
#6 PiakAnonym
  • 26.11.2019, 20:43h
  • Antwort auf #5 von Sabelmann
  • Sanders ist ja nicht mal Demokrat und programmatisch so unerträglich, dass man auch gleich bei Trump bleiben kann. Nachdem Bidens Kampagne ja nun kurz vor dem k.o. ist, wird es hoffentlich Bloomberg mit seiner last-minute-Kampagne machen. Der hat die meiste Kompetenz, das meiste Geld und die vernünftigste Programmatik. Anders als der hier hochgejazzte Buttigieg ist er auch nicht für entscheidende Wäherschichten unwählbar. Dann Kamela Harris als running mate um alle Schichten abzudecken und Trump bekommt seinen Alptraumgegenkandidaten.
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#7 GutmenschinAnonym
  • 26.11.2019, 22:58h
  • Grad heute kam eine neue Umfrage heraus, in der Buttigieg erstmals auf Platz zwei hinter Biden und vor Warren und Sanders liegt.
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#8 gifiAnonym
#9 IronikerEhemaliges Profil
#10 stromboliProfil
  • 27.11.2019, 09:08hberlin
  • Antwort auf #1 von Petter
  • "Egal ob Pete Buttigieg, Elisabeth Warren, Bernie Sanders: die Demokraten sollen denjenigen oder diejenige ins Rennen schicken, der/die die besten Chancen gegen Trump hat.

    Buttigieg, Warren und Sanders sind alle drei sehr LGBTI-freundlich."
    Alles schön und gut.. Mag ja sein dass Buttigieg für Glbti* menschen mehr verspricht als der rest der riege.

    Aber auch in den usa geht es nicht nur um " unsere " themen, sondern um die frage: welcher kandidaten werden mit dem neokapitalistischen system ernsthaft anfange zu reformieren oder gar mit kraftvoller stimme einen NEW DEAL einfordern.
    Das es möglich ist gegen alle voraussagen so wahlen zu gewinnen hat ja gerade FranklinD. Rossevelt damals bewiesen.

    Das heist aber auch, die demokraten müssen sich selbst wandeln!
    Was wohl am nächsten zu erwarten ist ist ein bloomberg .

    Sanders hat in den jahren zuvor wenigstens etwas zum denken beigetragen...
    Ob das reicht bleibt bei den kräfteverhältnissen zu bezweifeln.
    Warum nicht ein gespann sanders/warren aka warren /sanders.
    Die sozialdemokratischen demokraten hätten ihren sanders in der spitze, die frauen eine warren.
    Beides zusammen , egal wer dann prä oder vice spielt wäre eine bereicherung.

    Dabei die anderen mitbewerberInnen mit ins boot holen! Ämter verteilen an entsprechende persönlichkeiten. Buttigieg könnte da sich bewähren und mit blick auf zukünftiges sich profilieren.
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