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Todesursache unklar

Haiti: Prominenter schwuler Aktivist tot aufgefunden

Charlot Jeudy wurde als Chef einer bekannten LGBTI-Organisation jahrelang bedroht. Nun ist er unter mysteriösen Umständen gestorben.


Charlot Jeudy ist im Alter von nur 34 Jahren gestorben (Bild: The American Jewish World Service / wikipedia)

Der Vorsitzende der haitianischen LGBTI-Organisation "Kouraj" (Mut) ist tot. Charlot Jeudy wurde am Montag leblos in seiner Wohnung in der Hauptstadt Port-au-Prince aufgefunden. Das erklärte eine "Kouraj"-Aktivistin gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Die Polizei will sich bislang nicht zur Todesursache äußern. Jeudy wurde nur 34 Jahre alt.

Jeudy war in Haiti ein bekanntes Gesicht und warb in Talkshows oder anderen öffentlichen Foren immer wieder für die Anerkennung von LGBTI-Rechten. Gegen ihn hatte es im bitterarmen karibischen Staat mit elf Millionen Einwohnern in den letzten immer wieder Gewaltdrohungen, darunter auch Todesdrohungen, gegeben. Deswegen musste er etwa vor drei Jahren ein geplantes LGBTI-Festival absagen.

"Auch wenn die Todesursache bislang noch nicht feststeht, befürchten wir, dass er mit dem Anti-LGBTI-Gewaltschub in Haiti zusammenhängt", erklärte Jessica Stern von der internationalen LGBTI-Organisation OutRight Action International. Sie rief die Polizei dazu auf, transparente Ermittlungen durchzuführen.

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Homophobie gehört in Haiti zum guten Ton

Homosexualität ist in Haiti zwar seit 1791 legal. Allerdings herrscht im Land wie in großen Teilen der Karibik eine größtenteils religiös begründete homo- und transphobe Atmosphäre. Vier von fünf Haitianern sind Mitglieder der katholischen Kirche, die Schwule und Lesben als unmoralisch beschimpft. Homosexuelle Paare werden im Land nicht anerkannt, es gibt außerdem keinerlei Antidiskriminierungsgesetze, die sexuelle und geschlechtliche Minderheiten schützen.

Auch aus der Politik kommen immer wieder LGBTI-feindliche Initiativen: So beschloss der Senat 2017 einen Gesetzentwurf, der die "öffentliche Unterstützung" für Homosexualität verbietet (queer.de berichtete). Diese haitianische Version eines Homo-"Propangada"-Gesetzes ist aber noch nicht in Kraft getreten, da sich die andere Parlamentskammer, die Chambre des députés, noch nicht damit beschäftigt hat.

Senator Carl Murat Cantave, der Autor des Gesetzes, machte Homosexuelle für die wiederholten Erdbeben und Wirbelstürme im Land verantwortlich. "Sündiges Sexualverhalten" sei laut der Bibel der Grund für Naturkatastrophen, so seine Argumentation. (dk)



#1 PetterAnonym
#2 WiebitteAnonym
  • 26.11.2019, 14:57h
  • Das ist grauenhaft und ob sich in dem Fall die Polizei bemüht ist fraglich! Das Argument mit der Bibel ist zum Kotzen! Sucht euch nicht immer die Stellen raus, die euch passen um auf andere einzuschlagen! David und Jonathan wird schön totgeschwiegen! Und "sündiges" Verhalten - vorrangig natürlich von Homosexuellen - als Grund für Katastrophen anzuprangern ist schlichtweg himmelschreiend dumm und krank! Und jetzt packe ich mal die Bibel aus "Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein" bzw. ist Liebe keine Sünde und was ist mit der Gewalt, der Korruption, der Geldwäsche, Prostitution usw.?
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#3 Ralph
  • 26.11.2019, 20:00h
  • Es war aber einer unter seinen Jüngern, welchen Jesus lieb hatte, der lag bei Tische an der Brust Jesu.

    Johannes, XIII 23
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#4 AnteilnahmeAnonym
  • 26.11.2019, 22:39h
  • Wenn ein Geist stirbt, wird er Mensch. Wenn ein Mensch stirbt, wird er Geist.

    (Novalis)
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#5 MaeksAnonym
#6 LotiAnonym
  • 27.11.2019, 08:47h
  • Antwort auf #5 von Maeks
  • Deinen für mich unverständlichen Kommentar finde ich sehr unpassend. Haiti ist nun schon wahrlich genug gebeutelt worden. Erst durch die Diktatur und Korruption, obendrein von Naturkatastrophen. Hier sogleich auf auf Gegengewalt zu setzen finde ich falsch. Auch sollte bei allem Respekt dem Toten gegenüber nicht vergessen werden, wie gespalten das Land ist, einerseits durch den immernoch starken und Mächtigen Aberglauben an Voodoo und andererseits das Christentum. Ich möchte Dir zugleich den herausragenden Autor Gary Victor an Herz legen. Dieser beschreibt sein Land mit solch Brutalität, das es mir die Sprache verschlagen hat beim Lesen. Obwohl es reine Kriminallektüren sind, beinhalten diese im Kern sein Heimatland ohne Schnörkel. Wer in dieses Land reisen tut um Urlaub dort zu machen, will davon aber nichts wissen. Oder blendet es zumindest aus.
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