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USA

Abgeordneter warnt vor "Regenbogen-Dschihad"

Auf dem Parlamentsgebäude von Iowa wehte dieses Jahr erstmals die Transflagge, wenn auch nur für knapp fünf Minuten. Ein Republikaner war so empört über die Hissung, dass er einen "Heiligen Krieg" der LGBTI-Aktivisten heraufbeschwor.


Der Abgeordnete Skyler Wheeler hält die Hissung der Transflagge für "eine der ungeheuerlichsten politischen Aggressionen, die ich je erlebt habe"

Als erster US-Bundesstaat hatte der Agrarstaat Iowa vergangene Woche anlässlich des 21. Gedenktages für die Opfer von Transphobie die blau-rosa-weiße Trans-Pride-Flagge auf dem Gebäude des Landesparlaments gehisst. Das führte zu teils scharfen Reaktionen von transfeindlichen Republikanern, obwohl die Flagge laut Medienberichten nur drei bis fünf Minuten wehte.

Am heftigsten kritisierte der 26-jährige Politiker Skyler Wheeler, seit 2017 Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Des Moines, die Flaggenhissung: "Wieder ein Versuch des Regenbogen-Dschihad, uns, die wir nicht mit ihm einer Meinung sind, den Mittelfinger zu zeigen und uns seine Überzeugungen aufdrängen zu wollen", erklärte Wheeler in einem am Samstag veröffentlichten Artikel im erzkonservativen "Iowa Standard".

"Flaggen, die auf dem Kapitol wehen, sollten die Bevölkerung von Iowa nicht spalten", so Wheeler weiter. "Wie würde der Regenbogen-Dschihad reagieren, wenn wir versuchen würden, eine christliche Flagge über dem Kapitol zu hissen? Dem Regenbogen-Dschihad reicht es nicht aus, einfach das Leben zu leben." Er bezeichnete die Flaggenhissung als "eine der ungeheuerlichsten politischen Aggressionen, die ich je erlebt habe".

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Abgeordneter will Transflagge künftig verbieten

Der republikanische Abgeordnete Dean Fisher kündigte an, als Reaktion auf die Hissung einen Gesetzentwurf einbringen zu wollen, der künftig nur noch die US- und Iowa-Fahne auf dem Parlamentsgebäude erlaubt. Er bezeichnete das Hissen der Transflagge als "lächerlich" und erklärte, er als Christ wolle schließlich auch keine Christen-Flagge auf dem Kapitol wehen sehen.

Die Flaggenhissung war von der LGBTI-Organisation "Iowa Safe Schools" bei der verantwortlichen Landesbehörde beantragt worden. Die Aktion sollte dabei helfen, trans Schülerinnen und Schülern Mut zu machen, da diese Gruppe am ehesten unter Mobbing und Depressionen zu leiden habe. Die Behörde genehmigte die Hissung für den 20. November. Die Flagge wurde – wie bei Spezielfahnen vor dem Parlamentsgebäude in Des Moines üblich – nur kurz gehisst, so dass die Aktivisten Fotos und Videos machen konnten.

Twitter / iowasafeschools

"Iowa Safe Schools" hat als Reaktion auf Wheelers Tirade inzwischen stolz auf Twitter den Hashtag #RainbowJihad geteilt und erklärt: "Wir sind stolze Mitglieder des Regenbogen-Dschihad". (dk)

Twitter / iowasafeschools



#1 Leon 4Anonym
#2 SarkastikerAnonym
  • 26.11.2019, 13:32h
  • Immer wieder gruselig, wie Menschen es schaffen, sich stolz und schambefreit so offensichtlich als Vollpfosten zu präsentieren, wie es dieser, doch noch recht junge, Republikaner mit seiner an Schwachsinn kaum zu überbietenden Einlassung hinbekommen hat.
    Beinahe noch gruseliger ist aber, dass es immer und überall genügend Unterstützung für solch offensichtlichen Irrsinn zu geben scheint.
    Aber man kann ja nicht die halbe Bevölkerung in die Psychiatrie überweisen.
    Da pathologisiert die Gesellschaft schon lieber Transmenschen.
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#3 N8EngelProfil
  • 26.11.2019, 14:35hWenden
  • Interessanterweise beschreibt er das Christentum als Antithese zum LGBTI. Damit sagt er aus, das LGBTI Religionsstaus hat.
    Demnach kann man nicht beides sein. Da LGBTI als Oberbegriff für (anders) liebende deffiniert wird, muss es sich ja bei dem Gegepol um Hassende handeln.
    Da würde ich sagen: Auf in den Kampf, ein solcher Gegener sollte beseitigt werden. als Waffen schlage ich rosa Wattebäusche und Kuschelatacken vor.
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#4 Phylax2Anonym
  • 26.11.2019, 16:51h
  • Zitat:"Er bezeichnete die Flaggenhissung als "eine der ungeheuerlichsten politischen Aggressionen, die ich je erlebt habe"."

    ...so, wer erzählt ihm von den Kriegen der Spanier gegen die Ureinwohner , dem 1. und 2.Weltkrieg, etc. etc.?
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#5 Ana NymAnonym
  • 26.11.2019, 16:57h
  • Es sind diese typischen Vergleiche.
    Dschihad, Welt-Krieg gegen die Ehe, Sprach-Terror, ...
    Damit will man Punkten und gleich nebenbei verharmlost und verdreht man solche Begriffe.
    Dschihad des Regenbogens,
    Weltkrieg, Terror, ..
    Und das für Selbstverständlichkeiten, die jedem Gedenktag, jeder Gruppierung (auch Christen mit ihrer ( welche Flagge haben die eigentlich?, Weiß mit Kreuz drauf oder so)) nach bewilligtem Antrag zusteht.
    Das was die Republikaner da versuchen ist ein Angriff auf die Werte Iowas!
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#6 lindener1966Profil
  • 26.11.2019, 17:11hHannover
  • "eine der ungeheuerlichsten politischen Aggressionen, die ich je erlebt habe".
    geht´s auch ne Nummer kleiner?
    Die Aktion war ja auch noch genehmigt. So what?
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#7 TransmenschAnonym
#8 Ralph
  • 27.11.2019, 10:06h
  • Unsere Einstufung als Perverse, als Kindsverderber, als Familiengefährder reicht nicht mehr aus, um den Mob gegen uns aufzuhetzen. Inzwischen hilft nur noch die Gleichsetzung mit Massenmördern.
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#9 dellbronx51069Anonym
  • 27.11.2019, 12:17h
  • Solche Typen müsste man wohl in Psychopharmaka baden um irgendwelche positive Effekte zu erzielen.
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#10 RelativierungAnonym
  • 27.11.2019, 16:48h
  • Versteckt ist in der Idee eine Relativierung sowohl der, wie Dschihad von der überwiegenden Bevölkerung verstanden wird, das mit dem Kampf für Gleichberechtigung einer unterdrückten Menschengruppe zu vergleichen.
    Als auch davon auszugehen, es würde dafür ein Krieg erklärt, sich in empfindlich verstiegenem Ton vorfindet.

    Der Vergleich mit einer Flagge für Religion ist einfach dämlich. Vielleicht hätte er passenderweise eine mit dem Gesicht von Martin Lutcher King genannt, der sich ebenfalls für eine unterdrückte Menschengruppe und deren Eigenschaftwen für Gleichberechtigung einsetzte.

    Dass Christentum räsonables, konsequentes Denken verhindern kann, ist bekannt. Das braucht man ihm nicht mehr vorwerfen.
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