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Polizeibericht

Homophober Übergriff an Münchner U-Bahn-Station

Am Wochenende wurden in München vier junge Männer von einer Gruppe von sieben Personen angegriffen und verletzt. Die Polizei konnte zwei 19-jährige Tatverdächtige vorläufig festnehmen.


Der U-Bahnhof Stachus/Karlsplatz befindet sich zentral in der Münchner Altstadt (Bild: Björn Láczay / flickr)

In der Nacht von Freitag auf Samstag ist es nach Angaben der Münchner Polizei am zentral gelegenen U-Bahnhof Stachus zu einem offenbar aus Homosexuellenhass motivierten Übergriff gekommen. Betroffen waren drei junge Männer im Alter von 21, 22 und 25 Jahren, die aus München und dem Umland stammen. Sie fuhren um 0.50 Uhr mit der Rolltreppe vom Sperrengeschoss in Richtung U-Bahnsteig.

Eine siebenköpfige Personengruppe kam ihnen auf der anderen Seite der Rolltreppe entgegen. Kurz darauf kam es durch diese Personen zu Beschimpfungen mit laut Polizei homophobem Hintergrund sowie zu Beleidigungen. Einer der Tatverdächtigen, ein 19-jähriger Münchner, zog den Nothalt der Rolltreppe. Anschließend wurden die drei Geschädigten von der Gruppe angegriffen und mit Schlägen und Fußtritten traktiert, wodurch alle drei Opfer leicht verletzt wurden.

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Polizei nimmt zwei Teenager fest

Die Angreifer flüchteten im Anschluss an die Tat. Zwei der Verdächtigen konnten durch Polizeikräfte im Umfeld festgenommen werden: der 19-Jährige der den Nothalt gezogen haben soll, sowie ein weiterer 19-jähriger Münchner. Die anderen fünf Tatverdächtigen konnten unerkannt entkommen.

Die beiden festgenommenen Tatverdächtigen wurden nach den erforderlichen polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Zu ihrer Identität machte die Polizei keine weiteren Angaben. Ebensowenig gaben die Behörden bekannt, ob die drei geschädigten Männer tatsächlich schwul waren.

Aufgrund der aus Homosexuellenhass motivierten Tat wurden die weiteren Ermittlungen durch das Kommissariat 44 übernommen, das in Fällen politisch motivierter Kriminalität von Rechts ermittelt. Unter anderem wird den Verdächtigen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Missbrauch von Notrufen vorgeworfen.

Ende September gab es bereits Berichte über einen aus Homophobie motivierten Übergriff auf dem Münchner Oktoberfest. Opfer waren zwei heterosexuelle Männer, die Arm in Arm über das Wiesn-Gelände schlenderten (queer.de berichtete). (pm/cw)



#1 PetterAnonym
  • 26.11.2019, 16:17h
  • Ein weiterer Beleg, dass die Politik endlich reagieren muss.

    Wir brauchen vor allem mehr Aufklärung an Schulen, denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Und einen nationalen Aktionsplan.

    Aber auch volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Art. 3 GG) ist längst überfällig. Das wirkt nicht so direkt wie obiges, aber indirekt. Das wäre ein starkes Zeichen, dass Hass und Diskriminierung von LGBTI in diesem Land nicht geduldet werden. Denn wie will man gesellschaftliche Akzeptanz erwarten, wenn wir nicht mal staatlich voll akzeptiert sind.
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#2 FliegenAnonym
  • 26.11.2019, 21:07h
  • ...aktuell schon wieder fast 2% mehr für die CDU bei der Wahlumfrage!!! Unbegreiflich!!!
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#3 Ralph
  • 27.11.2019, 10:03h
  • Antwort auf #2 von Fliegen
  • Es gibt viele Gründe, weshalb man sich an den Kopf greifen muss, dass die Union noch immer so viele Wähler und Wählerinnen überzeugt. Die Grundrechte von Schwulen, Lesben, transidentischen und zwischengeschlechtlichen Menschen spielen aber für die meisten keine oder nur eine sehr untergeordnete Rolle, jedenfalls stellen sie keinen Wahlprüfstein dar. Viel schlimmer noch: Selbst bei vielen Schwulen und Lesben fließen die eigenen Interessen nicht in die Wahlentscheidung ein. Ich habe nicht gezählt, mit wie vielen ich eine fruchtlose Diskussion hatte, die ihre Wahlentscheidung nach allen möglichen Gesichtspunkten ausrichten, bloß nicht an den Interessen der sozialen Gruppe, der sie angehören.
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#4 TheDadProfil
  • 27.11.2019, 10:36hHannover
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • ""Ich habe nicht gezählt, mit wie vielen ich eine fruchtlose Diskussion hatte, die ihre Wahlentscheidung nach allen möglichen Gesichtspunkten ausrichten, bloß nicht an den Interessen der sozialen Gruppe, der sie angehören.""..

    Ich möchte dies dann noch konkretisieren, denn auch ich muß derlei Diskussionen um Wahlentscheidungen immer wieder führen, und meiner Erfahrung nach ist dieses "bloß nicht" nicht nur ein "einfaches Übersehen" eigener Interessen, sondern in vielen Fällen ein VORSATZ, der ein "auf gar keinen Fall" beinhaltet..

    Das dient vielleicht dazu nicht über die Wahlentscheidung nach außen hin als LGBTTIQ*-Mensch identifizierbar zu sein, und ist damit auch ein Teil einer "Schranktür-Zu-Kultur" in der die eigenen Interessen als Ausdruck einer
    "inneren Assimilation an die Hetero-Gesellschaft"
    einfach ignoriert werden..
    Denn man will ja die Entwicklung der Gesellschaft nicht vorsätzlich behindern..
    Oxymorones Verhalten..
    Denn es behindert gleichzeitig die Entwicklung einer freien und gleichberechtigten Gesellschaft..

    LGBTTIQ*-Menschen sind mit solchen Entscheidungen aber nicht singulär in der Gesellschaft vertreten, denn mit den gleichen Verrenkungen wählen dann Bürger*innen mit Migrationshintergrund rechtsradikale Gruppierungen wie die "NPD" oder die "AFD", oder türkeistämmige Kurden dann einen Ministerpräsidenten Erdogan in der Türkei, oder PoC einen Präsidenten Trump..
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#5 LotiAnonym
#6 Ralph
  • 27.11.2019, 11:27h
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Mir scheint gerade unter Schwulen und Lesben eine entsolidarisierende Betrifft-mich-nicht-Mentalität zu grassieren. Sprach ich in solchen Diskussionen bestimmte Fragen konkret an, kamen immer solche Reaktionen: Eheöffnung? Ich will nicht heiraten. - Adoption? Ich will keine Kinder. - Gleiche Bezahlung im öffentlichen Dienst? Ich bin kein Beamter. - Hinterbliebenenrente? Ich hab selbst genug Altersversorgung, brauch ich keine Witwerrente. - Gewalttätige Übergriffe? Ich verhalt mich unauffällig. - Schulaufklärung, Aktionsplan, CSD? Wir braucheh keine Sonderrolle, macht nur Ärger. Und so weiter und so fort... Und es gibt viele Schwule, besonders jenseits der 60, die einfach nur froh sind, nicht mehr wie in ihrer Jugend vor dem Gefängnis Angst haben zu müssen. Das genügt denen schon. Am anderen Ende der Altersskala wiederum können sich so viele junge Leute gar nicht vorstellen, wie schlimm es früher war, und denken nicht über den eigenen Tellerrand hinaus. So werden große Augen gemacht, wenn ich von Steuervorteilen, gegenseitigen Auskunfts- und Fürsorgerechten, Hinterbliebenenversorgung und weiteren materiellen Verbesserungen spreche, die den Jungs bisher offenbar gar nicht in den Sinn gekommen sind, weil sie bei einer Eheschließung nur an die Hochzeitsfeier denken.
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#7 FilipProfil
#8 Hallo zusammenAnonym
  • 27.11.2019, 21:04h
  • Es lässt sich generell eine wachsende Tendenz weg von der Solidarität erkennen. Egal, ob LGBTQ+ oder cis-hetero-deutsch seit drei Jahrhunderten - es interessiert nur das eigene Leben, der eigene Tellerrand. Was mit den anderen, benachteiligten Menschen passiert, interessiert nicht. Traurig ist nur, wenn die Betroffenen sich nicht für die Zwecke ihrer eigenen 'Gruppe' engagieren und den Gegnern gegenüber den Anschein geben, es braucht keinen Kampf für mehr Gleichberechtigung, mehr gleiche Rechte. Hab ich sowohl bei Lesben und Schwulen als auch bei Menschen mit Migrationshintergrund gesehen. Entweder wird die Diskriminierung ignoriert und verdrängt oder man macht einfach weiter, akzeptiert, resigniert. Bloß kein Widerwort. Das könnte ja alles nur schlimmer machen. Manchmal wünschte ich mir, es würde etwas mehr Aktivismus-Stimmung aufkommen, und zwar für andere Themen als das Klima. Während das Klima langsam kaputt geht, haben wir die Gesellschaft schon vor Ewigkeiten zerstört, indem das systematisch diskriminiert wurde und wird.
    Die Gesellschaft wird weiter gespalten werden, wenn wir langsam nicht für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen, für queere Menschen, für Ausländer, für sozial schwache.
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#9 TheDadProfil
  • 28.11.2019, 10:41hHannover
  • Antwort auf #6 von Ralph
  • ""Mir scheint gerade unter Schwulen und Lesben eine entsolidarisierende Betrifft-mich-nicht-Mentalität zu grassieren.""..

    Uns fällt das natürlich innerhalb der eigenen Peer-Group, innerhalb der Community besonders leicht ins Auge..
    Aber Entsolidarisierung ist eine Entwicklung, die in allen gesellschaftlichen Bereichen auftritt..

    Da muß man dann neben den Mitglieder-Verlusten der Parteien und Gewerkschaften sogar den Mitgliederschwund der "Religionsgemeinschaften" mit nennen, denn auch das ist eine Form der Entsolidarisierung mit einer Gruppe, der man zugehörig ist, oder war..

    Dennoch haben entsolidarisierende Funktionen innerhalb von Communitys wie der der LGBTTIQ*-Menschen völlig andere Auswirkungen als etwa der Mitgliederschwund der "Kirchen"..

    In der LGBTTIQ*-Community stärkt dieser Verlust vermeintlich die "Gesamtgesellschaft", in den "Kirchen" führt es zu einer vermeintlichen Schwächung der vorgetragenen Positionen..
    Deshalb vermeintlich, weil der Mitgliederschwund überwiegend die so genannten "liberalen Kräfte" dort "schwächt", was originär mit einem Anwachsen der "radikalen Kräfte" verbunden ist, und die "Evangelikalen" dort immer mehr Gewicht erhalten..

    Am Ende besteht der deutliche Unterschied darin, sich nicht mehr an unterdrückerischen Methodiken, ausgelöst durch die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu beteiligen, während die Gegenseite durch den Verlust der Solidarität an Kampfkraft zur Durchsetzung von Menschenrechten verliert, was mehr als nur einfach sehr bedenklich ist..

    Denn gleichzeitig gelingt es immer noch nicht "Außenstehende" außerhalb der Community mit in den Kampf für Gleiche Rechte für Alle in signifikanter Größe mit in den Kampf einzubinden..
    Und hier besteht immer noch ein großer Unterschied in einem einfachem "ich bin damit einverstanden" als Erklärung, und einem mitmachen als aktive Einmischung in die Arbeit, die sich eben nur vermeintlich nur für Andere darstellt, denn Menschenrechte bestehen nicht aus der Tatsache, das sie nur für diese Anderen gelten würden..

    Wo Unterdrückung herrscht, so wird immer die gesamte Gesellschaft unterdrückt..
    Wo Ehe-Verbot für lesbische und schwule Menschen besteht, so sind nicht nur diese Menschen von einer "gleichgeschlechtlichen Ehe" ausgenommen, sondern immer ALLE Menschen einer Gesellschaft..
    Das zu erkennen gelingt aber nicht, weil es nicht ausreichend deutlich gemacht wurde und wird..

    Egomanie setzt sich immer weiter durch, und ist eine Entwicklung die schon seit Jahrzehnten andauert..
    Die von Dir hier angesprochenen Beispiele dazu machen deutlich wo die Probleme liegen, denn zu erkennen warum man sich auch für Sachen engagieren muß, die einen persönlich nicht interessieren, oder vermeintlich nur marginal betreffen, muß vermittelt werden, und dieser "Bildungsauftrag" richtet sich dann an ALLE Teile der Community, so "zerstritten" oder uneins sie sich auch darstellt..

    Da ist gar kein Platz für ein egozentrisches "Argument" wie etwa
    "davon hast du keine ahnung", oder auch
    "ich habe keine lust dir das zu erklären"..
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#10 AllgemeindenkenAnonym
  • 28.11.2019, 15:16h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Liegt vermutlich auch an der Erziehung dazu, immer auf das Wohl aller zu schauen. Worunter die eigenen Interessen zurück treten. So wählt man für eine scheinbare Mehrheit, anstatt für sich selber. Fokussiert die Interessen Richtung Allgemeinwohl.

    2% plus bei der CDU sind mir lieber als bei der AfD! Das kleinere Übel halt.
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