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Einweihung im September 2020
Berlin benennt Platz nach Rio Reiser
Der Kreuzberger Heinrichplatz an der Oranienstraße wird nach dem schwulen Ton-Steine-Scherben-Sänger benannt, beschloss das Bezirksparlament am Mittwoch.

Rio Reiser sorgte mit seiner Band Ton Steine Scherben und mit Hits wie "König von Deutschland" und "Junimond" für Begeisterung (Bild: Sony Music)
- 28. November 2019, 14:08h 2 Min.
Berlin bekommt einen "Rio Reiser Platz". Dafür wird der Heinrichplatz in Kreuzberg umbenannt. "Rio Reiser und Ton Steine Scherben haben Rockgeschichte und die Geschichte Kreuzbergs geprägt", erklärte das Bezirksamt am Donnerstag dazu. An den Musiker zu erinnern, sei im Sinne der Diversität. "Schwulsein war für ihn in den Siebzigern selbstverständlich, während es damals in weiten Teilen der Gesellschaft und auch in der linken Szene noch lange nicht als gängig galt."
Platz im Herzen des früheren SO36
Der Heinrichplatz liegt an der Oranienstraße im Herzen des früheren "SO36", einer heute noch alternativ geprägten Ecke von Berlin. Der Rio-Reiser-Platz soll durch eine Gedenkinstallation oder ein Gedenkzeichen ergänzt werden. Geplant ist die Umbenennung im September 2020. Im kommenden Jahr wäre Reiser 70 Jahre alt geworden, die Gründung der Protestband Ton Steine Scherben liegt dann 50 Jahre zurück.
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Beschlossen wurde die Umbenennung am Mittwoch von der Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg. Die CDU hatte bereits im vergangenen Jahr Stimmung gegen das Vorhaben gemacht. Man müsse aufpassen, "dass der Bezirk nicht zur Beute linksradikaler Kreise" werde, empörte sich etwa der Berliner CDU-Abgeordnete Kurt Wansner. "Ich sehe keinen Grund, nach Herrn Reiser irgendetwas in Kreuzberg umzubenennen. Er hat für den Bezirk nichts getan" (queer.de berichtete).
Rio Reiser war zwischen 1970 und 1985 Sänger und Haupttexter von Ton Steine Scherben. Zu den bekanntesten Hits der zeitweise von der heutigen Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth gemanagten Musikgruppe waren "Macht kaputt, was euch kaputt macht" und "Keine Macht für Niemand". Später startete Reiser eine Solo-Karriere – und begeisterte auch ein Mainstream-Publikum mit Liedern wie "König von Deutschland" und "Junimond". Reiser starb 1996 im Alter von nur 46 Jahren an Kreislaufversagen infolge von langjährigem Alkoholkonsum. (cw/dpa)















