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Einweihung im September 2020

Berlin benennt Platz nach Rio Reiser

Der Kreuzberger Heinrichplatz an der Oranienstraße wird nach dem schwulen Ton-Steine-Scherben-Sänger benannt, beschloss das Bezirksparlament am Mittwoch.


Rio Reiser sorgte mit seiner Band Ton Steine Scherben und mit Hits wie "König von Deutschland" und "Junimond" für Begeisterung (Bild: Sony Music)

Berlin bekommt einen "Rio Reiser Platz". Dafür wird der Heinrichplatz in Kreuzberg umbenannt. "Rio Reiser und Ton Steine Scherben haben Rockgeschichte und die Geschichte Kreuzbergs geprägt", erklärte das Bezirksamt am Donnerstag dazu. An den Musiker zu erinnern, sei im Sinne der Diversität. "Schwulsein war für ihn in den Siebzigern selbstverständlich, während es damals in weiten Teilen der Gesellschaft und auch in der linken Szene noch lange nicht als gängig galt."

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Platz im Herzen des früheren SO36

Der Heinrichplatz liegt an der Oranienstraße im Herzen des früheren "SO36", einer heute noch alternativ geprägten Ecke von Berlin. Der Rio-Reiser-Platz soll durch eine Gedenkinstallation oder ein Gedenkzeichen ergänzt werden. Geplant ist die Umbenennung im September 2020. Im kommenden Jahr wäre Reiser 70 Jahre alt geworden, die Gründung der Protestband Ton Steine Scherben liegt dann 50 Jahre zurück.

Direktlink | "König von Deutschland" ist der wohl bekannteste Hit von Rio Reiser

Beschlossen wurde die Umbenennung am Mittwoch von der Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg. Die CDU hatte bereits im vergangenen Jahr Stimmung gegen das Vorhaben gemacht. Man müsse aufpassen, "dass der Bezirk nicht zur Beute linksradikaler Kreise" werde, empörte sich etwa der Berliner CDU-Abgeordnete Kurt Wansner. "Ich sehe keinen Grund, nach Herrn Reiser irgendetwas in Kreuzberg umzubenennen. Er hat für den Bezirk nichts getan" (queer.de berichtete).


Im nordrhein-westfälischen Unna gibt es bereits einen Rio-Reiser-Weg (Bild: O-B-A / wikipedia)

Rio Reiser war zwischen 1970 und 1985 Sänger und Haupttexter von Ton Steine Scherben. Zu den bekanntesten Hits der zeitweise von der heutigen Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth gemanagten Musikgruppe waren "Macht kaputt, was euch kaputt macht" und "Keine Macht für Niemand". Später startete Reiser eine Solo-Karriere – und begeisterte auch ein Mainstream-Publikum mit Liedern wie "König von Deutschland" und "Junimond". Reiser starb 1996 im Alter von nur 46 Jahren an Kreislaufversagen infolge von langjährigem Alkoholkonsum. (cw/dpa)



#1 LotiAnonym
  • 28.11.2019, 17:07h
  • Lange haben insbesonders eingefleischte alteingesessene Kreuzberger darauf gewartet. Eine sehr gute und würdige Entscheidung.
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#2 LollipopAnonym
#3 Ralph
  • 28.11.2019, 21:56h
  • Der Platz war bisher nach Prinz Heinrich von Preußen benannt. Eigentlicher Namensgeber war ein 1846 verstorbener, stets kränkelnder Prinz, der nie heiratete - in Zeiten der von dynastischen Eheverbindungen geprägten Monarchie eine verdächtige Tatsache. Bekannter ist ein anderer Prinz Heinrich, Bruder Friedrichs des Großen und wie der König selbst dem eigenen Geschlecht zugetan. Berühmt und noch heute erhalten ist die zwischen seinem Schlafzimmer und dem Schlafzimmer seines Lebensgefährten zwecks nächtlicher Besuche angelegte Wendeltreppe. Er starb 1802.
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#4 Carsten ACAnonym
  • 29.11.2019, 09:08h
  • Finde ich zwar im Prinzip eine nette Idee, aber hätte man dafür nicht einen Platz umbenennen können, dessen Namensgebung deutlich negativer ist.

    In jeder Stadt gibt es ja noch Straßen und Plätze, die nach sehr dubiosen Personen mit menschenverachtenden Ansichten benannt sind. Hätte man sowas umbenannt, hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen...
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#5 TheDadProfil
  • 29.11.2019, 10:49hHannover
  • Antwort auf #4 von Carsten AC
  • ""In jeder Stadt gibt es ja noch Straßen und Plätze,""..

    Es geht hier nicht "um die stadt", sondern vor allem auch um den Kiez in dem er gelebt und gewirkt hat..

    Ob man dazu dann nicht einen Platz der einem Preußen-Prinzen "gewidmet" war, aus welchen einfallslosen Gründen auch immer, nicht umbenennen könnte, sehe ich hier nicht..

    Was mich eher nervt ist, das man noch 10 Monate Zeit braucht um einen Plan in die Tat umsetzen zu wollen, bloß weil sich dann ein "runder Geburtstag" anbietet medienwirksam aufzutreten..

    Als wenn die Umbenennung nicht auch schon Morgen medienwirksam in Szene gesetzt werden könnte..
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#6 LotiAnonym
  • 29.11.2019, 11:52h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Stimme Dir zu. Doch bitte vergiss nicht, es gab eine hitzige Diskussion darüber, zuerst den Mariannenplatz in Kreuzberg nach ihm um zu benennen. Dann war erst mal wieder Funkstille. Im übrigen steht die Bezirksbürgermeisterin Frau Hermann in der Berliner Öffentlichkeit stark unter Beschuss. Dealer in Schutznahme im Görlitzer Park z.B. Angeblich wegen ihrer zu laschen Politik. Nun geht sie bald freiwillig in den Ruhestand. Die hatte echt schon einen schweren Stand.
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