Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=34994
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Jahresendspurt: 2019 noch schnell zum Standesamt!


#1 TraurigAnonym
  • 30.11.2019, 20:42h
  • Ein ganzer Artikel über das Heiraten - aber es kommt nicht ein einziges Mal das Wort "Liebe" in ihm vor.

    Vielleicht bin ich ja wirklich viel zu altmodisch aber mir scheint, etwas stimmt da einfach nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 IronikerEhemaliges Profil
#3 PfoteAnonym
  • 30.11.2019, 21:09h
  • Antwort auf #1 von Traurig
  • Ja, da stimmt etwas nicht. Eine staatliche Ehe ist primär ein Vertragswerk, dass gewisse Dinge im Binnenverhältnis und vor allem rechtliche Dinge nach außen regelt. Mit Liebe hat das alles erstmal nichts zu tun. Es mag vielleicht helfen, wenn man den Menschen liebt, den man heiratet, eine notwendige oder hinreichende Voraussetzung ist das auf dem Standesamt nicht. Es muss nur freiwillig geschehen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#4 Taemin
  • 30.11.2019, 23:48h
  • Antwort auf #1 von Traurig
  • Na ja... für uns waren bei der Verpartnerung (bzw. heute rückwirkend Heirat) in der Tat einzig rechtliche Fragen wichtig, insbesondere gegenseitige Fürsorgerechte und -pflichten und die Hinterbliebenenversorgung. Lieben taten wir einander sowieso, dafür brauchte es die Ehe nicht. Damals waren wir schon 15 Jahre zusammen (heute schon fast 33 Jahre). Da darf man durchaus materielle Angelegenheiten in den Vordergrund rücken. Ich denke, der Artikel, der sich ja ganz offen an noch nicht umgewandelte Lebenspartnerschaften wendet, spricht deswegen nicht von Liebe, weil es ja um etwaige Vorteile geht, die bereits langjährig zusammenlebende Paare noch wahrnehmen können. Die Umwandlung ist ja sowieso nicht gerade als großes Liebesfest konzipiert. Für uns war die Verpartnerung das große Fest gewesen. Die Umwandlung geschah dann nicht öffentlich als reine Verwaltungsformalität.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#5 Frank19243
  • 01.12.2019, 17:24h
  • Wie aus den Vorkommentaren schon hervorgeht, geht es in diesem Artikel nicht ums Heiraten - und schon gar nicht um eine Liebesheirat -, sondern darum, dass es gute Sach-Gründe gibt, seine eingetragene Lebenspartnerschaft noch in diesem Jahr "umzuwandeln".
    (Randnotiz: Unsere Standesbeamtin hat das Ganze tatsächlich als Eheschließung aufgezogen, auf ihren Wunsch hin mit Blumen, Musik und einer wundervollen Rede ...)

    Diese Umwandlung bis Ende des Jahres zu vollziehen, kann tatsächlich massive finanzielle Vorteile bringen.

    Aber seid gewarnt: Es reicht (zumindest bei uns) nicht, dann mal eben die rückwirkende Zusammenveranlagung zu beantragen.
    Anschließend mussten wir für jedes Jahr eine erneute gemeinsame Steuererklärung erstellen - obwohl die Zahlen alle vorlagen und im Finanzamt wahrscheinlich nur zwei Buttons hätten angeklickt werden müssen. ELSTER-Erklärungen lassen sich übrigens nur 10 Jahre rückwirkend erstellen, für die restlichen Jahre muss man sich im Internat auf die Suche nach Formularen machen!

    Dann macht euch auf ein paar Schrecksekunden gefasst: Die alten Steuerbescheide werden aufgehoben und euch flattern plötzlich für jedes Jahr Steuernachforderungen ins Haus. Inklusive horrenden Zinsen, versteht sich.
    Also einmal im FA anrufen (und sich drei- bis viermal durchstellen lassen, bis der/die richtige Sachbearbeiter/in dran ist) und sich erklären lassen, dass in den nächsten Tagen die neuen Steuerbescheide eintrudeln und man nichts zahlen muss, weil das verrechnet wird - wenn man Glück hat. Wenn nicht, muss man "einfach nur" für jedes Jahr einen Antrag auf Verrechnung stellen.

    Dann kommen die neuen Steuerbescheide, auf denen wieder etwas von Zinsen draufsteht und wieder Beträge stehen, die noch zu zahlen sind; man weiß bloß leider nicht, wie viel von wem!
    Also einmal alle Bescheide (Aufhebung und Neuberechnung) nebeneinanderlegen, die Summen berechnen und noch einmal beim Finanzamt anrufen und fragen, was denn jetzt wann ausgezahlt wird ...

    Mein Gott, gäbe es die deutsche Finanzverwaltung nicht, was sollte ich bloß mit meiner ganzen Zeit anstellen???

    Nun muss ich dazusagen: Wir leben auf dem Land und waren offenbar der erste "Fall" in unserem Finanzamt. Mag sein, dass die MitarbeiterInnen in Großstädten schon mehr Erfahrung damit haben.

    Aber ich denke, Geduld braucht man in jedem Fall.
    Und viel guten Willen ...
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Taemin
  • 01.12.2019, 17:45h
  • Antwort auf #5 von Frank19243
  • Vor allem ist der wichtigste Punkt: Ehe man überhaupt Antrag auf Neubescheidung stellt, muss man selbst überprüft haben, ob und ggf. für welche Jahre es sich lohnt, das zu beantragen. Die Finanzverwaltung ist nicht von sich aus verpflichtet, die günstigste Variante zu ermitteln und nur insoweit eine Neubescheidung vorzunehmen. Wer rückwirkend Zusammenveranlagung beantragt, kriegt sie - auch wenn das nicht zu einer Steuererstattung führt, sondern zu einer Nachforderung. Daher - Vorsicht!

    Ich lasse mir jedes Jahr von meinem Steuererklärungsprpgramm ausrechnen, welche Variante günstiger ist. Das war immer die Einzelveranlagung. Erst fürs vorige Jahr war die Zusammenveranlagung besser. Das macht bei uns jeweils ein paar hundert Euro aus. Und noch was: Es kommt nicht allein auf den Abstand zwischen den Einkommen an. Der beträgt bei uns fast 1 000 , und trotzdem war Einzelbveranlagung bis voriges Jahr günstiger. Wichtig ist auch, wer was absetzen und wie das in welcher Weise zwischen den Steuerpflichtigen verteilt werden kann.

    Man kann sich also auch selbst schaden, wenn man auf Teufel komm raus Zusammenveranlagung will. Ein mir bekanntes Paar musste nach der Verpartnerung bei Zusammenveranlagung mehr Steuern zahlen als je zuvor. Ich gab ihnen den Tipp, auf Einzelveranlagung umzusteigen. Seither zahlen sie deutlich weniger. Man muss das wirklich selbst für jedes Jahr einzeln prüfen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »

» zurück zum Artikel