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Queere Wasserballer im Becken mit homophobem Trainer

Nach einem homophoben Ausfall muss ein hetero Schwimmprofi das queere Wasserballteam für die Gay Games trainieren: "Die glitzernden Garnelen" ist eine heitere Mischung aus Sportkomödie und Roadmovie – süß, solidarisch und spritzig.


Der Spielfilm "Die glitzernden Garnelen" erzählt von einer queeren Wasserball-Mannschaft, die für die Gay Games in Kroatien trainiert (Bild: Edition Salzgeber)

Nein, ein erfolgreiches Team sind die "Glitzernden Garnelen" wahrlich nicht. Die schwulen Wasserballer sammeln letzte Plätze, das aber gekonnt. Die Kamera filmt eine Pinnwand ab, darauf Erinnerungsfotos, die auch von einer schwulen Porno-WG stammen könnten. Klar ist: Der Sport scheint nicht im Vordergrund zu stehen.

Dennoch bereiten sie sich auf die Gay Games in Kroatien vor, als die Nachricht hereinbricht: Matthias Le Goff (Nicolas Gob), Vize-Weltmeister im Schwimmen, trainiert ab sofort die bunte Truppe. Er hat in einem Interview den Reporter als "Schwuchtel" beleidigt, das Engagement bei den "Glitzernden Garnelen" soll Wiedergutmachung und Imagepflege sein.

Joël (Romain Lancry), der Älteste im Team, wittert die PR-Aktion und will Matthias als Trainer verhindern, wird von seinen Kollegen jedoch überstimmt. Joël ist es auch, der sich gegen einen weiteren Neuzugang wehrt: trans Frau Fred (Romain Brau), der die Choreografie noch mehr als der Sport am Herzen liegt. "Wir können doch keine Transsexuelle aufnehmen!" Doch auch in dieser Frage muss er sich der demokratischen Abstimmung im Team geschlagen geben.

Es treffen zwei völlig verschiedene Welten aufeinander


Poster zum Film: "Die glitzernden Garnelen" startet am 5. Dezember regulär im Kino und läuft in diesem Monat auch in der Queerfilmnacht

Nach dem gemeinsamen Schlachtruf, der dem neuen Trainer nur ein gezwungenes Lächeln abringt, geht's also ins Becken. Und Matthias ist entsetzt: Die sieben Garnelen machen nur Quatsch, blödeln herum wie Kinder, da ist überhaupt kein Siegeswille. "Wieso müsst ihr immer eure Schwänze zeigen?", fragt er entsetzt.

So können sie die Qualifikation gegen das lesbische Team "Wegräumer" auf keinen Fall gewinnen. Was Matthias eigentlich gut passt, denn dann muss er nicht mit den Schwulen nach Kroatien und kann an seiner eigenen WM-Qualifikation arbeiten. Als sein Team auf die "Wegräumer" trifft, ist sein Ehrgeiz dann doch geweckt, und er kann sein Team motivieren.

In "Die glitzernden Garnelen" treffen zwei Welten aufeinander, die verschiedener nicht sein könnten: der Hetero-Vizeweltmeister und die überwiegend schwulen Hobby-Sportler, die über andere Themen sprechen und lachen als andere Mannschaften. Beide müssen sich erst aneinander gewöhnen.

Am Ende gibt's eine lebensbejahende Botschaft

Cédric Le Gallo und Maxime Govare, die gemeinsam das Drehbuch geschrieben und Regie geführt haben, haben mit "Die glitzernden Garnelen" eine wunderbar heitere Komödie geschaffen, die abwechselnd zum verstohlenen Kichern und zum laut Lachen bringt. Die Gags sitzen auf den Punkt, egal ob frivol-alberne Doppeldeutigkeiten, platte Klischees wie bei dem lesbischen Team oder explizite, unerwartete, absurde Momente, von denen es während der Panoramabus-Fahrt nach Kroatien genug gibt.

So entsteht eine Mischung aus Sportkomödie und Roadmovie, der es gelingt, acht völlig unterschiedliche Charaktere zu zeichnen. Sie haben eigene Geschichten und Konflikte, die zumindest angeschnitten präsentiert werden. Sehr charmant und rührend entwickelt sich "Die glitzernden Garnelen" zum Ende hin, als sich Jeans (Alban Lenoir) Geheimnis nicht mehr verbergen lässt. Die Komödie wird dann ernster, überzeugt aber mit einer positiven, sehr lebensbejahenden Botschaft.

Der Film stellt heraus, wie wichtig queere Freundschaften und Solidarität untereinander sind, trotz aller auftretenden kleiner Zickereien und großer Streits. Bestens untermalt von einer Filmmusik, die sich zwischen Bonnie Tylers "Holding out for a Hero", "Sous Le Vent" von Céline Dion und dem Achtziger-Ohrwurm "Boys" von Sabrina bewegt, machen die Glitzernden Garnelen nicht nur schon jetzt wieder Lust auf Sommer. Man will sich auch glatt einen Wasserball-Verein suchen…

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer

Infos zum Film

Die Glitzernden Garnelen. Komödie. Frankreich 2019. Regie: Cédric Le Gallo, Maxime Govare. Darsteller: Nicolas Gob, Alban Lenoir, Michaël Abiteboul, David Baïot. Laufzeit: 100 Minuten. Sprache: französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. FSK 12. Verleih: Edition Salzgeber. Kinostart: 5. Dezember 2019 sowie im Dezember in der Queerfilmnacht
Galerie:
Die glitzernden Garnelen
8 Bilder


#1 PimsAnonym
  • 02.12.2019, 18:37h
  • Auf diesen Film freue ich mich schon, seitdem ich das erste mal den Trailer gesehen habe.

    Hoffentlich kommt der auch in meiner Stadt im Kino.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 maenneAnonym
  • 03.12.2019, 18:04h
  • Habe den Film gestern zur Queer-Filmnacht im Kino im Dach Dresden gesehen: Lustig und traurig, herrlich schräg und was fürs Herz. Schwulenherz, was willst du mehr. Irgendwer hat bestimmt noch was zu meckern. Ich nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 B_U_DAnonym
  • 10.04.2020, 22:54h
  • Schön schräg, traurig und bewegend, regt zum nachdenken an.
    Kann diesen Film nur empfehlen.
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