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"Einigkeit! Recht! Freiheit!"

Neues Motto: CSD Köln orientiert sich an Nationalhymne

Zum 30-jährigen Jubiläum der Deutschen Einheit dürfe man die Deutungshoheit über die in der Nationalhymne genannten Werte nicht Rechtspopulisten überlassen, finden die CSD-Organisatoren in Köln.


Der CSD Köln 2020 wird unter dem Motto "Einigkeit! Recht! Freiheit!" stehen

Der Kölner Lesben- und Schwulentag (KluST) hat am Samstag auf dem queeren Wiehnachtsmarkt Heavenue "Einigkeit! Recht! Freiheit!" als CSD-Motto für das Jahr 2020 vorgestellt. Der aus der dritten Strophe der deutschen Nationalhymne ausgeliehene Spruch sei "Denkanstoß, Mahnung, Ausdruck von Wertschätzung und Forderung" zugleich, teilten die Organisatoren des größten deutschen CSDs mit.

"'Einigkeit! Recht! Freiheit!' steht für gemeinsame Werte aller Menschen in diesem Land", heißt es weiter. "Diese Werte sind die Grundlage für ein diverses, offenes und friedliches Miteinander".

Anlass seien unter anderem die Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit. "Unsere rechtsstaatliche, demokratische Ordnung ermöglicht eine pluralistische und offene Gesellschaft. Nationalismus, Populismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Homo-, Bi-, Trans- und Interphobie sowie jede Art von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit haben bei uns keinen Platz."

Man wolle mit dem patriotischen Spruch nicht "die Deutungshoheit dieser Werte" Nationalisten und Populisten überlassen. "Wir besetzen sie mit unseren eigenen Interpretationen und unseren eigenen Forderungen. Dieses Land ist unser Land. Unser Grundgesetz, unsere Nationalhymne und unsere Einheit."

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Kritik in sozialen Netzwerken

Auf Facebook führte die Ankündigung des neuen Mottos zu teils geteilten Reaktionen. Neben viel Lob wurde etwa kritisiert, das Motto und die Begründung seien "deutschnational" und fielen "in ein Klima eines sich verschärfenden Nationalismus". Außerdem sei das Motto eine "doch sehr konstruierte Provokation". Andere freuten sich jedoch darüber, dass Bürgerrechtler nationale Symbole positiv besetzten.

Twitter / BillyRueBean | Kritischer Kommentar zum CSD-Motto

Bereits 2010 hatte ein Motto des Kölner CSD für Aufregung gesorgt und wurde kritisiert, weil es angeblich nationalistisch sei. Damals deutschten die Organisatoren den aus Amerika stammenden Begriff "Pride" ein und machten "Stolz bewegt" zum Motto (queer.de berichtete). Damit wollten sie das Wort auch von Nazi-Assoziationen befreien. (dk)

Umfrage zum Artikel

» Ist "Einigkeit! Recht! Freiheit!" ein gutes CSD-Motto?
    Ergebnis der Umfrage vom 07.12.2019 bis 02.01.2020


#1 KermitAnonym
#2 LunaAnonym
  • 02.12.2019, 14:01h
  • Au ja die Nationalhymne eines Staates der LGBT Rechte in vielen Punkten immer noch mit Füßen tritt als CSD Motto. Der CSD ist schon genug politisch verwahrlost und zum bunten Karneval geworden. Eine Schande
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#3 IronikerEhemaliges Profil
  • 02.12.2019, 15:05h
  • Antwort auf #1 von Kermit
  • Geht in der Tat GAR nicht!

    Wir brauchen kein "Kölsches Sommermärchen 2020" mit einem Meer von Nationalfahnen und Partypatriotismus. Mir kräuseln sich die Fußnägel bei diesem Gedanken.

    Es gab Zeiten, in denen ich noch gern zum CSD Köln gefahren bin. Aber ich lasse mich doch nicht vor einen wie auch immer gearteten nationalitätstriefenden Karren spannen. Als ob AfD und Co. diesbezüglich nicht schon genügend aktiv wären - jetzt muss auch noch die Community anfangen, sich auf "nationale Werte" zu beziehen?

    DEFINITIV NICHT MIT MIR.

    Übrigens, die Crowdfunding-Aktion für das Polizeiopfer Sven W. dümpelt im Moment bei 846 Euro vor sich hin. Vielleicht ließe sich da ja noch etwas tun...

    www.betterplace.me/rechtskosten-polizeigewalt-csd-2016
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#4 Der letzte DenkendeAnonym
  • 02.12.2019, 18:10h
  • Ist das euer Ernst, und das richtet sich an all diejenigen die sich dagegen stellen.
    Wir leben in Deutschland, punkt. Ich glaube das mag noch akzeptiert sein.
    Die Grund Ideen und werte des Landes zu verwenden in dem eben die Politik nun eine andere Richtung einzuschlagen droht(das auch nicht überall(Hauptproblem bleibt die AFD)), hat nichts mit Nationalismus zu tun. Auf diesen Weg demonstriert man bloß was die ureigenen Werte und ideale Deutschlands sind. Es ist eine Erinnerung was die deutschen Werte sind, und es sind eben Einigkeit: Die Einigkeit der Menschen, egal welcher Nation sie angehören, egal welches Geschlecht sie haben oder welche sexualität sie haben, EGAL wie jemand aussieht, heißt, woran er glaubt...
    Es ist ein Ruf nach Frieden und Zusammengehörigkeit, jedoch nicht für Uniformität
    Recht: ein rechtsstaat der allen Menschen gleichsam die selben Gesetze vorgibt und gleich bestraft, aber auch gleich verteidigt. Es geht hier um den rechtsstaat, den den die Rechten zu zerstören versuchen
    Freiheit: die Freiheit ihr Leben so zu leben wie sie wollen, und alles tun zu können was andere nicht in recht und Freiheit einschränkt. ( und ja, dieses Recht muss auch denen zustehen welche nicht mit dem allgemeinen Konsens übereinstimmen hust hust)
    Diese Ideale haben nichts mit Nationalismus zu tun, sondern mit den Werten die die Gründerväter Deutschlands erkämpften, um einen freiheitlichen, einigen und rechtschaffenen Staat zu schaffen.
    Es sind die Werte die grundlegend auch für uns gelten(sollten)

    Und durch das Verwendung dieses Kampfrufes nimmt man so denjenigen, welche gegen all diese Werte Wettern und sie mit Füßen treten das einzige was sie haben, den Glauben im Sinne der Nation zu handeln.
    Es ist nämlich an uns, uns gebildeten und freiheitlich gesinnten Bürgern, diese ideale wieder umzusetzen, um sie zu kämpfen, und zu erhalten.

    Denn durch das verwerfen dieser ideale und werte beschleunigen wir nur den Zerfall und den Niedergang der deutschen freiheitlichen Nation.
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#5 IronikerEhemaliges Profil
  • 02.12.2019, 19:15h
  • Antwort auf #4 von Der letzte Denkende
  • "Denn durch das verwerfen dieser ideale und werte beschleunigen wir nur den Zerfall und den Niedergang der deutschen freiheitlichen Nation."

    Nachtigall, ick hör dir trapsen... DARUM geht es Dir also: den "Zerfall der deutschen Nation" aufzuhalten.

    Und jetzt überlegen wir mal alle miteinander, wieviel die Idee des CSD mit dem Erhalt einer Nation zu tun hatte oder hat. Ob man DAFÜR 1969 in New York City und später weltweit auf die Straße gegangen ist.

    Oder ob es nicht doch irgendwelche anderen Gründe gab oder gibt.
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#6 Ralph
  • 02.12.2019, 20:14h
  • Da lassen sich sehr unterschiedliche Meinungen vertreten. Einerseits ist der Ruf nach Einigkeit (Zusammenhalt von LSBTI), Recht (unsere Grundrechte und unser Anspruch auf Gleichbehandlung) und Freiheit (unsere Freiheit in einer vielfältigen Gesellschaft) durchaus ein gutes Motto. Andererseits handelt es sich in der Tat um die Devise und die Hymne eines Staates, der einst nahtlos die nationalsozialistische Verfolgung fortführte und dem jede noch so kleine Verbesserung unserer rechtlichen Lage mit unendlicher Mühe in Trippelschritten abgerungen werden muss. Ich teile deshalb die Kritik an diesem CSD-Motto. Umgekehrt mag man eine Grad-erst-recht-Haltung einnehmen und argumentieren, dadurch werde der Staat an sein eigenes unerfülltes Versprechen erinnert. Egal welche Position man einnehmen mag, sollte die gegenläufige Ansicht respektiert werden.
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#7 Besserwisser82Anonym
  • 03.12.2019, 08:23h
  • Liebe Redaktion,

    es gibt die dritte Strophe des Liedes der Deutschen. Diese - und nur diese - Strophe ist unsere Nationalhymne.

    Die ersten beiden Strophen (und erst recht die nachgetextete vierte Strophe) sind kein Bestandteil unserer Hymne.

    "Einigkeit und Recht und Freiheit" ist die erste Zeile der Nationalhymne, die nur eine Strophe hat.

    LG
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#8 butterbeidiefischeAnonym
  • 03.12.2019, 08:47h
  • Antwort auf #7 von Besserwisser82
  • "Der Text der Nationalhymne lautet:

    Einigkeit und Recht und Freiheit
    für das deutsche Vaterland!
    Danach lasst uns alle streben,
    brüderlich mit Herz und Hand!
    Einigkeit und Recht und Freiheit
    sind des Glückes Unterpfand:
    Blüh im Glanze dieses Glückes,
    blühe, deutsches Vaterland!"

    www.bundesregierung.de/breg-de/themen/die-nationalhymne-der-
    bundesrepublik-deutschland-461412


    2x "deutsch"
    2x "Vaterland"
    1x "brüderlich"

    Wenn das nicht nationalistisch-cis-männlich und sonst gar nix ist, weiß ich auch nicht. Passt zur "Werteunion", aber doch nicht zu einem CSD. Ich geh' doch nicht auf die Straße, um brüderlich fürs deutsche Vaterland zu demonstrieren!

    So wird das nix.
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#9 AndreasKAProfil
  • 03.12.2019, 10:02hKarlsruhe
  • Antwort auf #6 von Ralph
  • Ich sehe das ähnlich und bin in dieser Frage unentschlossen.

    Vielleicht hilft es, zwei Dinge auseinanderzuhalten:

    Auf der einen Seite hat die Kritik ja, wie ich finde berechtigterweise, mit dem Auftreten der Organisatoren des CSD in Köln zu tun und im Zusammenblick damit, ist das Motto gewiss etwas fishy - da halte ich es nicht für besonders glücklich gewählt.

    Doch es geht auch um die Werte, die in der Nationalhymne thematisiert werden und ich finde es nicht schlecht, diese nicht alleine den rechten Hetzern als Motto zu überlassen.
    Immerhin thematisiert sie einen Zusammenhalt der Gesellschaft auf einer freiheitlichen Rechtsgrundlage.
    Mich stört auch das brüderlich nicht ganz so sehr, weil ich es in einen sprachlichen Kontext verorte, der seinerzeit fortschrittlich war - auch wenn er heute politisch nicht korrekt sein mag.
    Der Haken bei der Hymne ist, dass sie als Tradition bestehen soll und dabei das Wesentliche der Aussage wahrgenommen werden soll, obgleich die Wortwahl veraltet sein mag. Ähnliches gilt für die Nationalflagge, deren Gestaltung ja auch nicht ohne weiteres geändert werden sollte ... oder für den Bundesadler (den ich persönlich abscheulich finde) als Wappentier.
    Gemessen an anderen Nationalhymnen finde ich die unsere dritte Strophe durchaus akzeptabel.

    Als allgemeine Plakatkampagne gefiele mir das Motto, jenseits von CSD-Klüngel und seinen Schattenseiten sehr gut, um damit klarzustellen, dass auch queere Menschen die Einigkeit, das gleiche Recht für alle, und die Freiheit so leben zu können, wie es ihnen entspricht, einfordern.

    Und ich kritisiere hier, dass Dinge wie Nationalität, zu der die Hymne gehört, gleich in die rechte Ecke gestellt werden!
    Entschärfen wir bitte den Begriff der Nation und wenden ihn neutral an, ohne Ausgrenzung gegenüber andere. Einfach nur als Definition unserer Gesellschaft inklusive erreichten Werten und den vielen Dingen, die hier noch verbessert werden.

    Ich bin nicht stolz, ein Deutscher zu sein. Auf etwas, das ich nicht beeinflussen kann, kann ich schließlich nicht stolz sein. Aber ich schäme mich dessen auch nicht, obwohl es mir bewusst ist, was unsere Nation schon alles Mistige angezettelt hat. Ich bin lediglich froh, in einer Gesellschaft, meinetwegen auch Nation zu leben, die gemessen an dem Gros der Gesellschaften unserer Erde, ein hohes Maß an persönlicher Freiheit und Rechtssicherheit ... ja und auch Wohlstand und guten Lebensbedingungen bietet.
    Dass das alles verbesserbar ist weil etliches im Argen liegt, und auch brüchig ist bzw. nicht selbstverständlich bis in Ewigkeit bleibt, ist klar. Umso wichtiger ist, dass wir das Erreichte verteidigen und im Sinne der Urahnen unserer Demokratiebewegung weiter entwickeln.
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#10 Der denkendeAnonym
  • 03.12.2019, 12:17h
  • Vielen Dank für diese Nachricht.

    Mal abgesehen davon entschuldige ich mich dafür das die Formulierung meiner letzten Nachricht nicht ideal war.
    (Aber aus freiheitliches deutsche Nation nur das deutsche und Nation zu übertragen beweist das jemand bloß missverstehen will)

    Man mag vielleicht bedenken das die Elemente die ja (cis-männlich) sind auf die deutsche Sprache zurück führen muss. Und ich muss mich ernsthaft fragen ob es wirklich Menschen gibt die sich darüber aufregen das diese Formulierung eben zum einen damals gängig und nicht zu vergessen fortschrittlich waren. Es tut mir leid doch wer dich über so etwas aufregt hat wohl keine anderen Probleme in der Welt, und oder will es konsequent als ach so grausige diskriminierung verstehen, ob es eben einfach Elemente unserer Sprache sind.
    Ich kann verstehen das man zum Beispiel bei Themen wie berufen und der gleichen ganz klar den korrekten Begriff für den Beruf hinsichtlich des geschlechts des Individuums verwenden sollte. Das ist nur logisch.

    Aber...
    Muss man unbedingt eine Hymne verändern Weil es einem nicht passt, die in einer Tradition steht und inhaltlich eindeutig für alle Bürger dieses Landes steht.
    Muss man wirklich zulassen das diese Elemente die für eine FREIHEITLICHE Nation sorgten nun von rechten genutzt werden und sie sich so unter der deutschen Flagge sammeln. Eine Flagge die nicht zu vergessen für Freiheit, Demokratie und Hoffnung steht und in diesem Sinne kreiert wurde.
    Wir müssen uns wenn überhaupt das zurück holen was sie uns nehmen. Anstatt alles was mit deutschland zu tun hat zu verteufeln kann man den rechten ihr neues Kennzeichen nehmen, ihnen fortreißen, dem eigentlichen Sinn zurückführen, und sie in ihre finsteren Höhlen zurück jagen. Und das kann auch derjenige welcher die Idee Deutschland ablehnt, man kann das auch einfach tun um die nazis wütend zu machen.

    Und hey, wenn du in Deutschland wohnst, dann ist es auch an dir zu handeln, um unrecht zu enden. Es gibt geltende Probleme wie überall, doch es ist an uns sie zu stoppen, nicht nur uns von Kleinvieh ablenken zu lassen wie dem verwenden des Wortes brüderlich und Vaterland.

    Und csd sollte nicht nur vom Gedenken an stonewall geprägt sein, es ist nach wie vor ein politisches Ereignis, und daher ist es absolut gerechtfertigt auch ein politisches Thema einfließen zu lassen. Es geht hier schließlich unsere Rechte, unsere Einigkeit und unsere Gott gegebene Freiheit, die welche die rechten uns nehmen wollen.
    In anderen Worten dieses Element ist perfekt für den csd und perfekt für unsere Sache.
    Machen wir aus diesem Land das, was es sich auf die Flagge geschrieben hat, machen wir es zu unserem Land.
    Beenden wir das Unrecht und kämpfen wir für die Gerechtigkeit.

    Und es ist nur ne Anmerkung, aber weil sich wenige über einzelne Begriffe der Hymne aufregen diese ändern zu lassen sorgt dafür das unsere Forderungen nur noch lächerlicher aussehen und noch mehr heteros unter den Bürgern glauben das wir mittlerweile nicht mehr wissen was wir wollen. Und diese werden sich zu den Rechten gesellen weil sie das eine konservative das sie noch wohlwollend betrachteten Gefährdet sehen, oder auch als Angriff an unsere Kultur sehen(ja es gibt eine Kultur, auch wenn sie von Region und Region unterschiedlich ist, und der Begriff ist nur dann negativ zu sehen wenn man selbst glauben will das Kultur etwas ist das durch die Geburt entschieden wird, und man einer solchen nicht hinzuwachsen kann.

    Und zu den Punkt das unsere Hymne sogar relativ fortschrittlich ist im Vergleich zu anderen, ja wir haben die wohl am wenigsten royalistische oder nationalistische Hymne auf erden. Lest mal in andere Hymnen hinein, das ist teils tiefstes Mittelalter...
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