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Wien

Erzbischof kritisiert "homoerotische Provokation" im Stephansdom

Der frühere vatikanische Diplomat Carlo Maria Viganò hat seine Glaubensbrüder in Österreich scharf kritisiert, weil im Stephansdom bei einem Benefiz-Abend an die Aids-Opfer erinnert wurde.


Kardinal Schönborn zeigte sich von Künstlerinnen und Künstlern wie Dorretta Carter begeistert – dafür wird er jetzt gescholten (Bild: Screenshot ORF)

Im Wiener Stephansdom ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag anlässlich des Welt-Aids-Tages wieder ein Benefiz-Abend mit vielen Stars durchgeführt worden. "Die Lange Nacht der Solidarität" findet seit 2017 statt und soll sowohl an die Opfer von HIV/Aids erinnern als auch Geld für Aids-Projekte sammeln (queer.de berichtete). Dieses Jahr war erneut Christoph Kardinal Schönborn, der Erzbischof von Wien, anwesend. Die Einnahmen der Veranstaltung kamen diesmal einem Aids-Hospiz in Afrika zugute.

Doch nicht alle sind begeistert: Scharfe Kritik an der Veranstaltung kommt jetzt vom italienischen Erzbischof Carlo Maria Viganò, dem ehemaligen vatikanischen Botschafter in den USA. Der 78-Jährige erklärte in einem auf der kanadischen Website "Life Site News" veröffentlichten Offenen Brief an den katholischen Aktivisten Alexander Tschugguel, das Benefiz-Konzert sei eine "homoerotische und blasphemische Provokation" gewesen. Tschugguel, ein Aktivist der LGBTI-feindlichen "Demo für alle", hatte während der Benefiz-Veranstaltung vor dem Dom mit Gleichgesinnten eine Demonstration abgehalten.


Erzbischof Carlo Maria Viganò hält eine katholische Aids-Benefizveranstaltung für undenkbar ( Roman Catholic Archdiocese of Boston / flickr)

Viganò: LGBTI müssen von Jesus gerettet werden

"Homo-Aktivisten, Transvestiten und Transsexuelle treten im Stephansdom auf, obwohl sie von der katholischen Kirche die Verkündigung der befreienden Wahrheit Christi und das Geschenk seiner rettenden Liebe erfahren sollten, die er allen anbietet, die von aus der Tiefe ihrer Wunden und Reue ihr Bedürfnis nach Rettung kundtun", so Viganò wörtlich.

Die Veranstaltung wurde von Gery Keszler, dem langjährigen Chef des Wiener Charity-Events "Life Ball", organisiert. Auftritte hatten unter anderem Eurovision-Gewinnerin Conchita Wurst, Eurovision-Teilnehmer Cesar Sampson, Andreas Schager, Lidia Baich Martin Haselböck, Sunnyi Melles, Chris Lohner, Dorretta Carter sowie die Blechbläser der Bruckner Universität Wien und der Dommusik St. Stephan.

Direktlink | Eindrücke der Veranstaltung

Viganò gilt als einer der homophobsten Würdenträger der katholischen Kirche. Er hatte Homosexualität unter anderem als "Plage" bezeichnet und Schwulen die Schuld für den Missbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche gegeben. Kardinal Schönborn gilt zwar als liberaler, macht aber ab und zu auch Stimmung gegen Homosexuelle, etwa im Streit um die Ehe für alle (queer.de berichtete). (dk)



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#1 PetterAnonym
  • 03.12.2019, 16:19h
  • Aha, das Gedenken an Tote einer schlimmen Krankheit ist also für den Herrn Erzbischof eine Provokation.

    Sagt mehr über ihn und seine Organisation aus als über andere...
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 04.12.2019, 06:32h
  • Blas-Phemie? Kann er haben. ich meine, nicht körperlich, wer will schon seinen scheinheiligen Willi streicheln?

    Eigentlich müssten doch eher die LGBT's Jesus vor dieser Pädophilen-Kirche erretten, würde der noch leben und was von der Welt mitkriegen.

    Ablenken und die eigene Schuld auf Unbeteiligte abwälzen" Darin sind die Gardinenkleidchenknilche gut! Hauptsache, bloß nie in Spiegel gucken, um den "Teufel" in den eigenen zerknirschten Gesichtern nicht sehen zu müssen. Schön stumpfe Karikatur von Courage...ächt-ätzend.

    www.kirchenaustritt.de
    Kann man nicht oft genug bewerben. Mit jedem Ausstieg der Anfang zum Aufwachen.
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#3 GerritAnonym
  • 04.12.2019, 12:56h
  • Was ist am Gedenken an Opfer einer Krankheit "homoerotisch"?

    Das zeigt nur wieder mal, wie Religion die Sinne vernebelt und das klare Denken behindert.
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#4 GerritAnonym
  • 04.12.2019, 13:00h
  • "Viganò gilt als einer der homophobsten Würdenträger der katholischen Kirche. Er hatte Homosexualität unter anderem als "Plage" bezeichnet und [...] "

    Was er wohl zu verbergen hat und wovon er wohl ablenken will?
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#5 Ralph
  • 05.12.2019, 10:26h
  • Beim Zappen kam ich auf Puls 24 in eine Diskussionssendung, als Gerry Keszler gerade erklärte, wie es zu dieser Veranstaltung kam. Er selbst habe Kardinal Schönborn vorgeschlagen, das Konzert im Stephansdom zu machen. Der Kardinal habe nur ganz kurz überlegt und dann gesagt, er sei einverstanden, wenn er im zeitlichen Zusammenhang einen Gottesdienst abhalten könne. (Offenbar ahnte er Gestänker aus dem Kollegenkreis voraus und wollte das Konzert von vornherein durch eine kirchliche Zeremonie etwaigen Gegnern eher akzeptabel machen.) Dem stimmte Gerry Keszler zu - und so wurde was draus. - Nicht dass ich Kardinal Schönborn sonderlich sympathisch fände, auch er ist ein Gegner für uns, wenn er auch meist seine Worte etwas zivilisierter setzt, wie es sich für einen Hochadligen aus dem Heiligen Römischen Reich gehört. Aber von allem anderen abgesehen: Er ist der Hausherr im Dom, und allein er bestimmt, was dort läuft. Da kann keiner reinreden, nicht mal der Papst.
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