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"Oute dich, steh dazu"

Nagelsmann rät schwulen Fußballern zu Coming-out

Beim Besuch der Weihnachtsfeier des queeren Fanklubs "Rainbow Bulls" empfahl RB-Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann homosexuellen Profikickern ein Ende des Versteckspiels – wenn es die Leistung beeinflusst.


Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann im Stadion (Bild: Steffen Prößdorf / wikipedia)

Julian Nagelsmann, Trainer von RB Leipzig, hat sich für das Coming-out von schwulen Fußballern stark gemacht. "Wenn ein homosexueller Spieler mir sagen würde, ich bin nicht frei und kann mich auch in meiner Leistung nicht entwickeln, würde ich ihm sagen: 'Oute dich, steh dazu'. Ich habe damit gar kein Problem", sagte Nagelsmann laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung beim Besuch der Weihnachtsfeier des schwul-lesbischen RB-Fanklubs "Rainbow Bulls" am Dienstagabend.

"Generell glaube ich, dass, wenn man seine Sexualität nicht outen darf, auch nicht frei leben kann. Es gibt dann einfach zu viele Ängste, entdeckt oder vielleicht nicht ernst genommen zu werden. Wenn du dich immer verstecken musst in deiner Liebe, dann ist das ein großes Problem", erklärte Nagelsmann, der bei der Veranstaltung über das Thema Homophobie sprach.

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"Der Fußball geht noch immer nicht offen damit um"

Der 32 Jahre alte Fußball-Lehrer wirbt für Offenheit, sieht beim Thema Coming-out von schwulen Fußballern allerdings auch Probleme in der teils fehlenden Akzeptanz in der Gesellschaft. "Ich würde nicht von vornherein sagen: 'Oute dich'." Denn wir müssen uns nichts vormachen: Die Fußballwelt ist eine Männerdomäne in der nicht jeder offen für gleichgeschlechtliche Liebe ist", sagte Nagelsmann. Entscheidend sei, ob das Thema den Spieler und seine Leistung beeinflusst. "Der Fußball geht noch immer nicht offen damit um. Ein Spieler wie Thomas Hitzlsperger hat sich auch erst nach seiner Karriere geoutet."

Bereits im August hatte RB Leipzig als 13. Erstligaverein die von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld initiierte "Berliner Erklärung" gegen Homophobie im Sport unterzeichnet (queer.de berichtete). Vor fünf Jahren hatte der Verein gegen eigene Fans wegen antiziganistischer und homophober Ausbrüche ermittelt (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 AmurPrideProfil
  • 04.12.2019, 12:03hKöln
  • Für einen Hetero eine überraschend sehr differenzierte und zutreffende Analyse der Situation von aktiven homosexuellen Profifußballern und auch seine diesbezüglichen situativen Ratschläge überraschen mich sowohl mit ihrer Richtigkeit wie auch in ihrer Weitsichtigkeit. Klingt geradezu richtig professionell, ganz genau so sagen wir das auch in unserer Beratung.

    Zufall oder Vorkenntnisse?
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#2 AndrarEhemaliges Profil
  • 04.12.2019, 12:39h
  • Ich bin jetzt 50 Jahre. Und ja, es hat sich seit meiner Jugend und meinem Coming-Out Vieles verbessert. Aber ,das es noch ein langer Weg zur völligen gesellschaftlichen Gleichstellung ist, zeigt doch die Tatsache ,dass es immer noch selbstverständlich ist , "schwule Sau", "Schwuchtel" -gerade im Fußball -als Schimpfwort zu benutzten. Und auch ein Coming-Out eines Fußballers wird an dieser Einstellung nichts ändern. Ich möchte an den englischen Fußballer Liam Davis ,der sich nach seinem Outing von den Fans auf dem Spielfeld permanent mit "Schwuchtel" -Sprechchören begrüssen lassen musste. Oder dem Selbstmord von Justin Fashanu nach seinem Outing. Oder Thomas Berling ,der nach seinem Outing nur noch einen Job in unteren Ligen bekam. Und auch Thomas Hitzlsberger hat sich erst nach seiner Laufbahn geoutet. Alle Männer berichten in Interviews vom homophoben Klima in den Klubs und dem Umfeld, egal ob in England, Skandinavien oder Deutschland. Gerade diese Beispiele zeigen doch sehr deutlich ,dass das Outings eines Fußballers alleine nichts ändern wird.
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#3 PetterAnonym
  • 04.12.2019, 12:43h
  • Man kann jedem Menschen - egal ob Fußballer oder nicht - nur zum Coming-out raten.

    Diese Selbstverleugnung, das ständige Aufpassen und die ewige Angst vor Enttarnung bleiben langfristig nicht ohne Folgen für die Psyche.

    Je früher man dieses unwürdige Versteckspiel beendet, desto besser.
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#4 GerritAnonym
  • 04.12.2019, 12:58h
  • Kein echter Fan nimmt es seinen Idolen übel, wenn sie eine andere sexuelle Orientierung haben als er selbst. (Schwule Fans haben ja auch nichts gegen Hetero-Spieler.)

    Fans nehmen es ihren Idolen nur übel, wenn sie belogen und verarscht werden.

    Deshsalb: outet Euch.
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#5 daVinci6667
  • 04.12.2019, 13:02h
  • "Wenn ein homosexueller Spieler mir sagen würde, ich bin nicht frei und kann mich auch in meiner Leistung nicht entwickeln, würde ich ihm sagen: 'Oute dich, steh dazu'.

    Machen wir uns nichts vor. Leicht ist es so oder so nicht.

    Vor dem Outing besteht die immense Angst entdeckt zu werden, nach dem Outing droht permanentes Mobbing und homophobe Sprechchöre.

    Der Unterschied nachher ist man frei, kann offen sein Leben und die eigene Partnerschaft leben. Und hilft dem Nachwuchs damit die es einmal besser haben.
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#6 Patrick SAnonym
  • 04.12.2019, 14:10h
  • Sagt der Nagelsmann, der selbst Teil einer Bundesliga ist, die es bis heute nicht geschafft hat, Diversität zu praktizieren und das Stadion frei von Schwulenfeinden und Rassisten zu halten.

    Wie wäre es denn, wenn man mal nicht dampfplaudert, sondern aktiv wird?

    Zum Beispiel ein Spiel abbricht, weil man selbst das Kotzen bekommt, wenn bei Eckstößen Affenlaute erschallen oder die eigene Fankurve die Gegner homophob beleidigt?

    Wie wäre es denn, wenn man sich mal ungefragt ! aus Eigenantrieb zu solchen gesellschaftlichen Themen äußert und Vorschläge einbringt?

    Wie wäre es, wenn man Hitzelspergers Einzelschicksal als solches betrachtet und nicht gleich davon ausgeht, dass alles besser wird und jeder schwule Profi oder Exprofi Vorstand in einem Bundesligaclub wird?
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#7 AndrarEhemaliges Profil
  • 04.12.2019, 15:04h
  • Solange - wie es der Sportreporter Waldemar Hartmann in der Sportschau bestätigte - die Vereine in Deutschland Models engagieren ,damit diese die Freundin des jeweiligen Fußballers spielen, ist das ganze Getue vom DFB und auch dieses Interview von Nagelsmann pure Heuchelei.
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#8 Ralph
  • 04.12.2019, 16:05h
  • Und wieder eine neue Runde der Gespensterschmierenkomödie "Schwule Fußballer, outet euch!".
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#9 AmurPrideProfil
  • 04.12.2019, 16:05hKöln
  • Antwort auf #6 von Patrick S
  • WOW! Selten so viel "Qualität" in einem einzigen Kommentar genießen dürfen wie in diesem!^^

    ""..Sagt der Nagelsmann, der selbst Teil einer Bundesliga ist, die es bis heute nicht geschafft hat, Diversität zu praktizieren und das Stadion frei von Schwulenfeinden und Rassisten zu halten..""
    Nur weil Herr Nagelsmann als Trainer von RB Leipzig Teil der Bundesliga ist, ist er in Deinen Augen dafür verantwortlich, dass die Bundesliga "es bis heute nicht geschafft hat, Diversität zu praktizieren und das Stadion frei von Schwulenfeinden und Rassisten zu halten"???
    Ja! Nee! Is' klar!^^
    Und Du als Deutscher Staatsangehöriger bist dann demzufolge dafür verantwortlich, das Deutschland ""..es bis heute nicht geschafft hat, Diversität zu praktizieren und das Stadion frei von Schwulenfeinden und Rassisten zu halten.."" DU bist das also! Endlich haben wir den Schuldigen gefunden!^^

    ""..Zum Beispiel ein Spiel abbricht, weil man selbst das Kotzen bekommt, wenn bei Eckstößen Affenlaute erschallen oder die eigene Fankurve die Gegner homophob beleidigt?..""
    Oh, da ist mir als eingefleischter Fußballfan doch wohl glatt eine wichtige und entscheidende Regeländerung des DFB entgangen: Neuerdings haben also Trainer das Recht Spiele abzubrechen! Und ich Dummerchen dachte glatt das Recht hätte einzig und alleine der Schiedsrichter! Wie peinlich für mich und Danke für Dein Upgrade in Sachen Regelkenntnis!
    Vielleicht gestattest Du mir auf die Schnelle noch eine Frage: Bist Du schon mal im Stadion gewesen während in Deiner Nähe Affenlaute erschallten oder die Gegner homophob beleidigt wurden? Wenn ja, dann finde ich's jetzt doch recht komisch, das mir doch glatt partout kein einziger Spielabbruch durch Fans in diesem Kontext einfallen mag...
    Aber vielleicht ist Deine Aussage ja auch so zu verstehen, das Du meinst, Herr Nagelsmann sollte in seiner Funktion als Trainer seine eigenen Spieler in so einer Situation auffordern sollte das Spiel abzubrechen? .. Prima Idee eigentlich! Vor allem dann, wenn Herr Nagelsmann keinen Bock mehr auf seinen alten Verein hat und dieser in nicht wechseln lassen will!^^

    ""..Wie wäre es denn, wenn man sich mal ungefragt ! aus Eigenantrieb zu solchen gesellschaftlichen Themen äußert und Vorschläge einbringt?..""
    Ganz genau! .. Wobei.. Sollte es wirklich purer Zufall gewesen sein, das Herr Nagelsmann ausgerechnet zu jenem einem queeren Fanclub von RB Leipzig gefahren ist, wo ihm doch 127 weitere Fanclubs von RB Leipzig zur freien Auswahl zur Verfügung standen? Und das er dort dann, völlig unvorbereitet und tooootal überrascht wo er da eigentlich gelandet ist, so ganz ad hoc locker aus der Hüfte genau jene Wort zu diesem Kontext findet, die auch von einer schwulen Beratungsstelle stammen könnten?

    Und daher MUSS ich Dir einfach Recht geben bezüglich Deiner Forderung:
    ""..Wie wäre es denn, wenn man mal nicht dampfplaudert, sondern aktiv wird?..""
    Und am besten fängst Du auch gleich damit bei Dir selber an! Stellst Deine Dampfplauderei ein und wirst aktiv in dem Du Dich z. B. erstmal sachkundig machst!^^
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#10 AmurPrideProfil
  • 04.12.2019, 16:11hKöln
  • Antwort auf #7 von Andrar
  • ""..Solange - wie es der Sportreporter Waldemar Hartmann in der Sportschau bestätigte - die Vereine in Deutschland Models engagieren ,damit diese die Freundin des jeweiligen Fußballers spielen, ist das ganze Getue vom DFB und auch dieses Interview von Nagelsmann pure Heuchelei..""

    Ganz genau! .. Wobei..
    Wieso ist Herr Nagelsmann überaus zutreffende Analyse der Situation aktiver schwuler Profifußballer in der Fußballbundesliga jetzt noch mal Heuchelei?
    Worin besteht da noch mal der Kontext zu irgendwelchen Spielermanagern oder Vereinen, die ihren schwulen Profis Alibi-Freundinnen besorgen?
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