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"Oute dich, steh dazu"
Nagelsmann rät schwulen Fußballern zu Coming-out
Beim Besuch der Weihnachtsfeier des queeren Fanklubs "Rainbow Bulls" empfahl RB-Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann homosexuellen Profikickern ein Ende des Versteckspiels – wenn es die Leistung beeinflusst.
- 4. Dezember 2019, 10:13h 2 Min.
Julian Nagelsmann, Trainer von RB Leipzig, hat sich für das Coming-out von schwulen Fußballern stark gemacht. "Wenn ein homosexueller Spieler mir sagen würde, ich bin nicht frei und kann mich auch in meiner Leistung nicht entwickeln, würde ich ihm sagen: 'Oute dich, steh dazu'. Ich habe damit gar kein Problem", sagte Nagelsmann laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung beim Besuch der Weihnachtsfeier des schwul-lesbischen RB-Fanklubs "Rainbow Bulls" am Dienstagabend.
"Generell glaube ich, dass, wenn man seine Sexualität nicht outen darf, auch nicht frei leben kann. Es gibt dann einfach zu viele Ängste, entdeckt oder vielleicht nicht ernst genommen zu werden. Wenn du dich immer verstecken musst in deiner Liebe, dann ist das ein großes Problem", erklärte Nagelsmann, der bei der Veranstaltung über das Thema Homophobie sprach.
"Der Fußball geht noch immer nicht offen damit um"
Der 32 Jahre alte Fußball-Lehrer wirbt für Offenheit, sieht beim Thema Coming-out von schwulen Fußballern allerdings auch Probleme in der teils fehlenden Akzeptanz in der Gesellschaft. "Ich würde nicht von vornherein sagen: 'Oute dich'." Denn wir müssen uns nichts vormachen: Die Fußballwelt ist eine Männerdomäne in der nicht jeder offen für gleichgeschlechtliche Liebe ist", sagte Nagelsmann. Entscheidend sei, ob das Thema den Spieler und seine Leistung beeinflusst. "Der Fußball geht noch immer nicht offen damit um. Ein Spieler wie Thomas Hitzlsperger hat sich auch erst nach seiner Karriere geoutet."
Bereits im August hatte RB Leipzig als 13. Erstligaverein die von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld initiierte "Berliner Erklärung" gegen Homophobie im Sport unterzeichnet (queer.de berichtete). Vor fünf Jahren hatte der Verein gegen eigene Fans wegen antiziganistischer und homophober Ausbrüche ermittelt (queer.de berichtete). (cw/dpa)














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