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Relativierung

Billy Dee Williams doch nicht genderfluid

Der Lando-Calrissian-Darsteller fühlt sich missverstanden: Er sehe sich nicht als zwischen den Geschlechtern stehend an, sondern wolle lediglich seine weiche Seite zeigen.


Billy Dee Williams musste sich erst einmal erklären lassen, was "genderfluid" bedeutet

  • 5. Dezember 2019, 13:48h, noch kein Kommentar

US-Schauspieler Billy Dee Williams hat am Dienstag gegenüber der "New York Times" erklärt, dass er sich nicht als "genderfluid" geoutet habe. Seine Worte in einem Interview mit dem Magazin "Esquire" seien fehlinterpretiert worden, so der 82-Jährige.

"Esquire" hatte ihn mit den Worten zitiert: "Ich sage 'er' und 'sie', weil ich mich auch als sowohl weiblich als auch als männlich ansehe", so Williams. "Ich bin eine sehr sanfte Person. Ich habe keine Angst, diese Seite von mir zu zeigen." Das wurde von Medien als Coming-out als genderfluid oder nicht-binär interpretiert (queer.de berichtete).

Der "Esquire"-Text "war ein guter Artikel – außer der Teil über das Geschlecht. Wie heißt das? Genderfluid?", relativierte Williams, dem dieser Begriff offensichtlich unbekannt war. "Ich weiß nicht wirklich, was das bedeutet. Was bedeutet das?"

Als ihm "genderfluid" (eine Geschlechtsidentität, die sich mit der Zeit oder bezogen auf bestimmte Situationen ändern kann) erklärt wurde, sagte Williams: "Nun ja, darüber habe ich eigentlich nicht gesprochen. Ich habe darüber gesprochen, dass Männer mit ihrer weiblichen Seite in Berührung kommen sollten." Männer sollten keine Angst haben, ihre "weiche Seite" zum Ausdruck zu bringen, so der Schauspieler.

GLAAD: Wichtig, die Geschlechtsidentität zu respektieren

Die Klarstellung zeige laut Nick Adams von der LGBTI-Organisation GLAAD, wie kompliziert das Thema sei und dass es manchmal Missverständnisse gebe. "Es ist wichtig, die Geschlechtsidentität und die bevorzugten Personalpronomen einer Person anzuerkennen und zu respektieren", so Adams am Mittwoch.

Im September hatte der britische Popstar Sam Smith etwa erklärt, mit dem Personalpronomen "they" in singulärer Verwendung angesprochen werden zu wollen (queer.de berichtete). Im Deutschen ist dieser Wunsch von nicht-binären Personen schwieriger umzusetzen, da die Übersetzung von "they" auch dem weiblichen Personalpronomen entspricht ("sie"). Außerdem sind anders als im Englischen die meisten Wörter geschlechtsspezifisch: Statt dem neutralen "the singer" gibt es "die Sängerin" oder "den Sänger", aber auch "der" oder "die" Kulturschaffende. Lösungen wie "der/die Sänger*in" sind derzeit ungewohnt.

Billy Dee Williams wird ab 18. Dezember in den Kinos zu sehen sein: Für den neuen Blockbuster "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers" ist er erstmals seit 36 Jahren wieder in die Rolle des Lando Calrissian geschlüpft. (cw)