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Previews am 18. Dezember

Eine würdige Hommage für die Ikonen aller Ikonen

Judy Garland ist für manche die ultimative Schwulen-Ikone. Mit "Judy" kommt ein überfälliges Biopic in die Kinos, das den Ausnahmestar bei ihren letzten Auftritten zwischen Euphorie und Selbstzweifeln porträtiert.


Judy Garland (Renée Zellweger) in ihrer Garderobe (Bild: eOne Germany)

In jedem Städtchen gibt es ein Mädchen, das so aussieht wie du. Nur dünner, und mit feinerer Nase. Der Druck, den der Produzent Louis B. Mayer auf die junge Judy Garland (Darci Shaw) ausgeübt hat, muss unglaublich gewesen sein, das machen die ersten Sätze von des Biopics über die Hollywood-Ikone klar. Die 15-Jährige dreht gerade den "Zauberer von Oz", der ihren späteren Weltruhm begründen wird.

Doch sie ist noch ein Kind. Ein Kind, das ihr Date in einem Diner fragt, ob sie denn jetzt eigentlich zusammen seien. Und gleichzeitig Abnehmpillen schluckt, um dünn genug zu sein, um Dorothy zu spielen. Ihr 16. Geburtstag wird am Set zwei Monate vorher gefeiert, mit einer riesigen Torte, die sie aber nur ansehen darf.

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"Ich will nur das, was alle möchten"


Poster zum Film: "Judy" startet am 2. Januar 2020 regulär im Kino, bereits am 18. Dezember lädt queer.de in fünf deutschen Städten zu Previews ein (siehe Ende des Artikels)

Dann, ein Zeitsprung. 30 Jahre später schluckt Judy Garland (Renée Zellweger) immer noch Tabletten, abwechselnd zum Einschlafen und Aufputschen. Sie hat weder einen Mann noch Geld, aber dafür zwei junge Kinder und ein ramponiertes Image. Aber in London, da wären die Leute noch verrückt nach ihr, überzeugt sie der Theatermanager Bernard Delfont. Sie willigt ein, und lässt die Kinder bei ihrem Exmann Sid Luft (Rufus Sewell).

Das Leben von Judy Garland ist geprägt von Fremdbestimmtheit, Drogen, Druck und Selbstzweifeln, aber auch dem unermüdlichen Willen, weiterzumachen. Sie kann nicht ohne die Bühne. Dass das Showgeschäft, und vor allem die damit verbundenen Personen, sie kaputtmacht, muss sie in Kauf nehmen. Diese Zerrissenheit ist es, die Renée Zellweger in jeder einzelnen Szene gekonnt vermittelt. Sie, die sich wegen Depressionen selbst jahrelang aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat, und mit "Judy" ihr großes, manche sagen oscarreifes, Comeback feiert, könnte wissen, wie es Judy Garland erging.

Judy Garlands in einem Fernsehinterview naiv bekennendes "Ich will nur das, was alle möchten" wirkt da auf eine seltsame Weise mitleiderregend. Sie tut es für die Kinder, so wirkt es, und so würde sie es sich auch wünschen. Doch natürlich tut sie es auch für sich.

Das öffentliche Zugrundegehen

Die gefeierten Auftritte zehren an ihr, sie kann kaum schlafen, sie wird frustriert und verzweifelt, ist einsam. Jeder ihrer Erfolge ist so zerbrechlich wie ihre Laune. Manchmal schafft sie es, diese Frustration in Kraft umzuwandeln, um noch einmal eine glanzvolle Show hinzulegen. So lange, bis sie es nicht mehr schafft. Eine ganz besondere Rolle kommt dabei ihrer Londoner Assistentin Rosalyn Wilder (großartig: Jessie Buckley) zu, die genau weiß, welche Knöpfe sie drücken muss, um die Sängerin aus dem tiefsten Loch wieder auf die Bühne zu hieven.

Das öffentliche Leiden, mehr noch, eher ein Zugrundegehen, ist Teil ihres Lebens und Schicksals. Eines, das sie mit so vielen (Kinder-)Stars teilt, von Marilyn Monroe über Britney Spears bis zu Amy Winehouse, die ihr Publikum genauso betrunken angepöbelt hat wie es Judy Garland tat.

Den Fans kommt dabei eine zwiespältige Rolle zu: Einerseits feiern sie ihren Star, nehmen Anteil am Schicksal und befeuern es dadurch, andererseits erlebt Judy Garland es auch, ausgebuht und beworfen zu werden, abhängig zu sein.


Die junge Judy Garland (Darci Shaw) am Set von "Der Zauberer von Oz" (Bild: eOne Germany)

Ein routiniert dramaturgisches Auf und Ab

"Judy" ist dabei insbesondere fürs schwule Publikum aufgehübscht durch ein älteres Männerpaar, das jede Show besucht, und mit dem Judy einmal nach einem Konzert noch ausgeht. Die beiden, so erzählt einer, konnten die letzte Tournee nicht besuchen, weil sein Mann "anderweitig beschäftigt" war – will sagen, im Gefängnis saß, weil Homosexualität erst 1967 durch den Sexual Offences Act 1 legalisiert wurde.

"Judy" ist, durch die reiche und campy Ausstattung, Renée Zellwegers schauspielerische wie gesangliche Leistung sowie die Story, die zwischen der jungen und gealterten Garland wechselt, eine würdige Hommage an eine Ausnahmekünstlerin. Rupert Goolds Biopic, das das stete Auf und Ab fast zu routiniert dramaturgisch nutzt, Emotionen nicht nur abholt, sondern gekonnt verstärkt und dem "Trolley Song" genau wie "Over the Rainbow" wie weiteren Klassikern genügend Raum gibt.

Ein Film, der uns die vom US-Magazin "Advocate" einmal als "Elvis der Homosexuellen" bezeichnete Sängerin näherbringt. "Judy" ist Würdigung und Mahnung zugleich, und er hinterlässt uns in einer wohligen Mischung aus befreit, wehmütig und euphorisch.

Exklusive Previews
Regulärer Kinostart von "Judy" ist am 2. Januar 2020. Gemeinsam mit Entertainment One Germany veranstaltet queer.de bereits am Mittwoch, den 18. Dezember fünf exklusive Previews in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt. Sichere Dir jetzt zwei Freikarten:
2 Freitickets für "Judy" in Berlin gewinnen (Teilnahme bis 09.12. möglich)
2 Freitickets für "Judy" in Hamburg gewinnen (Teilnahme bis 10.12. möglich)
2 Freitickets für "Judy" in München gewinnen (Teilnahme bis 11.12. möglich)
2 Freitickets für "Judy" in Köln gewinnen (Teilnahme bis 12.12. möglich)
2 Freitickets für "Judy" in Frankfurt gewinnen (Teilnahme bis 13.12. möglich)

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer

Infos zum Film

Judy. Biopic. USA 2019. Regie: Rupert Goold. Darsteller: Renée Zellweger, Jessie Buckley, Finn Wittrock, Rufus Sewell, Michael Gambon, Bella Ramsey. Laufzeit: 118 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. Verleih: entertainment one. Kinostart: 2. Januar 2020. Bereits am 18. Dezember 2019 lädt queer.de zu fünf exklusiven Previews ein.
Galerie:
Judy
23 Bilder


#1 FinnAnonym
  • 06.12.2019, 09:12h
  • Wow...

    Ich muss zugeben, als ich zum ersten mal von diesem Projekt gehört habe, war ich mehr als skeptisch.

    Aber der Trailer hat mich so berührt...

    Diesen Film muss ich sehen...
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#2 LotiAnonym
  • 06.12.2019, 09:30h
  • Die späte Judy Garland und Bette Davis haben mein Leben als offen Schwulen stark mitgeprägt. Auch ich werde, nein, muß mir diesen Film anschauen. Taschentücher inklusive werden mitgenommen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Carsten ACAnonym
  • 06.12.2019, 10:12h
  • Ob das jetzt wirklich die größte Schwulen-Ikone aller Zeiten ist, weiß ich nicht. Da fallen mir spontan noch mehr Bewerberinnen ein: z.B. ihre Tochter Liza Minnelli. Oder Bette Midler. Oder Julie Andrews (Mary Poppins; The Sound of Music; Victor/Victoria).

    Ich finde es eh immer mühsam, den oder die beste/ größte/ erfolgreichste, etc. zu küren. Es ist viel schöner, dass es so viele gibt.

    Aber eines ist klar:
    Wenn man nicht so einen Wettbewerb um Platz 1 macht, sondern lieber einen ganzen Olymp voll nimmt, muss man sagen:

    Judy Garland gehört auf jeden Fall zu den größten Ikonen.

    Und ihr "Somewhere over the rainbow" ist seit Jahrzehnten eine der größten Schwulenhymnen und einer der meistgecoverten Songs aller Zeiten.

    Ja, auch ich freue mich riesig auf diesen Film und werde ihn mir unbedingt ansehen.

    Endlich mal wieder ein Highlight im Film-Einerlei.
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#4 LotiAnonym
  • 06.12.2019, 14:41h
  • Antwort auf #3 von Carsten AC
  • Du hast recht mit Deiner Aussage. Aber seien wir doch mal ganz ehrlich. Wäre Judy Garland nicht so früh verstorben, hätte sie es zumindest mit Schwulen Ikone Liz Taylor gleichsetzen können. Diese Ehrung blieb ihr verwehrt. Ihre Tochter ist der Mutter nicht ansatzweise ebenbürtig. Was die gute Bette Midler betrifft, die ich als Sängerin besonders geschätzt habe, ist weit und breit nichts mehr zu hören oder zu sehen. Dabei hätte ich insbesonders von ihr gerade jetzt so einige Statements zur Homophobie in den Vereinigten Staaten erwartet. Denn gerade Bette Midler hat der Gay Community vieles zu verdanken gehabt in ihrer Karriere.
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#5 GerritAnonym
  • 06.12.2019, 20:05h
  • Ein Lob an die Maske - die Ähnlichkeit ist wirklich frappierend.

    Was ich aber noch spektakulärer finde ich die Mimik und Gestik von Renee Zellweger. Wenn das im ganzen Film so ist wie im Trailer kann ich nur sagen: grandios. Das ist oscarreif.
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#6 Julian SAnonym
  • 06.12.2019, 20:48h
  • Ich dachte, die größte Zeit von Renee Zellweger sei vorbei. Weit gefehlt.

    So stark wie hier habe ich sie noch nie gesehen.

    Absolut oscarwürdig.
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