Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?35039

Katholische Kirche

Deutsche Bischöfe: Homosexualität ist normal

Eine "Fachkonsultation" der katholischen Deutschen Bischofskonferenz sprach sich gegen die "Heilung" von Lesben und Schwulen aus – war jedoch bei der Frage der Aufhebung des Sex-Verbots gespalten.


Berlins Erzbischof Heiner Koch leitete die "Fachkonsultation" am Mittwochabend in der Hauptstadt (Bild: Membeth / wikipedia)

  • 6. Dezember 2019, 07:33h 21 2 Min.

Unter katholischen deutschen Bischöfen und Theologen herrscht Uneinigkeit über die Themen Homosexualität und Verhütung. Bei einer "Fachkonsultation" mit Blick auf den sogenannten synodalen Weg sei am Mittwochabend in Berlin kontrovers diskutiert worden, ob das im katholischen Lehramt verankerte Verbot "praktizierter Homosexualität" noch zeitgemäß sei, teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit. Kontrovers wurde in den Fachberatungen demnach auch darüber gesprochen, ob künstliche Verhütungsmittel in der Ehe und bei nicht verheirateten Paaren erlaubt sein sollen.

Die an dem Treffen teilnehmenden Bischöfe und Theologen hätten demnach zwar anerkannt, dass die menschliche Sexualität auch eine Lust- und Beziehungsdimension umfasse. "Ebenso herrschte Einverständnis darüber, dass die sexuelle Präferenz des Menschen sich in der Pubertät ausprägt und eine hetero- oder homosexuelle Ausrichtung annimmt", heißt es in der Mitteilung, "Beide gehören zu den normalen Formen einer sexuellen Prädisposition, die durch keine spezifische Sozialisation veränderbar ist oder verändert werden müsste."

Lesben und Schwule dürften folglich nicht diskriminiert werden, so die Teilnehmer der "Fachkonsulation", die aus der Erkenntnis jedoch keine Konsequenzen zogen. Die "Frage, ob das lehramtliche Verbot praktizierter Homosexualität noch zeitgemäß ist", sei "kontrovers diskutiert" worden, heißt es in der Mitteillung der Bischofskonferenz.

Vorbereitung des synodalen Wegs

Die vom Berliner Erzbischof Heiner Koch geleitete Kommission für Ehe und Familie der Bischofskonferenz organisierte das Treffen in Vorbereitung des synodalen Wegs, mit dem die deutsche Kirche ihren Missbrauchsskandal weiter aufarbeiten will (queer.de berichtete). Die Ergebnisse der Beratungen sollen in das im Februar beginnende Forum "Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft" einfließen.

An den Gesprächen nahmen neben Erzbischof Koch auch die Bischöfe Franz-Josef Bode aus Osnabrück, Wolfgang Ipolt aus Görlitz und Peter Kohlgraf aus Mainz sowie mehrere Weihbischöfe und außerdem Sexualmediziner, Moraltheologen, Dogmatiker und Kirchenrechtler teil. (cw/AFP)

-w-

#1 FinnAnonym
  • 06.12.2019, 08:57h
  • Wenn selbst schon katholische Bischöfe die angeblichen "Homo-Heilungen" ablehnen, wird es höchste Zeit, dass auch die Politik endlich aktiv wird.

    Wir brauchen endlich (wie von der schwarz-roten Regierung schon für Sommer versprochen und dann bis Jahresende verschoben) ein Verbot solcher Gehirnwäsche irgendwelcher fanatischer Scharlatane.

    Und zwar nicht nur für manche Opfer, sondern für ALLE Opfer - unabhängig vom Alter.

    Denn es ist wissenschaftlich belegt, dass diese angeblichen Therapien nicht nur in keinem Alter funktionieren, sondern auch in jedem Alter extreme psychische Schäden verursachen und bis zum Tod führen können. (Mal ganz abgesehen davon, dass es gar nichts zu heilen gibt.)

    Würde man das nur für manche Altersklassen verbieten, käme das für die anderen Altersklassen einer expliziten Erlaubnis gleich. Und dies würde bedeuten, diese okkulte Scharlatanerie letztlich als wirksam und gut hinzustellen und nur für manche Altersklassen das Warten zu empfehlen.
  • Direktlink »
#2 Carsten ACAnonym
  • 06.12.2019, 10:19h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Ich gebe Dir im Prinzip recht.

    Aber eh man jetzt noch auf die Idee käme, die Kirche für ihren Einsatz zu loben, muss man eines deutlich klarstellen.

    Dieser neue Wind resultiert nur aus den immer stärker schwindenden Mitgliedszahlen und damit verbunden der Gefahr für Macht und Vermögen.

    Ginge es wirklich um die Sache, wäre das viel früher gekommen. Aber dass es erst so spät und so halbherzig kommt, ist reinem Opportunismus geschuldet. Denn die Kirche hat immer wieder bewiesen, dass Macht und Einkommen für sie an erster Steller stehen und dass sie dem alles unterordnet und dann auch mal sehr flexibel sein kann, wenn es "ans Eingemachte geht".

    Solange Hass und Hetze vorteilhafter sind, wird das gemacht. Aber wenn man sieht, dass das eine Gefahr für Macht und EInkommen ist, dann rudert man gerade so weit zurück, um das nicht zu gefährden und um noch so viel Diskriminierung wie möglich erhalten zu können.

    Und eines muss man auch beachten, was das nochmal deutlich belegt:

    Dort, wo es diesen Mitgliederschwund nicht gibt, hetzt die Kirche munter weiter. Siehe Polen und diverse andere Staaten auf allen Kontinenten.
  • Direktlink »
#3 Taemin
  • 06.12.2019, 11:09h
  • Das Eingeständnis, dass Lesben und Schwule normal sind, beinhaltet auch das Eingeständnis, dass der eigene Umgang mit ihnen nicht normal ist. Ansonsten bleibt es bei der gewohnten Selbstüberschätzung. Vom Verbot homosexueller Handlungen und empfängnisverhütender Mittel ist die Rede. Als ob die Kirche die Macht oder gar das Recht besäße, solche Verbote zu verhängen. Sexualität und Familienplanung freier Menschen geht niemanden außer den Beteiligten etwas an. Aus den Privatangelegenheiten ihrer Mitglieder (von Nichtmitgliedern sowieso) haben sich Religionsgemeinschaften herauszuhalten. Die Kirche bleibt weit entfernt von einer realistischen Einschätzung der eigenen Rechte und Möglichkeiten im freiheitlichen Staat und in der vielfältigen Gesellschaft.
  • Direktlink »