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Katholische Kirche

Deutsche Bischöfe: Homosexualität ist normal

Eine "Fachkonsultation" der katholischen Deutschen Bischofskonferenz sprach sich gegen die "Heilung" von Lesben und Schwulen aus – war jedoch bei der Frage der Aufhebung des Sex-Verbots gespalten.


Berlins Erzbischof Heiner Koch leitete die "Fachkonsultation" am Mittwochabend in der Hauptstadt (Bild: Membeth / wikipedia)

Unter katholischen deutschen Bischöfen und Theologen herrscht Uneinigkeit über die Themen Homosexualität und Verhütung. Bei einer "Fachkonsultation" mit Blick auf den sogenannten synodalen Weg sei am Mittwochabend in Berlin kontrovers diskutiert worden, ob das im katholischen Lehramt verankerte Verbot "praktizierter Homosexualität" noch zeitgemäß sei, teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit. Kontrovers wurde in den Fachberatungen demnach auch darüber gesprochen, ob künstliche Verhütungsmittel in der Ehe und bei nicht verheirateten Paaren erlaubt sein sollen.

Die an dem Treffen teilnehmenden Bischöfe und Theologen hätten demnach zwar anerkannt, dass die menschliche Sexualität auch eine Lust- und Beziehungsdimension umfasse. "Ebenso herrschte Einverständnis darüber, dass die sexuelle Präferenz des Menschen sich in der Pubertät ausprägt und eine hetero- oder homosexuelle Ausrichtung annimmt", heißt es in der Mitteilung, "Beide gehören zu den normalen Formen einer sexuellen Prädisposition, die durch keine spezifische Sozialisation veränderbar ist oder verändert werden müsste."

Lesben und Schwule dürften folglich nicht diskriminiert werden, so die Teilnehmer der "Fachkonsulation", die aus der Erkenntnis jedoch keine Konsequenzen zogen. Die "Frage, ob das lehramtliche Verbot praktizierter Homosexualität noch zeitgemäß ist", sei "kontrovers diskutiert" worden, heißt es in der Mitteillung der Bischofskonferenz.

Vorbereitung des synodalen Wegs

Die vom Berliner Erzbischof Heiner Koch geleitete Kommission für Ehe und Familie der Bischofskonferenz organisierte das Treffen in Vorbereitung des synodalen Wegs, mit dem die deutsche Kirche ihren Missbrauchsskandal weiter aufarbeiten will (queer.de berichtete). Die Ergebnisse der Beratungen sollen in das im Februar beginnende Forum "Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft" einfließen.

An den Gesprächen nahmen neben Erzbischof Koch auch die Bischöfe Franz-Josef Bode aus Osnabrück, Wolfgang Ipolt aus Görlitz und Peter Kohlgraf aus Mainz sowie mehrere Weihbischöfe und außerdem Sexualmediziner, Moraltheologen, Dogmatiker und Kirchenrechtler teil. (cw/AFP)



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#1 FinnAnonym
  • 06.12.2019, 08:57h
  • Wenn selbst schon katholische Bischöfe die angeblichen "Homo-Heilungen" ablehnen, wird es höchste Zeit, dass auch die Politik endlich aktiv wird.

    Wir brauchen endlich (wie von der schwarz-roten Regierung schon für Sommer versprochen und dann bis Jahresende verschoben) ein Verbot solcher Gehirnwäsche irgendwelcher fanatischer Scharlatane.

    Und zwar nicht nur für manche Opfer, sondern für ALLE Opfer - unabhängig vom Alter.

    Denn es ist wissenschaftlich belegt, dass diese angeblichen Therapien nicht nur in keinem Alter funktionieren, sondern auch in jedem Alter extreme psychische Schäden verursachen und bis zum Tod führen können. (Mal ganz abgesehen davon, dass es gar nichts zu heilen gibt.)

    Würde man das nur für manche Altersklassen verbieten, käme das für die anderen Altersklassen einer expliziten Erlaubnis gleich. Und dies würde bedeuten, diese okkulte Scharlatanerie letztlich als wirksam und gut hinzustellen und nur für manche Altersklassen das Warten zu empfehlen.
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#2 Carsten ACAnonym
  • 06.12.2019, 10:19h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Ich gebe Dir im Prinzip recht.

    Aber eh man jetzt noch auf die Idee käme, die Kirche für ihren Einsatz zu loben, muss man eines deutlich klarstellen.

    Dieser neue Wind resultiert nur aus den immer stärker schwindenden Mitgliedszahlen und damit verbunden der Gefahr für Macht und Vermögen.

    Ginge es wirklich um die Sache, wäre das viel früher gekommen. Aber dass es erst so spät und so halbherzig kommt, ist reinem Opportunismus geschuldet. Denn die Kirche hat immer wieder bewiesen, dass Macht und Einkommen für sie an erster Steller stehen und dass sie dem alles unterordnet und dann auch mal sehr flexibel sein kann, wenn es "ans Eingemachte geht".

    Solange Hass und Hetze vorteilhafter sind, wird das gemacht. Aber wenn man sieht, dass das eine Gefahr für Macht und EInkommen ist, dann rudert man gerade so weit zurück, um das nicht zu gefährden und um noch so viel Diskriminierung wie möglich erhalten zu können.

    Und eines muss man auch beachten, was das nochmal deutlich belegt:

    Dort, wo es diesen Mitgliederschwund nicht gibt, hetzt die Kirche munter weiter. Siehe Polen und diverse andere Staaten auf allen Kontinenten.
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#3 Ralph
  • 06.12.2019, 11:09h
  • Das Eingeständnis, dass Lesben und Schwule normal sind, beinhaltet auch das Eingeständnis, dass der eigene Umgang mit ihnen nicht normal ist. Ansonsten bleibt es bei der gewohnten Selbstüberschätzung. Vom Verbot homosexueller Handlungen und empfängnisverhütender Mittel ist die Rede. Als ob die Kirche die Macht oder gar das Recht besäße, solche Verbote zu verhängen. Sexualität und Familienplanung freier Menschen geht niemanden außer den Beteiligten etwas an. Aus den Privatangelegenheiten ihrer Mitglieder (von Nichtmitgliedern sowieso) haben sich Religionsgemeinschaften herauszuhalten. Die Kirche bleibt weit entfernt von einer realistischen Einschätzung der eigenen Rechte und Möglichkeiten im freiheitlichen Staat und in der vielfältigen Gesellschaft.
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#4 Ben aus BraunschweigAnonym
  • 06.12.2019, 11:10h
  • Also erstmal...

    Interessant ist, dass die Kirche nun so einiges erkannt hat - bzw. ihre sogenannten Helfer oder Stellvertreter...

    Was mich aber immer mal wurmt, ist die blöd-naive Annahme und Stellungnahme gegen den Geschlechtsakt homosexueller Menschen.

    Ich frage mich wirklich, wie Priester, Bischöfe etc. darüber Diskussionen haben können - diese Kirchenmenschen sind meist ohnehin alleine - haben der Partnerschaften abgeschworen.

    ABER: Homos brauchen genauso Partnerschaften wie Heterosexuelle. Der Bullshit kotzt mich echt zunehmend nur noch an.
    Schon wenn ich lese, dass wieder so ein Arsch verlauten lässt, sie sollten "keusch" leben - was bilden sich diese Leute überhaupt ein?

    Beatrix - unser AfD-Storch hat auch schon verlauten lassen, sie empfehle Homosexuellen keinen Sex zu haben. Leute wie die Störchin sollten besser keinen haben. Die fehlgeleitete AfD inklusive Alice Weidel sollte endlich wieder dahin, wo sie hingehört - weg vom Fenster.

    Wir brauchen weder neue Nazis noch Spinner aus der Kirche, die meinen, Schwule sollten partnerlos und einsam bleiben und keinen Sex ausüben.

    Jeder Mensch sollte das Recht auf Liebe und Beziehung haben und dazu gehört auch Sex.

    Amen.
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#5 Patrick SAnonym
  • 06.12.2019, 11:24h
  • Ähm, brauche ich die Kirche, um zu wissen, dass ich normal bin? - NEIN
    Brauche ich eine Legitimation, um mit meinem Mann schlafen zu dürfen? - NEIN
    Ich habe aber tiefstes Mitgefühl, mit allen indoktrinierten Menschen, die auf die Worte dieses moralisch verkommenen Kinderschänderclubs angewiesen sind oder glauben es zu sein.
    Da kann ich nur immer wieder Ricky Gervais zitieren: "Danke, lieber Gott, dass du mich zum Atheisten gemacht hast."
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#6 daVinci6667
  • 06.12.2019, 14:15h
  • Das alles liest sich für mich genau so logisch wie etwa: Wir erkennen an, es ist völlig normal Linkshänder zu sein. Deshalb dürfen Linkshänder auch nicht mehr diskriminiert werden. Allerdings halten wir daran fest, dass Linkshänder nicht schreiben dürfen...
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#7 GerritAnonym
  • 06.12.2019, 20:15h
  • Aha, fürs Marketing ist es besser, nicht mehr so offen gegen Homosexuelle zu hetzen wie bisher. Also frisst man ein wenig Kreide.

    Aber gleichzeitig macht man klar, dass schwuler Sex nach wie vor "Pfui" ist. Ist ja klar: Sexualität ist genauso ein Grundbedürfnis wie Essen, Trinken und Schlafen. Also will man, dass Leute ihre natürlichen Bedürfnisse unterdrücken, damit sie psychische Probleme bekommen und dann ihr Heil bei Heilspredigern suchen.

    Aus demselben Grund ist die Kirche auch gegen Selbstbefriedigung und jede Art von Verhütung.

    Also genauso menschenverachtend wie bisher, man ändert nur die Marketingstrategie ein wenig.
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#8 Julian SAnonym
#9 smalliAnonym
  • 07.12.2019, 00:02h
  • Jahrhunderte wurden wir bekämpft und verfolgt.... Jetzt funktioniert die Masche Schwulen eine Heimat im Schoß von "Mutter Kirche" zu geben immer weniger.... Eine sehr komische Annäherung.....
    Bei der Gelegenheit kann man auch noch mal die allgemeine Haltung der Kirche zur Zeit ansprechen. Wir fahren gerade den Planeten an die Wand, sicherlich.... Aber ganz Vorne dabei ist die Kirche mit ihrer Haltung zur Verhütung.... Klimadiskussion ist eine Sache, aber Überbevölkerung daneben geht völlig unter. Verantwortlich dafür..... Die die Verhütung verteufeln...
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#10 Homonklin_NZAnonym
  • 07.12.2019, 06:08h
  • Oh my, die Wagenladungen Kreide, die von der Knilchen-Sippe gefressen werden, werden immer größer.

    So allmählich tut es ihnen scheints im Klingelbeutel weh, und die merken, dass sie sich der ganzen Welt nicht weiter verbarrikadieren können, weil das letzte Quäntchen Zuspruch dann auch noch flöten geht.

    Dann sollten sie aber wenigstens so fair sein, und sich ihren pädophilen, innerkirchlichen Schwerpunkten ebenso weltlich zu stellen, wie sie darüber zu faseln verstehen. Ein Großteil der Opfer ist heute erwachsen und hat sich von dem einst angedrohten Mumpitz gelöst!
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