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Rugby Union

England: Profi-Rugby-Referee outet sich

Craig Maxwell-Keys sprach in mehreren Interviews erstmals öffentlich über seine Homosexualität.


Maxwell-Keys im Einsatz während der Rainbow-Laces-Kampagnenwoche

Weiteres Coming-out im Rugby: Der englische Schiedsrichter Craig Maxwell-Keys hat in einem Interview mit "Wales Online" davon erzählt, wie die früheren Schritte des walisischen Rugby-Schiedsrichters Nigel Owens und des englischen Rugby-Leagues-Spielers Sam Stanley in die Öffentlichkeit ihm geholfen hätten: "Als ich im Schrank war, waren sie eine große Unterstützung."

Der 29-jährige, der in der Sportart Rugby Union in der höchsten englischen Profiliga, der Gallagher Premiership, und bei internationalen Turnieren pfeifft, betonte, das Coming-out des Spielers 2015 und die Leitung des Weltmeisterschaftsfinales durch Owens im gleichen Jahr hätten ihn dazu gebracht, sich kurz vor seinem Engagement bei der U20-Weltmeisterschaft, der World Rugby Under 20 Championship, im Folgejahr in Manchester bei Familie und Freunden zu outen. Die beiden prominenten Vorbilder hätten ihm klar gemacht, "dass man Teil des Spitzensportes sein kann, als ich mich noch bemühte, mich so zu akzeptieren, wie ich bin."

"Die Botschaft, es geht nicht darum, wen du liebst, sondern darum, wie gut du bist, hat mich massiv beeindruckt", so Maxwell-Keys. Bereits in seiner früheren Karriere in der Pharmaindustrie habe er an ein Coming-out gedacht, dann sei aber der Referee-Job dazwischen gekommen und er habe sich noch nicht so weit gefühlt: "Ich habe schnell gemerkt, dass ich mich noch nicht komplett akzeptiert habe. Du kannst nicht andere bitten, dich zu lieben, wenn du dich noch nicht selbst vollständig liebst."

Twitter / EnglandRugby | In Zusammenarbeit mit "Rugby Media" verbreitete der englische Rugby-Verband ein Interview-Video mit weiteren Aussagen von Maxwell-Keys zu seinem Schwulsein (Youtube-Version)

Nach dem für ihn erfolgreichen Turnier in Manchester habe er dann die Kraft gespürt, sich bei weiteren Freunden und Mit-Referees zu outen: Vor dem Abflug zu einem Familienurlaub in Griechenland habe er im Flughafen von Manchester gegen sechs Uhr morgens entsprechende Botschaften per WhatsApp verschickt – und nach der Landung nur positive Reaktionen erhalten.

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Last des Versteckspiels loswerden

Der in Birmingham geborene und in Gloucestershire lebende Maxwell-Keys betonte in dem Interview mit "Wales Online", wieviele Energien ein Coming-out freisetzen könne. "Ich habe vergessen, wie viel Mühe es war, diese Heuchelei aufrechtzuerhalten, für die man viel Energie aufwendet: 'Welche Geschichte habe ich dieser Person erzählt, wie heißt die imaginäre Freundin, die ich treffe?'"

Wenn man diese Bürde von sich stoße, könne man endlich authentisch man selbst sein und das Leben genießen: "Diese Energie, die ich aufgewendet habe, um eine Lüge zu leben, kann reinvestiert werden, um nur ich zu sein, und das war wirklich befreiend", so Maxwell-Keys.

Twitter / SpursOfficial | Der Schritt in die Öffentlichkeit erfolgte zur diesjährigen Rainbow-Laces-Kampagnen-Woche, in der Spieler und Trainer im Fußball und Rugby Schuhe mit Regenbogenschnürsenkel tragen sollen und in der Ligen und Clubs sexuelle Vielfalt auf diverse Arten thematisieren

Der Schiedsrichter, der auch die inzwischen groß angelegte Regenbogenschnürsenkel-Kampagne in den britischen Fußball- und Rugby-Profi-Ligen lobte, betonte, man gehe ihm gegenüber inzwischen recht selbstverständlich mit seinem Schwulsein um: "Das ist kein Thema und man ist auch nicht übertrieben unterstützend."

Twitter / Mobyhaque1 | Auch der deutsche Trainer des Liverpool FC, Jürgen Klopp, setzte am Mittwoch beim Derby gegen Everton ein Zeichen

Seine Erfahrungen seien insgesamt sehr positiv gewesen, so Maxwell-Keys. "Ich kann verstehen, wie groß die Probleme anderer Leute waren, als ich im Schrank saß. Wenn ich also nur einer Person in der Position helfen kann, in der ich vor Jahren war, ist das aus meiner Sicht positiv." (cw)



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#1 Patrick SAnonym
#2 GerritAnonym
  • 06.12.2019, 20:11h
  • Gut für ihn.

    Jetzt ist er endlich frei und das Versteckspiel und die Selbstverleugnung haben ein Ende.
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#3 PeerAnonym
  • 06.12.2019, 20:22h
  • Ein wahres Vorbild. An ihm kann sich so mancher versteckt Lebende ein Beispiel nehmen.
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#4 TheoAnonym
  • 08.12.2019, 18:16h
  • Und hier sieht man mal wieder, wie wichtig Vorbilder sind!
    Daher an alle dadraußen, die es noch nicht getan haben: Seid ein Vorbild für irgendjemanden!
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