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Mammutwerk mit über 700 Seiten

Der schwule Opernführer ist da!

In "Casta Diva" erklären Rainer Falk und Sven Limbeck die "wunderbaren Anomalien in der Welt der Oper". Am 15. Dezember stellen sie ihr Buch gemeinsam mit Barrie Kosky in der Komischen Oper Berlin vor.

  • 8. Dezember 2019, 14:40h, noch kein Kommentar

Der schwule Opernführer "Casta Diva" ist seit November für 50 Euro im Buchhandel erhältlich

Mit "Casta Diva" ist im Berliner Querverlag ein Opernführer erschienen, auf den nicht nur schwule Operngänger schon immer gewartet haben. Das über 700 Seiten starke Mammutwerk, herausgegeben von Rainer Falk und Sven Limbeck, bietet Artikel zu rund 100 Komponisten und zu mehr als 150 Werken des Opernrepertoires – von Claudio Monteverdis "L'Orfeo" (1607) bis hin zu Charles Wuorinens "Brokeback Mountain" (2014).

Dabei geht es um Opern, die von schwulen Komponisten oder schwulen Librettisten geschaffen wurden; Opern, die eine schwule Geschichte erzählen oder in denen schwule Figuren auftauchen; Opern, in denen sich Männer als Frauen verkleiden, in die sich dann Männer verlieben (und umgekehrt); Opern, in denen Frauenpartien von Männern gesungen werden (ebenfalls: und umgekehrt) … oder einfach nur Opern, die schwule Fans zur Identifikation mit Lieben und Leiden ihrer Heldin oder ihres Helden einladen.

Jeder Artikel enthält neben den Angaben zu Entstehung, Besetzung und Inhalt detaillierte Informationen zu den schwulen (und gegebenenfalls lesbischen) Aspekten des jeweiligen Werks. Ein ausführliches Vorwort führt ein in die mehr als 400-jährige Geschichte des Musiktheaters und seiner schwulen Verehrer, ein Glossar der Fachbegriffe erlaubt auch dem Novizen einen mühelosen Zugang in die Opernwelt, und ein Register erleichtert die gezielte Suche nach Personen und ihren Werken.

Schönheit in der Anders- und Fremdartigkeit

"Die Queerness der Oper entfaltet ihre Attraktivität nicht nur für die gay community, sondern für alle Menschen, die in Anders- und Fremdartigkeit auch Schönheit sehen", schreibt Barrie Kosky, Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, in seinem Vorwort. "Und in diesem Sinne sehe ich in dem vorliegenden Opernführer auch nicht nur ein Nachschlagewerk für schwule und lesbische, sondern für alle Leserinnen und Leser, die sich für die wunderbaren Anomalien in der Welt der Oper begeistern."

Kosky ist auch am Sonntag, den 15. Dezember um 15 Uhr als Diskussionspartner bei der Buchvorstellung im Foyer der Komischen Oper (Behrenstraße 55-57, Berlin-Mitte) dabei. Die beiden Herausgeber Rainer Falk und Sven Limbeck wollen bei der Veranstaltung nicht nur einen Überblick über die Entstehungsgeschichte und die Besonderheiten ihres Opernführers geben, sondern kündigen auch ein "unterhaltsames Opern-Quiz" an. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung per Email an marc@querverlag.de wird gebeten.

Finanziert wurde "Casta Diva" hauptsächlich über eine Crowdfunding-Kampagne (queer.de berichtete). Auf Startnext sammelte der Querverlag im Mai und Juni über 16.000 Euro ein. (cw/pm)

Vimeo / Querverlag | Video zur Crowdfunding-Kampagne

Infos zum Buch

Rainer Falk & Sven Limbeck (Hrsg.): Casta Diva. Der schwule Opernführer. Gebundene Ausgabe mit Samtbeflockung, Kapitalbändchen und 2 Lesebändchen. 704 Seiten. Zahlreiche Vierfarbfotos. Querverlag. Berlin 2019. 50 €. ISBN 978-3-89656-280-7