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Premier League

Brighton: Polizei nimmt zwei homophobe Fußballfans fest

Ausgerechnet in einer Woche gegen Homo- und Transphobie soll es zu mehreren homofeindlichen Vorfällen in englischen Stadien gekommen sein.


Wie alle anderen Spiele in den obersten britischen Fußball- und Rugby-Ligen stand das Match in Brighton im Zeichen der Rainbow-Laces-Kampagne gegen Homophobie in Sport (Bild: OfficialBHAFC / twitter)

Der englische Fußball-Erstligist Brighton & Hove Albion hat am Montag einen homophoben Vorfall während des Spiels vom Sonntag gegen die Wolverhampton Wanderers bekannt gemacht, auf den man schnell reagiert habe. "An einem Tag, an dem der Verein und die Premier League Gleichberechtigung und Vielfalt feierten, indem sie die Rainbow-Laces-Kampagne von Stonewall unterstützten, müssen wir mit Bedauern von dem Rauswurf und der Verhaftung von zwei auswärtigen Fans berichten."

Nach Beschwerden über homophobe Beschimpfungen hätten Ordner des Vereins die beiden Wolves-Fans während des Spiels aus dem Stadion eskortiert, wo sie von Beamten der Sussex Police festgenommen wurden. Aufgrund der laufenden strafrechtlichen Ermittlungen werde man keine Einzelheiten zu dem Fall bekannt geben.

Twitter / OfficialBHAFC

Brighton sieht sich seit Jahren homophoben Sprechchören durch gegnerische Fans ausgesetzt – Anlass ist der Status der Stadt als Hochburg der queeren Szene. Vor zwei Jahren hatte die Polizei etwa bei einem Auswärtsspiel in Leicester mehrere Heim-Fans festgenommen, die entsprechende Gesänge angestimmt hatten (queer.de berichtete).

Der Brighton-Geschäftsführer Paul Barber bezeichnete es als "traurig und deprimierend", dass man erneut diskriminierendes Fan-Verhalten ansprechen müsse. "Vor dem Anpfiff hatten wir eine riesige Unterstützungsbekundung für die Regenbogen-Laces-Kampagne, die von der überwiegenden Mehrheit der Zuschauer im Stadion hervorragend unterstützt wurde – und doch sind wir gezwungen, uns noch vor Spielende mit diesen beiden Personen zu beschäftigen, die es für in Ordnung halten, sich so zu verhalten."

Twitter / OfficialBHAFC | Das Spiel vom Sonntag sollte eigentlich Zeichen gegen Homophobie setzen

Barber zeigte sich froh, dass die Ordner schnell handeln konnten – "was hoffentlich die Chancen einer Veurteilung erhöht". Ein solches Verhalten werde in dem Stadion nie geduldet werden und sollte von Zeugen sofort gemeldet werden. "Wir sind sehr deutlich, dass weder Brighton noch die breitere Fußball-Gemeinschaft Homophobie oder Diskriminierung in irgendeiner Form dulden werden."

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Everton prüft homophobe Sprechchöre

Der englische Erstligist FC Everton hat derweil am Montag angekündigt, Berichte zu prüfen, wonach es am Samstag zu homofeindlichen Sprechchören im Heimspiel gegen Chelsea gekommen sei. Man arbeite zusammen mit der Antidiskriminierung-Kampagne "Kick It Out" an einer Aufklärung des berichteten Verhaltens.

"Sowohl der Club als auch Kick It Out haben Berichte über einen homophoben Gesang erhalten, mit dem ein kleiner Teil des heimischen Publikums auf die Fans von Chelsea zielte", so das Statement des Clubs aus Liverpool. "Homophobie hat keinen Platz in unserem Stadion, unserem Verein, unserer Gemeinschaft oder unserem Spiel. Der Club verurteilt solches Verhalten aufs Schärfste und führt eine gründliche Untersuchung durch, die auch eine Absprache mit der Merseyside Police umfasst."

Twitter / Everton | Vor dem Spiel hatte der FC Everton eine Video-Botschaft gegen Homophobie seines Captains Séamus Coleman verbreitet

Der Verein forderte Fans auf, sich an den Club zu wenden, sollten sie die Gesänge beobachtet haben. Laut englischen Medienberichten soll es bereits Ende November beim Spiel gegen West Ham zum homophoben Sprechchören gegenüber Chelsea-Fans gekommen sein. Am Wochenende war es zudem zu großer Empörung gekommen, nachdem Fernsehbilder zeigten, wie ein Manchester-City-Fan offenbar rassistische Laute und Gesten gegen einen gegnerischen Spieler beim Derby gegen United von sich gab. Die Polizei nahm den Verdächtigen am Sonntag fest.

Spieltag stand im Zeichen von LGBTI-Inklusion

Die neuen homophoben Vorfälle folgten ausgerechnet auf eine Woche, in der sich Vereine der Premier League – wie aus weiteren Fußball- und Rugby-Ligen Großbritanniens – so deutlich wie nie gegen Homophobie engagierten. Anlass ist die diesjährige Ausgabe der Rainbow-Laces-Kampagne – die vor sechs Jahren mit der Bitte an Spieler und Trainer gestartet war, mit dem Tragen von Regenbogenschnürsenkeln ein Zeichen gegen Homophobie und für schwule Fußballer zu setzen (queer.de berichtete).

Inzwischen will die Kampagne allgemeiner und umfassender eine selbstverständliche und diskriminierungsfreie LGBTI-Akzeptanz und -Inklusion im Sport erreichen. Und neben den freiwilligen Schnürsenkeln, die letzte Woche etwa der deutsche Liverpool-Trainer Jürgen Klopp trug, sowie Kapitäns- und Schiedsrichter-Regenbogenbingen thematisieren Verbände, Clubs und Fans das Thema inzwischen auf vielfältige Weise, etwa durch Interviews, spezielle Stadion-Choreographien oder durch die ausdrückliche Unterstützung queerer Fan-Gruppen. Die in diesem Jahr an diesem Wochenende und am vorherigen Spieltag unter der Woche begangene Kampagnenwoche nutzte zudem der englische Profi-Rugby-Schiedsrichter Craig Maxwell-Keys zu einem öffentlichen Coming-out (queer.de berichtete). (nb)



#1 AlexAnonym
  • 09.12.2019, 13:48h
  • Dort wird man wenigstens aktiv. In Deutschland passiert ja diesbezüglich gar nichts.
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#2 AndrarEhemaliges Profil
#3 Polizist aus BayernAnonym
  • 30.12.2019, 07:39h
  • Jeder Betreiber einer Einrichtung, wie hier eines Fußballstadions hat das Recht von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen, wenn gegen die Hausordnung nachhaltig verstoßen wird.
    Das ist das eine. Etwas anderes ist die örtliche Polizei mit solch einem Blödsinn zu befassen, sie hat andere Aufgaben z.B.für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Wenn das Beispiel Schule macht könnte jeder Diskothekenbetreiber herkommen und jeden betrunkenen Pöbler den der Türsteher hinausbegleiten mußte von der Polizei verhaften lassen. Wenn Sie in einem Polizeistaat leben wollen, ok. Aber dann müßte die Polizei extrem aufgestockt werden.
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