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Hannover

Rosa Fenster für schwule Mieter: Queere Organisationen protestieren

Andersraum e.V. & Co. wollen das Gespräch mit der umstrittenen Wohnungsgenossenschaft Gartenheim suchen, die einem schwulen Paar die Fensterrahmen rosa anstreichen ließ.


Infostand von Andersraum und CSD Hannover, der derzeit seine Kulturtage abhält (Bild: Andersraum / Facebook)

Mehrere queere Organisationen aus Hannover wollen am Mittwoch gegen 11 Uhr die Zentrale der Genossenschaft Gartenheim besuchen und dabei symbolisch ein rosa Fenster und eine Einladung zum Gespräch überreichen. Dass die Genossenschaft kürzlich die Fensterrahmen zweier schwuler Männer rosa streichen ließ, bewerte man "eindeutig als diskriminierend, da es stark an den Rosa Winkel und die sogenannten Rosa Listen erinnere", so eine Pressemitteilung von Andersraum e.V.

Der Vorfall war vor wenigen Wochen bekannt geworden, nachdem das Paar wegen Diskriminierung vor Gericht gezogen war (queer.de berichtete). Bei Modernisierungsarbeiten in dem Mehrfamilienhaus waren die Fensterrahmen der beiden Männer als einzige rosa gestrichen worden. Bei allen anderen Mietern wurden die Fenster ausgetauscht, das schwule Paar hatte dieser Modernisierung jedoch nicht zugestimmt. Die Genossenschaft wies den Vorwurf des homophoben Mobbings laut Presseberichten ab: Die "erdbeerfarbenen" Fenster hätten "nur Markierungszwecken" gedient. Schließlich einigte man sich auf einen Vergleich.

Twitter / HAZ | Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" hatte als erste von dem Gerichtsprozess berichtet

"Zu behaupten, die Farbe sei nicht rosa, sondern erdbeerfarben, ist blanker Hohn und geht am Thema vorbei", kritisierte nun Corinna Weiler von Andersraum. "Es ist offensichtlich, dass Gartenheim die schwulen Mieter stigmatisieren wollte." Das sei unwürdig und angesichts des Rosa Winkels, mit dem die Nationalsozialisten Homosexuelle in Konzentrationslagern markierten, "bestenfalls geschichtsvergessen".

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Genossenschaft sorgte mehrfach für Schlagzeilen

Die Genossenschaft und ihr geschäftsführender Vorstand Günter Haese waren in den letzten Jahren immer wieder in Kritik geraten; so hatte Haese im Geschäftsbericht für das Jahr 2015 mit rechtsradikalen Parolen gegen Flüchtlinge gehetzt.

In der akuellen Pressemitteilung zu den rosa Fenstern betont Julia Duschek, Projektleiterin des queeren Bildungsprojekts SCHLAU Hannover: "Auch wenn schwer zu glauben ist, dass die Aktion nicht diskriminierend gemeint sein soll, bieten wir Herrn Günter Haese und interessierten Mitarbeiter*innen der Genossenschaft Gartenheim ein Gespräch an." Dabei wolle man den Fall besprechen und das "Wissen um queere Geschichte erweitern".

Zu Organisationen, die die Kritik an den Fenstern teilen, benennt die Pressemitteilungen mehrere andere Wohnungsgenossenschaften, das Queere Netzwerk Niedersachsen, die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt, Friederike Kämpfe, und Vertreter der Fraktionen der Grünen und von "Die Partei".



#1 FinnAnonym
  • 09.12.2019, 18:57h
  • " so hatte Haese im Geschäftsbericht für das Jahr 2015 mit rechtsradikalen Parolen gegen Flüchtlinge gehetzt."

    Mit solchen Leuten kann man nicht "ins Gespräch kommen". Es braucht endlich knallharte Gesetze, die rosa angemalte Fensterrahmen für schwule Mieter etc. endlich mit saftigen Strafen belegen.

    Das ist ein Hassverbrechen, das Mieter raus mobben soll. Sowas muss endlich mit aller Härte bestraft werden.
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#2 HyenadykeProfil
  • 10.12.2019, 10:41hKöln
  • Mich würde mal interessieren, was genau der Vermieter denn "markieren" wollte.
    Ich nehme mal an, dann würde die Intention hinter diesem "Bemalungsauftrag" sehr schnell deutlich werden ...
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#3 Leon 4Anonym
  • 10.12.2019, 12:20h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • "Sowas muss endlich mit aller Härte bestraft werden"....

    Definitiv, ich kann mir absolut kein schlimmeres vergehen vorstellen als das farbig streichen von Fensterläden....!

    Sry, aber das völlige fehlen jeglicher Einordnung.... Wer soll einen denn noch ernst nehmen wenn ständig alles auf die gleiche Stufe gestellt wird? Und wenn "rosa Fensterläden" wirklich der Gipfel der Homophobie sein sollen dann würde das egtl bedeuten das wir hier kein Problem mit Homophobie haben.... Den Fall zu behandeln als wäre hier n gerade Orlando 2.0 Shooting passiert ist doch etwas anmaßend!

    Und nope, heißt nicht das man sich nicht drum kümmern soll, aber doch bitte dem Vorfall entsprechend.....
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#4 Patrick SAnonym
  • 10.12.2019, 16:45h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • "Das ist ein Hassverbrechen, das Mieter raus mobben soll. Sowas muss endlich mit aller Härte bestraft werden."

    Ein rosa gestrichenes Fenster ist KEIN Hassverbrechen. Vll mal kurz innehalten, nachdenken und dann erst schreiben.

    Und bevor hier das einschlägige Publikum wieder die Mistgabeln rausholt und zum Sturm auf mich bläst: ich finde das ebenso diskriminierend und falsch, aber mir ist die Fähigkeit zu differenzieren noch nicht abhanden gekommen.
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#5 saltgay_nlProfil
  • 10.12.2019, 20:51hZutphen
  • Also in meiner Bergstadt hätte man dem Herrn Haese einen Sarg ins Haus geschickt, das verstehn selbst solche Primitivos.

    Da hatte wohl die Staatsanwaltschaft Butter auf dem Kopf. In Bosnien haben die Serben Häuser mit blauen Kreuzen gekennzeichnet, die von den darauffolgenden Truppen als reinrassig verschont blieben. Alle anderen wurden niedergebrannt und die Bewohner ermordet. Der Nobelpreisträger Peter Handke wird dagegen wohl anführen, dass es sich bei den Häusern um Bewohner handelte, die Alkohol verschmähen, sogenannte Blaukreuzler. Also eine solche Form der Wohnungsmarkierung ist eindeutig als Ziel einer "Selektion"anzusehen. Daraus lässt sich eigentlich ganz gut ein Straftatsbestand gem. §130 StGB ableiten.

    Leider ist so etwas typisch für Hannover und seine unausstehlichen Eingeborenen. Da es verboten ist im Internet Pranger einzurichten, wurde hier offenbar versucht mit dieser Markierung gleichzeitig zum Ausdruck zu bringen, dass es sich um Querulanten als Mieter handelt, die einer Sanierungsmaßnahme nicht zugestimmt haben und obendrein noch pervers sind, also "Eltern haften für ihre Kinder", "bitte nicht füttern".

    Damit stünde den Mietern ein sofortiges Kündigungsrecht zu bei gleichzeitiger Forderung nach Schadenersatz und Kostenübernahme für Umzug und evtl. höherer Miete. Mit dieser lächerlichen Vergleichsumme ist es nicht getan.

    Die Aktionsgemeinschaft sollte lieber über öffentliche Warnhinweise zukünftigen Mietern von dieser Wohnungsbaugesellschaft abraten.
    Aggression erfordert adäquate Antworten. Die Zeit fürGespräche in diesem Lande ist vorbei.
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#6 LotiAnonym
#7 userer
#8 BadJokeAnonym
  • 11.12.2019, 14:28h
  • Antwort auf #2 von Hyenadyke
  • Natürlich ist das mit dem Markieren ein blöder Witz, sonst nichts. Der macht sich über die Mieter lustig und nahm den Rosaton wohl her, um zu zeigen, genau da wohnen die Schwulen. Naheliegend. Wird dann umständlich anders dargestellt, sei ja so ein schöner Erdbeerton.

    Sollte man zum Frisör schicken, der färbt ihm die Haare einheitlich haselnussbraun. Wäre auch eine Art Kennzeichnung.
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#9 TheDadProfil
  • 13.12.2019, 11:24hHannover
  • Antwort auf #5 von saltgay_nl
  • ""Leider ist so etwas typisch für Hannover und seine unausstehlichen Eingeborenen.""..

    Als Jemand der seit vielen Jahren in dieser Stadt lebt und Entwicklungshilfe leistet kann ich Deinen Eindruck über die "Eingeborenen" durchaus bestätigen..
    Doch leider, und so meine Erfahrungen aus anderen Städten in diesem Land, ist das kein Alleinstellungsmerkmal "hannoverscher Eingeborener", das ist auch überall woanders anzutreffen..
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#10 JuppheidiAnonym
  • 13.12.2019, 16:26h
  • Das mit den "unausstehlichen Eingeborenen" in Hannover ist ja nun nicht nur albern, sondern auch furchtbar herablassend. Den Vorfall zu einem Auswuchs der Kultur einer norddeutschen Großstadt zu stilisieren, ist natürlich lächerlich. Ich habe viele Jahre dort gelebt, kann die dortige Mentalität ziemlich gut mit der anderer Städte vergleichen und dir in deinem Pauschalurteil nicht zustimmen.

    Was ich aber schon erschreckend finde, ist die Tatsache, das einige Kommentatoren das doch sehr herunterspielen und belächeln, was da passiert ist... Witzig ist das leider nicht. Wenn es dem Genossenschaftchef bisher nicht klar war, uns sollte es das sein!
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