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Düsseldorf

Homophober "Macheten-Mann" erhält Geldstrafe

Monatelang trieb ein Rentner mit einer Machete in einem Düsseldorfer Park sein Unwesen – er wollte Obdachlose und cruisende Schwule vertreiben. Jetzt wurde er verurteilt, weil er das Zelt eines Obdachlosen zerstört hatte.


Im Juni veröffentlichte die Stadt das Bild der sichergestellten Machete (Bild: Landeshauptstadt Düsseldorf, Ordnungsamt)

Das Amtsgericht Düsseldorf hat am Dienstag einen 75-jährigen Rentner wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 800 Euro verurteilt, weil er im Hofgarten das Zelt eines 42-jährigen Obdachlosen zerschnitten hatte. Der sogenannte "Macheten-Mann" hatte in der Landeshauptstadt monatelang für Aufregung gesorgt, weil er offenbar aus Abneigung gegenüber Obdachlosen und cruisenden Schwulen Buschwerk entfernt hatte. Er benutzte dazu eine Machete mit einer 23 Zentimeter langen Klinge. Im Juni erwischten Mitarbeiter des Düsseldorfer Ordnungs- und Servicedienstes den Senior bei einer Routinekontrolle auf frischer Tat (queer.de berichtete).

Der 75-Jährige, der laut "Express" für die AfD aktiv gewesen sein soll, hatte vor Gericht behauptet, er wollte das offenbar herrenlose Zelt nur entsorgen. Er habe es zuvor tagelang beobachtet und da kein Besitzer vorbeigekommen sei, habe er es schließlich entfernt. Sein Anwalt stellte ihn als engagierten Bürger vor, der seit Jahren um den Erhalt des Hofgartens als Erholungsgebiet kämpfe – und beispielsweise auch Müll einsammle.

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Kein Recht auf Selbstjustiz

Die Richterin befand jedoch, es gebe kein Recht auf Selbstjustiz, auch wenn das Zelten im Park verboten sei. "Es hat jemandem gehört, egal wem. Das Zelt war aufgebaut", betonte sie nach Angaben der Zeitung NRZ.

Ursprünglich hätte der 75-jährige Rentner per Strafbefehl 1.050 Euro zahlen sollen. Da er nur über eine geringe Rente verfüge, senkte die Richterin die Strafe auf 800 Euro.

Medienberichten zufolge stand der Obdachlose nach der Aktion ohne Übernachtungsmöglichkeit da. Viele Menschen waren aber nach Angaben des "Express" so berührt von seiner Geschichte, dass sie ihm ein neues – und viel größeres – Zelt spendeten. (dk)



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#1 Leon 4Anonym
  • 11.12.2019, 10:46h
  • Eh, bei der Überschrift dacht ich an so Machete schwingenden Jason Verschnitt der sich auf der anderen Seite des glory holes platziert und nicht an nen Heckenstutzer..... oO

    Aber was für ein Idiot, und dann noch nen obdachlosen den schlafplatz nehmen, so ein pisser....
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#2 Patrick SAnonym
  • 11.12.2019, 11:00h
  • Das zeigt mal wieder, dass unsere Gesetzgebung an einigen Stellen lückenhaft ist, sonst wäre er auch wegen Führens einer Machete in der Öffentlichkeit verurteil worden.
    Wieso darf man ein Butterfly und andere Spring- oder Klappmesser nicht in der Öffentlichkeit mit sich führen, aber eine Machete mit 23 Zentimeter langer Klinge??? - Schwachsinnig!
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#3 Leon 4Anonym
  • 11.12.2019, 11:44h
  • Antwort auf #2 von Patrick S
  • Weil die Machete auf dem Bild als Gartenwerkzeug deklariert wird, FISKARS ist so ne Garten/Haushalt Firma, so n gerät trägt auch jeder Gärtner mit sich rum...im Gegensatz zu nem butterfly reden wir hier eben von einem Werkzeug und nicht von einer Waffe!

    Ausserdem kommst damit auch an keinem Türsteher vorbei....
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#4 LotiAnonym
#5 Patrick SAnonym
  • 11.12.2019, 13:13h
  • Antwort auf #3 von Leon 4
  • Genau das stört mich ja, dass man das Gesetz offenbar so leicht umgehen kann.

    Der Gesetzgeber hat ja das Waffenrecht verschärft und um genannte Messer erweitert, weil sie A) ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen oder B) ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen. Und logischerweise wie Schusswaffen als Waffen genutzt werden können, um Menschen körperlichen Schaden zuzufügen. Ausnahmen: Solche Messer, die bei der Berufsausübung, Brauchtumspflege oder beim Sport gebraucht werden. B ist hier für mich ausschlaggebend.

    Ein Renter, der ohne Auftrag der Stadt Parkbüsche stutzt, nutzt eine Machete ja weder zur Berufsausübung, noch im Sport, noch in der Brauchtumspflege. Das gilt ja auch für die Zerstörung fremden Eigentums, wie hier das Zelt.

    Also, nach meinem Verständnis, sollte er auch dafür bestraft werden, im öffentlichen Raum mit einer Machete unterwegs zu sein.
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#6 Leon 4Anonym
  • 11.12.2019, 13:55h
  • Antwort auf #5 von Patrick S
  • Yo, und was ist wenn jemand mit seinem Gartenwerkzeug von a nach b will um seinen Kumpel um Garten zu helfen?

    Gartenwerkzeug verbieten weil jemand unerlaubt ne Hecke geschnitten hat?? Oder willst jetzt Waffenschein für Gartenscheren....?

    Verbieten wir Feuerzeuge weil Menschen Brände legen? Autos weil Leute Amok fahren (ok, vollständiges autoverbot für Privatpersonen wär ich voll dafür, )? Was ist mit Schweizer Taschenmesser, hab ich auch meistens dabei, kannste türlich auch als Waffe nutzen....

    Uhr ganz ehrlich... Er hat Hecken zerschnitten! Wenn er jemand hätte verletzen wollen, sry, aber des kannste auch mit ner abgebrochenen bierflasche effektiv erledigen! Aber nein, wegen nem isolierten Fall von kaputter Hecken nach schärferen Gesetzen zu rufen halt ich wirklich für falsch (wenn du wenigstens das Zelt von dem armen obdachlosen als grund angeführt hättest könnte ich deinen drang nach schärferen Gesetzen zumindest auf menschlicher Ebene nachvollziehen)
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#7 RührungsgrenzeAnonym
  • 11.12.2019, 14:18h
  • Nebenbei sei bemerkt, dass die Rührung dazu grade reicht, dem Obdachlosen ein anderes Zelt zu geben. Warum keine Wohnung?
    Nun, dazu ist normalerweise die Stadt verpflichtet, auch, wenn keine günstigen Wohnungen vorhanden sind. Dann sollte er eine Suite im Hotel erhalten. Also das mit dem Sozialstaat stimmt auch nicht überall. Vielleicht ist ja ein SPD-Mitglied von da so nett, und nimmt den zu sich rein? Die tun doch immer so sozial.

    Der Opadude mit seinem Parkpflegetick hat wohl eine gestrenge Macke unterm Pony. Überall gibts ungepflegte Schrebergartenanlagen. Der hätte sich da doch bestimmt austoben dürfen, hätte er nett gefragt.
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#8 Patrick SAnonym
  • 11.12.2019, 14:56h
  • Antwort auf #6 von Leon 4
  • Der Vergleich hinkt ein bißchen, denn wenn ich jemandem im Garten helfen will, laufe ich nicht mit der Machete durch den Stadtpark, sondern steige aus dem Auto und klingle 10 Sekunden später an der Haustür.
    Ich will auch keine Verschärfung, weil jemand Büsche schneidet, sondern das Logiklöcher im Gesetz verschwinden und Klingen aus der Öffentlichkeit verschwinden, die nicht in die Öffentlichkeit gehören.

    Konkreter Fall, konkretes Beispiel: Ich kann genauso gut mit einem Klappmesser Büsche in Düsseldorf schneiden, verstoße aber automatisch gegen das Waffengesetz, wenn ich damit öffentlich unterwegs bin. Mit der Machete ist das aber in Ordnung, weil es ein Werkzeug ist. Was hat das denn mit Logik zu tun?

    Ich möchte nirgends jemandem begegnen, der eine Machete offen sichtbar mit sich führt und erkennbar kein Gärtner ist und darauf vertrauen müssen, dass er mich nicht abstechen will. Hab leider keine hellseherischen Fähigkeiten.

    Und die Polizei oder das Ordnungsamt, die ihn gefasst haben auch nicht. Die baten ihn nämlich, die "Waffe" nieder zu legen, wie es in der Erstmeldung vom Juni stand. Da wurde auch noch von einem Verstoß gegen das Waffengesetz gesprochen. Scheinbar vertraut die Polizei auch nicht darauf, dass jeder mit Machete automatisch nur Grünzeug stutzen will.

    >>> queer.de/detail.php?article_id=33954
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#9 Leon 4Anonym
  • 11.12.2019, 16:26h
  • Antwort auf #8 von Patrick S
  • Wo zur Hölle wohnst du denn das du beim Anblick von Gartenwerkzeug gleich nen Freitag den 13ten schiebst? Wo wohnst du das die Möglichkeit von jemandem mit Gartenwerkzeug angegriffen zu werden ne reale Alltagsgefahr ist? Und vor allem: wo wohnst die wo Leute nicht in der Lage sind ne paar 100gramm schweres Gerät zu tragen sondern das Auto bemühen müssen (bitte nehmt den Leuten das Auto weg).... (sry, die Aussage das man (Garten)Werkzeug nur im Auto transportiert is doch dämlich, ich bin schon als 10jähriger mit Sägen, Messern und Nägeln zu unseren Pfadfindertreffen gegangen (ohne Auto)..)...

    Also nope, hier gibt's kein Grund in Hysterie zu verfallen geschweige denn eine Gesetzverschärfung zu fordern....

    (was will die queere Szene egtl nicht verbieten.....???... Ich mein, zwischen "das ist genau das was ich zu 100% denke" und "sperrt ihn ein und schmeißt den Schlüssel weg" gibt's auch nichts mehr, huh)
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#10 Patrick SAnonym
  • 11.12.2019, 16:46h
  • Antwort auf #9 von Leon 4
  • Auf die eigentlichen Fragen mit keinem Wort eingehen, aber stattdessen meiner Aussage ein "nur" hinzudichten, um mich im Anschluss als "dämlich" beleidigen zu können, für etwas, was ich so gar nicht geschrieben habe.
    Das ist die ganz hohe Kunst der Argumentation. Bravo!
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